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VII. Kapitel: Cíeiiickatarre. (Meningitis cerebrospinalis.)
Band Vil.
23. Februar: Meteorismus permagnus.
24. Februar: T. 38.o. P. 70.28. Februar: T. 38.0. P. 85.
1. März: T. 37.6.
2. März: Geringe Besserung.
3. März: Patient entleert freiwillig Blase und Darm. Sen-sorium freier. Abnahme der Kräfte.
4. März: Puls unfühlbar.
5. März: Tod.
XXXV. Carl Friedrich Wilhelm G., Batterie-Sattler im Pommerschen Feld-Artillerie-Regiment No. 2, geht¡im 22. April 1871 einem Feldlazareth zu "mit Klagen überstarken Kopfschmerz, über Gliederschmerz, Appetitlosigkeit undandauernde Verstopfung. Diese Klagen bestehen seit zehn Tagen.
Status: Geringes Fieber; grosse Unruhe; Schlaflosigkeit,Zange dick belegt. Schmerzen in den Nackenmuskeln.
24. April: Patient bekommt plötzlich gegen Abendeine heftige schmerzhafte Nackenstarre. Unbe-deutendes Fieber; intensive Kopfschmerzen. AnhaltendeObstruktion und gastrische Beschwerden.
26. April: Nackenstarre seit gestern geringer, aber starkeSchmerzen im Kopf und Genick. Fieber massig. Unruhe.Schlaflosigkeit.
2. Mai: Stärkere Genickstarre.
5. Mai: Häufige Unbesinnlichkeit. Er delirirt und greiftmit den Händen um sich, giebt aber auf Fragen klare Ant-worten.
(i. Mai: Fr liegt starr mit nach obeu gerichteten Augenund kontvahirten Pupillen da, ist unbesinnlich, lässt Faecesund Urin unter sich, nimmt aber auf Zureden etwas zu sich. ,1 eileBerührung des Körpers ist empfindlich. Fieber nichthoch. l'uls wechselnd, bald beschleunigt, bald ver-langsamt.
7. Mai: Collapsus. In der Nacht zum 8. Mai erfolgt derTod unter den Erscheinungen eines akuten Lungenödems.
Sektion: Auf der Basis des Gehirns ein dickes, homogenes,eitriges Exsudat, welches dicht hinter dem Chiasma beginnt,den Pons einhüllt, die Medulla oblongata umgreift und aufRückenmark und Kleinhirn sich ausbreitet. In sämmtlichenVentrikeln Eiter. Am Rückenmark ist das Exsudat hinten be-trächtlicher als vorne.
Fieberlose Krankheitsfälle werden in den Berichtennur zwei beschrieben. Es sind die Fälle IX und X, welcheihrer langsamen Entwicklung wegen bereits an einer an-deren Stelle in dieses Kapitel aufgenommen sind. Diesummarischen Angaben dürften indessen für den Beweis der
Fieberlosigkeit nicht völlig genügen. Man weiss nicht, obdieselben als das Ergebniss einer allgemeinen, durch dasGefühl der Hand abgewogenen Schätzung oder als dasResultat häufiger thermometrischer Ermittelungen anzusehensind. Uebrigens nahmen auch diese beiden Fälle einen tödt-lichen Ausgang. Die günstige Entscheidung derCerebrospinal-meningitis durch einen kritischen Temperaturabfall.der von Leyden u. A. ausnahmsweise beobachtet wurde,kam während des Feldzugs, soweit das vorhandene Materialdiesen Schluss zulässt, gar nicht vor. Ein stetiges aberallmäliges Sinken der Eigenwärme gewährte, wennes auch ab und an von kleineren Schwankungennach aufwärts unterbrochen wurde, noch die bestePrognose. In solchen Fällen hatten dann, wie schonhervorgehoben, die Fieberkurven untereinander eine gewisseAehnlichkeit. Man wird dieselbe durch einen Blick auf dieTemperaturtabellen von S. (VII), F. (VIII), G. (XI) unddes folgenden Falles ohne Mühe herausfinden.
XXXVI. Nikodemus K., Einjährig - Freiwilliger der4. Kompagnie 3. Garde - Grenadier - Regiments (Königin Elisa-beth), fing an, am 7. Mai 1871, nachdem er vorher einige Tagean Verstopfung gelitten hatte, über Kopfschmerzen, Schwindelund Appetitlosigkeit zu klagen.
Reo. am 9. Mai ins 11. Feldlazareth des Gardekorps zuCrépy en Valois.
Kein Milztumor. Zunge stark belegt. Schmerzen in allenGliedern, hauptsächlich im Nacken. Im Vordergründe stehendie gastrischen Erscheinungen.
20. Mai: Zunge reiner, Appetit besser. Patient macht stetseinen etwas benommenen Eindruck und schläft viel.
15. Mai: Subjektives "Wohlbefinden. Patient sitz! am Tageim Bette auf. Verstopfung, welche während der Krankheitsdauerwiederholt durch Klysmata gehoben werden muss.
31. Mai: lu den letzten beiden Tagen wieder mehr be-nommen, erbricht heute früh zweimal. Um 10 Uhr plötz-lich Kinnladenkrampf, mit welchem der Puls sofort klein,häufig und aussetzend, die Extremitäten kühl werden. Druckauf die kontrahirten Nackenmuskeln äusserst schmerzhaft.
Am Abend Besserung. Patient ist viel klarer und beant-wortet die an ihn gerichteten Fragen ziemlich korrekt. Pu-pillen reagiren.
1. Juni: Schmerzhaftigkeit im Nacken fortbestehend; Sen-sorium frei. Fieber nicht mehr vorhanden.
4. Juni: Evakuirt nach Compiègne.
Der Fieberverlauf ist aus Zeichnung 25 ersichtlich.
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Zeichnung 25.