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Traumatische, idiopathische und nach Infektionskrankheiten beobachtete Erkrankungen des Nervensystems bei den Deutschen Heeren in Kriegs gegen Frankreich 1870/71
Entstehung
Seite
98
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IV. Kapitel: Erkrankungen des Central-Ñervensystems und nervöse Störungen nach Verletzungen.

Band VII.

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C31-1

Name

und

Regiment

Art, Ort und

Tag derVerletzung

Krankheitssymptoine

gleich nach der

Verletzung

Diagnose

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KUX.

MoritzFassbender,

1. Rheinisches Feld-Artillerie-Regiment

No. 8.

Gewehrschuss.

Gravelotte,18. August 1870.

Eintrittsöffnung derKugel 2 Zoll nach untenund aussen von derrechten Brustwarze,Richtung des Schuss-kanals nach abwärtsund hinten. Geschosssteckt. UnwillkürlicherAbgang von Koth undUrin. Lähmung beiderBeine.

Halbseiten-läsion.

1871 : Lähmung und Abmagerungdes linken Beines und krampfhafteZuckungen in demselben. KeineBlasen- und Mastdarmlähmung.

1874: Kann auf kurze Zeit mitHilfe eines Stockes gehen. Dierechte Unterextremität ist an derHaut gefühllos.

1875 gestorben. Angaben überdie Todesursache fehlen.

g»de:re(Zukude:

gePal'anaseiRu,dr.de:

L.

CarlEmmerich,

Hohenzollernsches

Füsilier-Regiment

No. 40.

Gewehrschuss.

Schuss durch dierechte Wange bis zum5. Halswirbel.

Halbseiten-läsion.

6. Februar 1871: Lähmung derMotilität der rechtsseitigen Extre-mitäten.

Zählt

LI.

Robert Jakisch,

Sanitäts-

Detaehement No. 1

III. A.-K.

Gewehrschuss.

Vionville,16. August 1870.

Die Chassepotkugeltraf ihn an der rechtenHalsseite in dem Winkel,welchen der Vorderranddes Kappenmuskels mitdem lateralen Randedes Kopfnickers bildet.Augenblickliche Läh-mung aller vier Extre-mitäten, der Schliess-muskeln des Afters undder Blase.

Halb- Es dauerte vier Monate, ehe in

Seiten- den Lähmungserscheinungen eineläsion. Besserung eintrat. Erst in demBarackenlazareth auf dem Tempel-hofer Felde bei Berlin, wo-selbst er von Ebert mit Bädern,Elektricität und Strychnininjek-tionen behandelt wurde, kehrtedie Gebrauchsfähigkeit zunächstdes linken Beines, dann auch deslinken Armes nach und nach zurück.Im März 1871 konnte J., auf einenStock gestützt, langsam und mühsamsich fortbewegen, indem er das fast völlig gelähmte rechte Bein durch schnelle Vorschiebung des Beckens vor-wärts warf. Die rechte Oberextremität war total paralytisch, die Finger der rechten Hand standen, aktivunbeweglich, in krampfhafter Beugestellung.

Bei einer militar ärztlichen Untersuchung am 25. Juni 1873 zeigte sich das rechte Bein im Kniegelenkekrampfhaft gestreckt. Passiv konnte die Kontraktur unter massiger Kraftaufwendung überwunden werden.Hatte man eine kurze Zeit hintereinander passive Beugungen im Kniegelenk ausgeführt, so verfiel das rechteBein, darauf auch der rechte Arm in so gewaltige Zuckungen, dass der Kranke, wenn er stand, gegen dieWand geworfen wurde. Durch Festhalten des Beines konnte man die Ruhe wiederherstellen.

1874 geschieht in den Akten einer Abnahme der Muskulatur der gelähmten Seite Erwähnung.Der Invalide lebt 1883 in Berlin.

Ein neuerdings durch Oberstabsarzt Stricker aufgenommener Status lautet:

Oculopupilläre Symptome fehlen, ebenso Lähmungserscheinungen im Gebiete der übrigen Hirnnerven. Dierechte Oberextremität wird durch Kontraktur der Adduktoren dicht an der Seitenwand des Rumpfes gehalten,im Ellenbogengelenk steht sie in krampfhafter Extensionsstellung, das Handgelenk ist ein wenig beweglich, dieFinger sind fest und krallenartig in die Hohlhand geschlagen. Die Erhebung des Armes, die Beugung desVorderarmes, die Streckung der Finger ist aktiv unmöglich. Passiv lässt sich unter starker Kraftaufbietungdie Streckung der Finger und die Beugung im Ellenbogengelenke fast ganz, die Hebung des Armes nur biszu einem halben rechten Winkel ermöglichen. Mit der Fixation des Unterarmes in Beugestellung tritt eineKontraktur im m. biceps ein, welche nur mit Anwendung einer gewissen Gewalt überwunden werden kann.Die Haut an der Hand und den Fingern erscheint verdünnt, roth, glänzend. Das Wachsthum der Nägel istein ungewöhnlich schnelles und wird dem Kranken dadurch lästig, dass sich bei der spastischen Kontrakturder Finger die Nägel in die Hohlhand bohren. Die rechte Schulterecke steht durch Kontraktur des m. cucullarishöher als die linke. Von den Muskeln der rechten Schulter sind die rhomboidei, der levator scapulae, in-fraspinatus, latissimus dorsi, cucullaris magerer als die der rechten Seite. Der rechte Deltamuskel fehlt fast

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