GESCHICHTLICHE ÜBERSICHT DES CLEVISCHEN NIEDERRHEINES. /
Ueber den Reliefen an den vier Ecken befinden sich 4 kleine beschädigte Statuettenund in der dritten achteckigen Etage 4 nach den verschiedenen Weltgegenden gerichtete stehendeEngel mit Posaunen, welche dem ganzen Denkmale eine Beziehung zu den als Grabstättebenutzten Räumen des Kreuzganges geben, da es offenbar die Posaunenengel der Auferstehungund des Gerichtes sind.
4. 4a.
Rei einer nochmaligen Durchsicht der Xantener Kirchenutensilien zum Zwecke derWiederauffmdung des p. 40 Anmerk. 5 des ersten Theiles erwähnten Scriniums fanden wirzwar dieses nicht, aber das kaum gekannte kleine romanische Reliquiar unserer Abbildung.Der Kern dieses merkwürdigen ovalen, ungefähr 6 V -2 '" langen und 3 l ji" hohen Kästchensbesteht aus Eichenholz, welches mit Silberblech überzogen ist.
Auf dem Mantel desselben befinden sich in 8 durch Säulen getrennten Feldern dieRrustbilder des Salvator mundi, der hb.. Gereon u. Victor in Panzerhemden mit dreieckigenSchildern und Märtyrerpalmen; S. Cassius mit dem Schwerte in der Rechten. Ausserdemerscheinen der h. Mauritius, der h. Florentius, die hh. Mallusius und Candidus. Säulenund Figuren sind getrieben und der ganze Mantel ist vergoldet. Dieses ist nichtder Fall bei dem gewölbten Deckel; derselbe ist unvergoldet und seine Darstellungensind als Niello behandelt, indem man die eingeritzten Contouren und Schattenflächender Figuren mit einer schwarzen Masse ausfüllte. 5 Auf der Vorderseite dieses Deckelssehen wir in einem kleinen Gebäude das Jesuskind im ältesten Typus fest eingewickelt inder Krippe liegen, Ochs und Esel dicht dabei. Maria liegt auf einem Polster ebenfalls dichteingehüllt. Neben ihr sitzt Joseph auf Stock u. Hand gestützt. Auf der hinteren Hälfte desDeckels (4 a) tritt der Engel verkündigend unter die Hirten. Hatten die Rrustbilder desMantels ein eigenlhümliches Streben nach lebhafter Bewegung, so erreicht dieses in denBewegungen, womit die Hirten ihre Ueberraschung ausdrücken, einen Grad, der eine komischeWirkung nicht verfehlt. Die Hirten sind durch Pelzkragen charakterisirt, einer derselbenträgt ein Hörn, und zur Andeutung der Heerde fehlen auch zwei Thiere nicht, von denender zu hinterst gehende Bock seinen Vorläufer mit der Pfote auf dem Rücken kratzt.12. Jahrhundert.''
5. Sehnliche Niellos in Schwarz und Silber befinden sieb am Reliquiar des h. Oswald zu Hildesheim.
Siebe Kratz: Dom zu Hildesheim. Theil 11. p. 144 und Viollet le Due: Diclionnaire duMobilier. PI. VII. p. 218; dann zu Paderborn: Scbnaase IV. p. 503.
6. Indem wir hiermit von Xanten Abschied nehmen, erwähnen wir noch, dass von den vielen in der
Einleitung nur genannten Holzschnitz-Altaren sieh mehrere in Xanten befinden, unter denenwir den Antoniusaltar mit 3 vom Stammbaum Christi umschlungenen Heiligen hervorheben.Dass der Kreuzgang in seinen Grabdenkmälern eine Menge Reliefe des 15. u. 16. Jahrhundertsbesitzt, ward bereits gesagt. Schöne Schlosserarbeiten befinden sich an einigen Untren, undam Baue selbst ist Manches mit Bildwerk geschmückt, so z.B. die Consolen der Staliien imChore mit Besliarien.