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Traumatische, idiopathische und nach Infektionskrankheiten beobachtete Erkrankungen des Nervensystems bei den Deutschen Heeren in Kriegs gegen Frankreich 1870/71
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VIII. Kapitel: Idiopathische Epilepsie.

Band VII.

E. Erster epileptischer Anfall in direktem Anschluss an eine Erkältung.

Lau-fende

No.

Name,

Regiment,

Charge,

Alter.

Hereditäre

Belastung.

Erworbene

Prädisposition.

Erster

epileptischer

Anfall.

Aetiologie.

Form der Epilepsieund Verlauf.

Ausgang,Grad der Erwerbs-unfähigkeit.

I.

Wilhelm H.,

1. HessischesInfanterie-Regiment

No. 81,

Hautboist,21 Jahre.

Keine Heredität.

26. August1870.

Nach einer währendder Nacht in FolgeNässe und Kälte er-littenen Erkältung.

Epilepsie bis 1872 bestehend.

Wegen Magenleidens1873 dauernd halb-invalide.

II.

Christian S.,

5. PommerschesLandwehr-Regiment

No. 42,

Wehrmann,31 Jahre.

Keine Heredität

und keine andere

Prädisposition.

18. August1870.

Gelegentlich einerErkältung auf Feld-wache bei Regen-wetter.

Zuerst zahlreichere, späternicht sehr häufige Anfälle.

1873: Dauerndgrösstenteilserwerbsunfähig.

III.

Gottfried HermannF,

NiederschlesischesFeld-Artillerie-Regiment No. 5,

Gefreiter,

19 Jahre.

Keine, laut Be-scheinigung desOrtsgerichts.

Dezember 1870.

Bei bereits ange-griffener Gesundheitstand F. mehrereStunden hinterein-ander bei grosserKälte im Schnee.

Seltene und kurze Anfälle.Im Dezember 1871 wurden2 Anfälle innerhalb 3 Wochenärztlicherseits beobachtet.

1873: Dauerndgrösstenteilserwerbsunfähig.

F. Epilepsie bei Erkrankung des Rückenmarkes.

I. Karl H., Wehrmann, machte die anstrengendenMärsche bei Toul mit und war Durchnässungen und Erkältungenhäufiger ausgesetzt. Bereits am 29. August 1870 musste ermit Klagen über zunehmende Gliederschwäche in das Lazarethzu Nancy übergeführt werden. Von dort kam er in die Heimath.Im Juli 1871 zeigte er sich sehr angegriffen und herunter-gekommen, konnte nur langsam am Stocke gehen und klagteüber schmerzhaftes Ziehen im Kreuze, Kribbeln und Ameisen-laufen in den Extremitäten, hatte häufiges Drängen zum Uriniren.Man verordnete ihm die Soolbäder in Elmen. Während einesBades trat ein epileptischerAnfall ein. Bei einer ärztlichenUntersuchung im Juli 1872 fand sich eine starke Druck-empfindlichkeit der Dornfortsätze sämmtlicher Wirbel, ebensoParese der Muskulatur der oberen und unteren Extremitäten.Die epileptischen Anfälle häuften sich. Oberstabsarzt Busse-nius attestirte im Jahre 1874, dass H. stark abgemagert, vonepileptischen Insulten vielfach heimgesucht und mit den un-zweideutigsten Symptomen eines schweren Rückenmarkleidensbehaftet sei.

II. Heinrich D., Füsilier im 3. Hessischen Infanterie-Regiment No. 83, erkrankte am 8. September 1870 zu Vasemes

an Meningitis spinalis, nach deren Ablauf epileptische Krampf-anfälle auftraten, die anfangs spärlich, nach zweijährigemBestände aber häufiger und von nachtheiligstem Einflüsse aufdas Allgemeinbefinden wurden. Die Epilepsie konstatirte unterAndern auch Professor Neumann im Königlichen Garnison-lazareth zu Breslau. Die Krämpfe bestanden Ende 1874 inunveränderter Frequenz fort.

III. Heinrich S., geboren am 13. März 1849, nahmals Musketier des Oldenburgischen Infanterie-Regiments No. 91an der Belagerung von Metz Theil, wobei er Erkältungenund Durchnässungen vielfach ausgesetzt war. Er erkrankteam 1. November 1870 mit Klagen über Schmerzen im Rückenund in den Beinen, welche sich rasch steigerten und drei Tagespäter seine Aufnahme in das Lazareth zu Pont - ä - Moussonnöthig machten. Von dort wurde er nach Kottbus evakuirt.Hier konstatirte man bei gutem Appetit und fieberfreiem Zu-stande eine spontane und Druck-Schmerzhaftigkeit der unterstenBrust- und der oberen Lendenwirbel und vermuthete eineSpondylitis. Ungeachtet aller ableitenden Medikationen bliebder Schmerz unverändert fortbestehen. Periodisch wurde eräusserst heftig und strahlte bis in die Zehen aus. Auch der