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Traumatische, idiopathische und nach Infektionskrankheiten beobachtete Erkrankungen des Nervensystems bei den Deutschen Heeren in Kriegs gegen Frankreich 1870/71
Entstehung
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Band VII.

I. Geistesstörung nach Verletzungen.

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Art und Verlauf der Geistesstörung.

6.

Nach Heilung der im Jahre 1866 erlittenen Wunden stellte sich häufig Kopfschmerz undSchwindel ein; dabei lähmungsartige Schwäche und konvulsivische Anfälle an derrechten Körperseite. Patient konnte jedoch im Dienst bleiben und 1870 mit in das Feld rücken.Während des Krieges kehrten die Kopfsohmerzen öfter und heftiger wieder, die Schwäche des rechtenArmes nahm zu, dazu gesellten sich später Lähmungszustände der Blase, Sprachstörungen,Ungleichheit der Pupillen, Abnahme der Geistesfähigkeiten.

Ausgang.Bemerkungen.

7.

Invalidisirt im Früh-jahr 1872 unter derAnnahme, dass durchdie Verwundung imJahre 1866 eine Ent-zündung im linkenVorderhirn bedingtworden sei, welche inweiterer Folge, insbe-sondere unter demEinfluss der Stra-pazen des Krieges1870/71, zu dem ge-schilderten paretischenZustande geführt habe.

Allmälig fiel ein eigenthümliches, verändertes Benehmen auf, welches sich namentlich inEnergielosigkeit und scheuem, abgeschlossenem Wesen äusserte. Besonders trat solches zuTage, als Patient im Winter 1872/73 wegen eines eingewachsenen Nagels das Zimmer hüten musste.Um diese Zeit dokumentirte sich auch die beginnende Trübung des Seelenlebens durch vorüber-gehende Geistesabwesenheit. Nach einer Erholungsreise scheinbare Besserung, doch traten dieKrankheitssymptome bald um so stärker hervor. Im Herbst 1873 unzweifelhafte wirkliche Geistes-störung, welche die Aufnahmein eine Anstalt nothwendig machte. Hier verfiel Patient bald in völlige Tob-sucht, welcher nach einigen Wochen ein tief melancholischer Depressionszustand folgte. Diese Phasedauerte bis Ende April 1874; dann wurde Patient redselig, ass wieder freiwillig, doch behielten seineAeusserungen ein stark melancholisches Gepräge. Am 21. Mai 1874 Selbstmordversuch. In dennächsten Monaten auffallende Besserung, so dass am 27. Juli 1874 die Entlassung aus der Anstalterfolgte. Am 29. September 1874 erneute Aufnahme in einem Zustande tiefer Melancholie.Patient musste gefüttert werden, sprach kein Wort, war zu keiner Thätigkeit zu bewegen. Die linkePupille war erheblich weiter als die rechte und reaktionslos, die Motilität der Extremitäten nicht er-heblich gestört. Bald traten leichte epileptiforme und apoplektiforme Anfälle ein, letztere alsSchwindelanfälle mit kurzdauernder Bewusstlosigkeit, erstere als klonische Krämpfe in den Muskeln desGesichts und der Extremitäten.

Zustand bei der Entlassung aus dem Lazareth am 14. November 1870:

Pat., der sehr stark und wohlgenährt geworden, ist schwachsinnig, schwatzt das albernsteZeug, beurtheilt die ihn umgebenden Verhältnisse sowie die Nachrichten vom Kriege wie ein Kind, weint,wenn er von seinen Kameraden geneckt wird, ist gleich darauf ausser sich vor Freude etc. SeineSprache ist stotternd, sein Gang schwankend, schleppend, wie der eines paralytischen Geistes-kranken. Wenn er aufgeregt wird, klagt er über Kopfschmerzen und bekommt vorübergehendeGehör s-Hallucinationen.

Paralyse.

Sanitäts-Bericht über die Deutschen Heere 1870/71. VII. Bd.

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