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Traumatische, idiopathische und nach Infektionskrankheiten beobachtete Erkrankungen des Nervensystems bei den Deutschen Heeren in Kriegs gegen Frankreich 1870/71
Entstehung
Seite
99
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Band VIL

II. Abschnitt: Nervöse Störungen nach Verletzungen der Wirbelsäule und des Rückenmarkes.

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HS

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CS

Name

und

Regiment

Art, Ort und

Tag derVerletzung

Krankheitssymptome

gleich nach der

Verletzung

Diagnose

Verlauf

Quelle

ganz, namentlich in seiner hinteren Portion. Umfang des rechten Oberarmes in der Mitte 26, des linken 31,des rechten Vorderarmes 26'/s, des linken 28/s cm. Die blosse Berührung mit einer Nadelspitze ruft amrechten Vorderarm und der rechten Hand Schmerz hervor. Lebhafter Sehnenreflex vom triceps. FibrilläreZuckungen, namentlich im supinator longus, dem triceps. Auch das rechte Bein zeigt eine schwächere Mus-kulatur als links. Daher beträgt der Umfang in der Mitte des Oberschenkels rechts 44, links 49, in der Mittedes Unterschenkels rechts 36, links 38 cm. Die rechte Fussspitze hängt herab, die Dorsalflexion im Fuss-gelenke ist unmöglich. Durch Kontraktur der Flexoren wird das Bein im Kniegelenk leicht gebeugt gehalten.Patellarreflex rechts sehr lebhaft und erheblich stärker als links, Fussphänomen nur auf der rechten Seite.Patient klagt über ein Gefühl von Taubsein und Eingeschlafenheit an der ganzen linken Körperseite mit Aus-nahme des Kopfes und beschuldigt das starke Aufstützen der Hand auf den Stock an dem häufigen Abgestorben-sein der Finger dieser Seite. Er unterscheidet weder an den linksseitigen Extremitäten noch an der linkenRumpfseite bis zur Mittellinie Knopf von Spitze der Nadel, auch nicht warm von kalt. Stärkere taktile Ein-drücke lokalisirt er richtig. Linker Arm und linkes Bein sind kräftig und muskulös. Der Stuhlgang ist träge,der Urin wird schwer, oft erst nach langem Pressen, gelassen. Periodisch werden durch Muskelzuckungen diegelähmten Glieder konvulsivisch bewegt.

Kr.,

4. Badisches

Infanterie-Regiment

No. 112.

Gewehrschuss.

18. Dezember1870.

Erhielt in liegenderStellung einen Schusslängs des Rückens. DieKugel drang links vomletzten Halswirbel ein,lief in der tiefen Rücken-muskulatur bis zurGegend des letztenBrustwirbels hinunterund trat hier aus.

Dass die Wirbelsäule gestreiftsei, wurde nach eingetretener Eite-rung sowohl aus der Beschaffenheitdes Eiters, gemischt mit Knochen-sand , als auch aus der Tiefe, auswelcher derselbe heraus kam, ver-muthet. Durch die Schmerzhaf-tigkeit der betroffenen Muskeln wardie Beweglichkeit der oberen Ex-tremitäten stark beeinträchtigt, in

den unteren aber nicht gestört.Untersuchung der Brust Anhaltspunkte ergab, klagte K. während der Be-in Folge der Länge des Schusskanals, die beim

Ohne dass die physikalische

handlung eine Zeitlang über Schmerzen beim Athmen

Sondiren, bei welchem man übrigens mehrere Rauhigkeiten fühlte, ein Eindringen, sowohl von oben als auchvon unten nur bis zur Mitte zuliess, kam es unter Zunahme des Fiebers an einzelnen Stellen zu Eiter-stockungen. Nachdem durch einige Inzisionen Abhilfe geschafft, Hess das Fieber wieder nach und Patientkonnte 3 Wochen nach der Verletzung fast geheilt in die Heimath entlassen werden. Mitte Juni 1871, zuwelcher Zeit K. nochmals ärztlich untersucht wurde, bestand bei sonst gutem Befinden noch Steifigkeit derRückenmuskulatur und der Wirbelsäule.

lui.

August Bensch.

Gewehrschuss.

Gravelotte,18. August 1870.

Eingangsöffnung voi-der spin. il. post sup.rechts, Ausgangsöffnunglinks am Winkel derletzten Rippe. Pareseder unteren Extremi-täten. Paralyse der Blasemit unwillkürlichemHarnträufeln.

Dekubitus am Sacrum und an denTrochantern. Im weiteren Verlaufentwickelte sich ein hartnäckigerBlasenkatarrh. (Karbolsäure, Tan-nin.)

Es gelang bei sehr exakter diä-tetischer Pflege, alle diese Kompli-kationen zu beseitigen.

Ende März konnte Patient mitKrücken gehen, und nach Baden-Baden evakuirt werden.

13*

Beck.

So(