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Die Buchdruckerei des Jakob Köbel, Stadtschreibers zu Oppenheim, und ihre Erzeugnisse (1503 - 1572) : ein Beitrag zur Bibliographie des XVI. Jahrhunderts
Entstehung
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zu Wien, der k. Hofbibliothek zu München, den Staatsbibliotheken zuBamberg, Berlin und dem germanischen Museum, denen ich hierdurchauch öffentlich danke. Bei anderen Bibliotheken: Nürnberg, Augsburg,Trier, Göttingen, Heidelberg, Marburg, Karlsruhe, Halle und Dresdenerhielt ich Verzeichnisse der vorhandenen Drucke oder die Antwort,dass die gesuchten Drucke nicht vorhanden seien. Auch diese Ant-worten habe ich in der Weise benützt, dass ich das Vorhandensein mirbereits bekannter Drucke an betreffender Stelle angab. Mit dieser meinerBibliographie wird das Meiste der Oppenheimer Drucke beschrieben sein.

Jacob Köbel, aus Heidelberg gebürtig, Hess sich vor 1496 alsStadtschreiber in Oppenheim nieder, er wohnte im Rathhause, triebWirthschaft daselbst, nebendem war er nach Sitte der damaligenmathematischen Schriftsteller auch amtlicher Geometer. Soviel sichbis jetzt feststellen lässt, legte Köbel, von Haus aus vermögend, 1502in Oppenheim ein Verlagsgeschäft mit Buchdruckerei an, der ersteDruck ging 1503 aus derselben hervor. Als Corrector benutzte erden Oppenheimer Lehrer Peter Günther, welcher die Manuscripte ord-nete, mit Epigraphen versah und den wissenschaftlichen Theil desDruckgeschäfts besorgte. Köbel entwickelte als Verleger und Druck-herr eine rastlose Thätigkeit, die nach und nach entstandenen Be-ziehungen zu Wernher von Themar, H. Virdung von Hasfurt, WigandWirt, Stotfler, Aquila, Nausea, Wimpfeling und Anderen führten ihmderen Schriften zu, nebendem druckte er eigene Erzeugnisse. Köbelbegünstigte die Bichtungen aller Wissenschaften, am wenigsten dieTheologie, mehr die Astronomie, und druckte namentlich mit Vor-liebe populäre Schriften in deutscher Sprache, Kalender, Practiken undProphezeiungen.

Sein Schriftschatz hat Aehnlichkeit mit dem Peter Friedbergs inMainz und dementsprechend auch mit Heinrich Quentels Typen. BeiFriedberg sind D, Q und V ohne Querstriche, bei Köbel mit diesenversehen, Köbel hat ein weiteres B und N, seine Schrift ist überhauptunbedeutend kleiner und schmäler als die Friedbergs. Ausser demeigenartigen S und C Friedbergs kommen auch sonstige abweichendeund desshalb aus dem Satze hervorragende Typen vor, der SchrifsatzKöbels ist überhaupt formenreicher als der Friedbergs und Quentels.Möglicherweise entlehnte Köbel aus einer dieser Officinen Arbeiterund Modell für den Guss der Typen. Seine erste Type war noch diegothische, bald folgte aber nach Vorbild der Aldinen eine nette An-tiqua sowie Schwabacher. In seinen Ornamenten steht Köbel aufhoher Stufe der Holzschneidekunst, die er jedenfalls nicht selbst be-trieb, er ahmte Henricus Stephanus sowie italienische Muster in denInitialen nach und brachte sehr frühe Illustrationen in Renaissancestil.Die Ausbeutung der Drucke in dieser Beziehung muss ich den Kunst-historikern überlassen, die jetzt leicht die von mir beschriebenenExemplare finden werden.

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