Band YII
Zahl del - Tetanuserkrankunia
Diese von der T h a m h a y n 'sehen Friedens Statistik wesent-lich abweichende Vertheilung der Tetanuserkrankungen stimmtim Allgemeinen überein mit den Resultaten Kübler's, welcherin seiner Dissertation über den Wundstarrkrampf 158 Tetanus-fälle aus den Feldzügen 1864 und 1866 sowie aus dem Deutsch-Französischen Kriege zusammenstellte. Von diesen waren ein-getreten nach
Zahl der Tetatmsfälle
Verletzungen auf Hundert
absolut aller Tetanus-erkrankungen
des Ober- und Unterschenkels .... 74 46.8 2
der Schulter, des Ober- und Vorderarmes 36 22.8 „
des Fusses ........... 16 lO.i „
der Hand und der Finger..... 8 5.0 „
des Rumpfes.......... 7 4.4 „
des Kopfes und Halses...... 4 2.5 „
der Genitalien........ . 3 1.9 „
Summe 148
Die übrigen 10 Fälle kamen nach gleichzeitiger Verletzungmehrerer Körpertheile zur Beobachtung.
Schon die vorstehende Uebersicht ist der allgemeinenAnnahme, dass gerade Finger- und Handverletzungenbesonders zu Tetanus disponiren, nicht günstig. Eine sta-tistisch richtige Behandlung dieser Frage fordert indessenoffenbar eine Beziehung der Tetanuserkrankungen nach be-stimmten Verletzungen auf die Gesanimtzahl der vorgekomme-nen Verwundungen dieser Art. Bleibt es hierbei auch bedauer-lich, dass von den 350 nachweisbaren Tetanuserkrankungen80 ausgeschaltet sind, während andererseits bei 2909 vonden 99 5G6 in ärztliche Behandlung gelangten Verwundetendie verletzte Körpergegend nicht bekannt ist, so verlohntes sich doch, die 210 Tetanusfälle, über welche genauereNachrichten vorliegen, zu den 96 657 Verwundeten, beidenen die verletzte Körpergegend angegeben ist, in einVerhältniss zu setzen. Dabei entsteht folgende Uebersicht:
auf Hundert
absolut
der
Verwundeten
12
0.12 \
11
O.ii „
15
0.44 „
91
0.28 „
141
O.*', „
Verletzte ZahlKörpergegend Yery ,Z äeten
Kopf...... 10 013
Hals...... 1 700
Brust und Rücken . . 9 460
Unterleib..... 3 366
Obere Extremitäten . 33 207
Untere Extremitäten . 39 811
Summe 96 657
Bei Detaillirung der auf die Extremitäten ent-fallenden Verwundungen muss allerdings eine beträchtlicheBeduzirung der Zahlen eintreten. Sieht man von den Ge-lenkschüssen ab, so lassen von den Wunden der oberenExtremitäten 12 207, von denen der unteren Extremitäten16 873 eine weitere Vertheilung zu. Zerlegt manZahlen, welche übrigens zu einander annähernd in dem-selben Verhältniss stehen wie die oben angeführten, ditGesammtzahl der Extremitätenwunden bezeichnenden, iergeben sich nachstehende Beziehungen:
VerletzteKörpergegend
Zahlder
Verwundeten
Zahl der Tetauuserkrankungei
3 041
Vorderarm . . .
2 057
Hand und Finger .
7109
Oberschenkel . .
6 785
Unterschenkel . .
5 647
Fuss und Zehen
4 441
auf Hundert
solut
der
Verwundet*
33
l.i ;
12
0.5 „
32
0.4 „
52
0.8 „
56
1.0 „
21
0.5 „
Von einem begünstigenden Einfluss der Handund Fingerverletzungen auf die Entwickelung desTetanus kann danach bei den Deutschen Verwun-deten aus dem Kriege 1870/71 nicht die Rede sein. 1 )
Starrkrampffälle in Anschluss an ganz gering-fügige Wunden beschränkten sich auf einen in deaBericht des 10. Feldlazareths IL Armeekorps erwähnte).Patienten, welcher nach einer vor „mehreren Tagen'erhaltenen und spurlos geheilten Verletzung der Fuss-sohle von Trismus befallen wurde und starb, einenFranzösischen Soldaten, welcher am 18. August 1871 eintKontusion durch Gewehrkugel am linken Oberschenkel bekam, am 27. August desselben Jahres tetanuskrank wurd-und zwei Tage nachher zu Grunde ging, sowie
III. den Kanonier Kocherscheidt des Festungs-ArtílleriílRegiments Nr. 7. Ihn traf am 6. Januar 1871 ein kleiner!Granatsplitter an der rechten Stirnseite und verursachte!da wo das Stirnbein an das Scheitelbein angrenzt, eine bedeu-l
l ) Auch im Amerikanischen Kriege wurden unter 11 369 1und Fingerwunden nur 24 Tetanusfälle gezählt.