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VI. Kapitel: Erkrankungen des Nervensystems nach akuten Infektionskrankheiten.
Band VII.
seiner Ränder ist hierbei eine unveränderte, so dass der Spinal-rand der Medianaxe des Körpers parallel läuft. In toto höhergestellt ist es um '/2 cm. Die linke Scapula entfernt sieh inder Ruhe viel weiter und mit ihrem Innenrande ungleich weitvon der Wirbelsäule, liegt aber den Rippen fest auf. Die Ent-fernung ihrer Basis von den bezüglichen Dornfortsätzen beträgtam medialen Ende der Spina !), in der Mitte 9.5, am unterenWinkel 11cm; die der Basis des rechten Schulterblatts an denbeiden Endpunkten 7, in der Mitte, der leichten normalen Rand-konvexität entsprechend, nicht ganz 7 cm. Ungleichmässigerzeigt sich der abnorme Abstand des inneren Randes diesesSchulterblattes von den Rippen , er rnisst in der Mitte 2 , amunteren Winkel 2.5 cm. Während die latissimi, der infraspinatusdexter und die teretes majores eine gleichmässig gute Ent-wickelung besitzen, befinden sich die rhomboidei und tra-pezii im Zustande der Atrophie. Die Pars superior undmedia des rechten cucullaris fühlt sich wie ein binde-gewebiger Strang an und ist noch dünner als ihr Partner.Daher erklärt sich die augenfällige Abflachung der fossasupraspinata dextra. Möglich, dass hierbei auch die Atro-phie des m. supraspinatus ins Spiel kommt. Die levatoresanguli scapulae sind gut ausgebildet.
Ganz anders sieht sich der Rücken an, wenn B. langsamdie Arme hebt. Während das linke Schulterblatt fest auf dieRippen gedrückt, mit dem unteren Winkel ein wenig voran,gegen die Seitenwand der Brust nach aussen wandert, bewegtsich das flügeiförmig von der Brustwand abgehobenerechte in gerade entgegengesetzter Richtung und wandert mitdem unteren Theile seiner Basis, den unteren Winkel weit vor-aus , nach innen gegen die Wirbelsäule. An dieser merk-würdigen Lageveränderung nehmen die einzelnenAbschnitte der rechten Scapula einen ungleichenA nth eil. Am weitesten von der Rippenwand abgehoben er-scheint unstreitig der untere Winkel, er ist dicht unter derHaut als ein scharfer Vorsprung fühlbar und hebt nach ausseneine dreieckige, stark gespannte Hautfalte auf. Ihm gegenüberzeigt sich am Rande des trapezius in der fossa supraclavicularisder obere innere Winkel als ein ähnlicher Höcker, ein Symptomder Serratuslähmung, auf welches Hitzig gerade bei der De-monstration unseres Kranken 1872 zuerst die Aufmerksamkeitgelenkt hat. Im Allgemeinen ist nun die Distanz zwischenvorderer Scapularfläche und Brustwand eine so bedeutende,dass man bequem vom Spinalrande her die ganze Hand in diefossa subscapulars schieben kann. Selbstverständlich wirddurch diese Lage Veränderung der Schulterblätter auch eineVeränderung in der Richtung ihrer Axen bedingt. Als denAusdruck derselben sieht man rechts die Basis von oben aussennach unten innen, die Spina von oben innen nach unten aussenund den Aussenrand in fast wagerechter Richtung verlaufen.Links hat bei der Armbewegung nach oben gerade das Um-gekehrte stattgehabt. Hier weicht die Basis in ihrer Richtungvon oben innen nach unten aussen noch mehr ab, die Spinaläuft von innen unten nach oben aussen und der Aussenrandist senkrecht gestellt. Das Maximum von Orts- und Stellungs-wechsel nimmt das Schulterblatt mit der Erhebung des Armeszur Senkrechten ein. Uebersichtlich ergeben sich folgendeMaasse des Abstandes der Scapulae von der Wirbelsäule:
a. In der Ruhestellung:
1) in der Höhe des unteren Winkels
2) in der Mitte der Basis fast .
3) am medialen Ende der Spina
rechts links
7.ocm ll.o cm
/ .0 „ 8.5 ,,
7.0 „ 8.7 „
b. Bei Erhebung des Armes zur Horizontalen:
rechts links
1) in der Höhe des unteren Winkels . l.scm lß.ocm
2) in der Mitte der Basis.....3.0 „ 14.5 „
3) am medialen Ende der Spina . . 5.0 „ lO.o „
Der Abstand des Innenrandes des rechten Schulterblattesvon den Rippen beträgt:
bei forcirter aktiverin der Ruhe: Bewegung d. rechtenArmes nach oben:
1) in der Mitte der Basis . 2.ocm 4.o cm
2) am unteren Winkel . . 2.5 „ 4.5 „
Betrachtet man jetzt die Oberextremitäten B.'s und ver-gleicht den Umfang des rechten Armes mit dem des linken, soreicht schon das blosse Augenmaass hin, um den rechten Armfür den voluminöseren zu erklären. Mit dem Bandmaass ge-messen, ist die Cirkumferenz :
1) an der Achselfalte . . , . .
2) an der dicksten Stelle des Hume-rus (8.5 cm tiefer)......
3) dicht über dem Olecranon .
4) 5 cm unter dem Olecranon .
5) über den unteren Epiphysen derVorderarmknochen . . . , .
6) an der Hand vor der Schwimm-haut des Daumens.....
rechts
links
34.0 cm
31.0 cm
32.0 „
27. 3 „
26.0 „
23.0 „
27.5 „
25.0 „
I8.0
23.0
I8.0
22.5
Den meisten Antheil an der Dickenzunahme der rechtenOberextremität hat unstreitig die Muskulatur, anscheinend garkeinen die Haut und die Knochen. Eine zwischen zwei Fingergenommene Hautfalte korrespondirender Stellen lässt für dasGefühl keinen Unterschied in der Dicke erkennen, und dieMessung über dem von Muskeln ziemlieh freien Handgelenkliefert keine Differenz. Die Konsistenz der unthätigen Mus-kulatur des rechten Armes giebt sich dem zufühlenden Fingerunverändert, d. h. weder ungewöhnlich schlaff, noch ungewöhn-lich derb und hart, zu erkennen, im Kontraktionszustande findetman sie ebenso prall und resistent als links.
Die Länge des rechten Armes, welche vom Acromion bisOlecranon 33.0 und vom Olecranon bis zur unteren Epiphyseder Ulna 24.8 cm misst, ist von der des linken nicht verschieden.
An dem hypertrophischen rechten Arme ziehen dieHautvenen in weit stärkerer Schlängelung und Füllung als amlinken nach aufwärts. Die Haut selbst trägt rechts an der Hand unddem Vorderarm eine bläulich marmorirte Färbung, gegen welcheperiodisch die kreideweisse Farbe der Finger absticht. DieseBlässe an den Fingern ist mit dem Gefühl des Abgestorben-seins und einer erheblichen Empfindungsabnahme verknüpft.Untersucht man den Puls in der rechten Radialarterie, so über-zeugt man sich von abwechselnd hohen und niederen Wellenund einem häufigen Aussetzen. Dieser Wechsel in der Gefäss-füllung steht in innigem Zusammenhange einmal mit derAthmung, und dann mit der willkürlichen Hebung der Rippen.Mit jeder oberflächlichen Einathmung nimmt die Wellenhüheab, die Welle verschwindet ganz bei geringer Vertiefung derInspiration. Der paradoxe Puls beschränkt sich aber aus-schliesslich auf die Arterien des rechten Armes. Auch einewillkürliche, von der Athmung unabhängige Gradstellung derRippen, in specie der ersten, unterbricht den Gefässstrom in