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Traumatische, idiopathische und nach Infektionskrankheiten beobachtete Erkrankungen des Nervensystems bei den Deutschen Heeren in Kriegs gegen Frankreich 1870/71
Entstehung
Seite
101
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Band VII.

IL Abschnitt: Nervöse Störungen nach Verletzungen der Wirbelsäule und des Rückenmarkes.

101

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a

CS

r I/V1II.

Name

und

Regiment

Art, Ort und

Tag derVerletzung

Keller,

7. Ostpreussisches

Infanterie-Regiment

No. 44.

Gewehrschuss.

Amiens,

27. November

1370.

Krankheitssymptome

gleich nach der

Verletzung

Kugel dringt zwischenlinkem Troch. und Sp.ant. sup. ein und wirdrechts 2 Querfinger breitvon der Steissbeinspitze

exzidirt. Extraktionmehrerer, dem Os sacrumangehöriger Splitter.

Diagnose

Verlauf

2 Tage Urin- und Kothverhaltung,später des Oefteren hartnäckige Ob-struktion. Längere Zeit Schwer-beweglichkeit der unteren Extremi-täten, deren Sensibilität vollständignormal ist. Langwierige, mit Ab-gang von Knochensplittern ver-bundene Eiterung an der Kugel-austrittsstelle.

Quelle

B u r g e r.

LIX.

Gr.,

Badisches Feld-Artillerie-RegimentNo. 14.

Gewehrschuss.

18. Dezember1870.

irj

Die Kugel schlug sichan dem Knochen plattund bewirkte eine soheftige Erschütterungdes Markes, dass derGebrauch der unterenExtremitäten unmöglichwurde.

Bei absoluter Ruhe und späterzweimaligem - täglichen Gebrauchvon Sitzbädern wurde Gr. her-gestellt, doch klagte er zuweilennoch über Spinalirritation.

Beck.

LX.

2. Badisches

Grenadier-Regiment

No. 110.

Gewehrschuss.

Die Kugel drang aufder rechten Seite in derHöhe des ersten Lenden-wirbels ein und bliebstecken. Bald stelltensich an der linkenunteren Extremitätlähmungsartige Er-scheinungen, die sichbis zur Parese derselbenausbildeten, ein.

Die Wahrscheinlichkeits-Diagnosewurde auf Fraktur des Dornfortsatzesund des Wirbelkörpers, oder Extra-vasat im Wirbelkanal gestellt. Beientsprechender Behandlung war derVerlauf aber ein günstiger ; Patientwurde vollkommen geheilt entlassen.

Beck.

LXI.

G.,

1. Badisches Leib-Grenadier-RegimentNo. 109.

2 Gewehrschüsse.

li

Dezember1870.

Der eine war einFleischschuss desRückens, innen vomrechten Schulterblatte.Die steckengebliebene,in zwei Theile getrennteKugel wurde daselbst

ausgeschnitten; derzweite Schuss traf dasKreuzbein und verletzteden Knochen.

Bei entsprechender Behandlungwar der Verlauf der Heilung beibeiden Wunden ein günstiger. Pat.behielt jedoch nach der Heilung einegeringe Schwäche im Arm zurück;11 Monate nach stattgehabterVerletzung war die Stelle der Ver-wundung am Kreuzbein durchKalluswucherung fast taubeneigrossaufgetrieben und bei Druck schmerz-haft,

Beck.

LXII.

Sp.,

3. Badisches

Infanterie-Regiment

No. 111.

Gewehrschuss.16. Oktober 1870.

Erhielt einen Schussdurch die obere Gegenddes Kreuzbeines mitAbsprengung des Dorn-fortsatzes des unterenLendenwirbels.

Es erfolgte Heilung ohne wesent-liche Störung, nur fand sich beieiner 11 Monate nach der Ver-letzung vorgenommenen ärztlichenUntersuchung des Sp. die eineWunde wieder aufgebrochen undzeigte sich ein 2 Zoll langer in dieTiefe führender Fistelgang. All-gemeinbefinden gut.

Beck.

^B