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Traumatische, idiopathische und nach Infektionskrankheiten beobachtete Erkrankungen des Nervensystems bei den Deutschen Heeren in Kriegs gegen Frankreich 1870/71
Entstehung
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Band VII. IV. Geistesstörung ohne nachweisbares Vorausgehen einer bestimmten körperlichen oder geistigen Einwirkung.

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Art und Verlauf der Geistesstörung.

(i.

Ausgang.Bemerkungen.

7.

Fat. zeigte sich bis 11. März 1871 als ruhiger, überlegender, wohlwollender Mann. An demgenannten Tage bat er den Arzt seines Truppeutheils, ein Brausepulver auf Gift zu untersuchen. Inder darauf folgenden Nacht begann er zu toben, glaubte sich verfolgt, legte ausgesprochene Grössen-ideen an den Tag, bedrohte seine Umgebung mit dem Säbel. In der Irren-Anstalt, in welcher er balddarauf Aufnahme fand, dokumentirte sich eine auf Hallucinationen und Illusionen des Gehörs undGesichtes beruhende allgemeine Verworrenheit mit zeitweiligen Tobsuchtsanfällen. Die Grössen-ideen bestanden fort.

Progressive Para-lyse.

Aerztlicherseits be-trachtete man das Lei-den als vorwiegenddurch den geistig undkörperlich aufreibendenVorpostendienst vorThionville und Longwyentstanden.

Fat. bekam inmitten der Aufregungen und Anstrengungen des Vorpostendienstes vor Paris imDezember 1870 einen epileptischen Anfall, welcher körperliche und geistige Verstimmung zurückliess.Vier Monate nach seiner Entlassung aus dem Militärdienst trat ein Zustand von Melancholie mit nach-folgender Exaltation ein, welcher später sich besserte, jedoch mehrmals exacerbirte. Das Leidensteigerte sich allmälig zu tiefer Melancholie.

Bekam vor Paris anhaltendes Kopfweh, namentlich an Stirn und Hinterhaupt. Auch litt er anrheumatischen Beschwerden an den Extremitäten. Zugleich trat heftiges Flimmern vor denAugen auf, und er bemerkte selbst, dass er vergesslich geworden sei. Die Gedächtnissschwäche unddie Geistesschwäche überhaupt steigerten sieh nach seiner Rückkehr aus dem Kriege wesentlich. Dabeiblieb er ruhig, gutmüthig, stets zum Lächeln geneigt, litt aber deutlich an Symptomen geistigerDepression und Schwäche, welche die Invalidisirung veranlassten.

bestimmten körperlichen oder geistigen Einwirkung.

hang angenommen wird, so liegt diesem Verfahren offenbarhäutig mehr eine Rücksichtnahme auf das Interesse derKranken und ihrer Angehörigen, als ein wissenschaftlicherNachweis zu Grunde.

Bei Durchsicht der nachstehenden 30 Krankengeschichtenkann man sich dem Eindrucke nicht wohl entziehen, dassdie Mehrzahl derselben in der That der von Nasseschon nach dem Feldzuge von 18(56 kundgegebenen Beob-achtung 1 ) entsprechend durch früh eintretende

l ) Vergl. 8. 416 dieses Bandes.

geistige Schwäche ein eigenthümliches Gepräge erhalten,und dass der grosse Prozentsatz paralytisch Er-krankter nicht weniger Beachtung verdient. Obgleichbeiden Momenten auch für Beurtheilung des Einzelfalles keingrosser Werth beigelegt werden kann, so mag es dochimmerhin nützlich sein, sie als Charakteristikum der Kriegs-psychosen vorläufig festzuhalten.

Auf einige besondere Erscheinungen in den nach-stehenden Krankengeschichten ist bereits bei Besprechungder vorigen Gruppen hingewiesen; andere Zusammen-stellungen siehe in der Rekapitulation am Schlüsse diesesKapitels.