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3. Chirurgischer Theil A (1890) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Allgemeiner Theil
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v. Volkmann'sche Sammlung kriegschirurgischer Präparate u. s. w.

Band III. AU W

Oberschenkel, oberes Drittel. Eingangsöffnung vorn dicht unterdem grossen Kollhügel; Ausgangsöffnung hinten in derselbenHöhe. Auf dem Verbandplatze Drahthose, von da Ueber-führung nach Gonesse. Nach 2 Tagen Drahthose entfernt,Lagerung des Beines zwischen Kissen. Einige Knochensplitterin den ersten Tagen entfernt. Nach 3 Wochen Streckung desBeines in Chloroformbetäubung und Gypsverband, welcher32 Tage lag, und Ende Dezember 1870 wegen Schmerzen ent-fernt wurde. Anfang Januar 1871 neuer Streckversuch undGypsverband, der indessen nach 4 Tagen wegen Schmerzenentfernt werden musste. Bis 13. März 1871 lag das verwundeteBein wieder zwischen Kissen. Mitte März Ueberführung nachHalle. Aus der Ausgangsöffnung, welche brandig war, wurdenwiederholt mehrere Knochenstücke entfernt, bis Ende Junideren 32. Das Bein blieb weiterhin fortdauernd auf Kissengelagert. Die Art und Menge des Eiters wechselte sehr, leb-hafte Schmerzen im Oberschenkel nebst starker Schwellung,undeutliche Fluktuation in der Tiefe. Am 14. März 1872 Ein-schnitt, sehr grosse Menge jauchigen Eiters entleert, die Schuss-öffnungen mit Quellstiften erweitert, im Oberschenkelknochenbestand eine grosse Höhle mit theilweise abgestorbenen Wänden.Darauf Abnahme der Eiterung, Besserung des Allgemeinbefindens.26. Juli 1872: Verkürzung 12 cm, starke Verdickung inder Nähe des Hüftgelenks, wo die beiden Bruchenden mit ein-ander einen rechten Winkel mit der Spitze nach aussen bilden.Dicke des Kallus an dieser Stelle etwa 10 cm, auch der übrigeTheil des Oberschenkels verdickt. Drei noch eiternde eingezogeneFisteln. Bein steht in Streckstellung, kann willkürlich nichtgebeugt werden, Kniegelenk steif, Fussgelenk etwas beweglich.Passive Beugung im Hüftgelenk etwa um 30°, im Kniegelenkum 5°, Kniescheibe sehr wenig verschieblich. Gefühl vollständigerhalten. Linker Oberschenkel verdickt, Unterschenkel abge-magert. Gehversuche mit zwei Krücken, wobei das linke Beinals unbrauchbares Anhängsel herabhängt. (Klin. Journal.)

(Hierzu 2 Photographien. Siehe Tafel 34.)

Krankengeschichte 10.

W. Z., vom 1. Thüringischen Infanterie-Regiment No. 31,verwundet am 30. August 1870 bei Beaumont, linker Ober-schenkel, oberes Drittel. Eingangsöffnung vorn aussen 15 cmunterhalb des vorderen oberen Darmbeinstachels; keine Aus-gangsöffnung. Schusskanal schräg nach hinten aussen.Ganzsicher ausgedehnter Splitterbruch gewesen nach meiner (äusseren)Untersuchung in Beaumont und Mouzon." (R. v. V.)

Die ersten 2 Tage nicht verbunden und nicht sondirt,Kugel am 3. Tage im unteren Theil der rechten Hinterbackeunter der Haut liegend gefunden und ausgeschnitten. SchiefeEbene, 14 Tage nach der Verwundung Gypsverband vonR. v. Volkmann angelegt, zweimalige Erneuerung innerhalb8 Wochen. Minimale Eiterung. Mitte Dezember Bruch festverheilt, Weihnachten 1870 Gehversuche, beide Oeffnungen ge-schlossen. Die Eingangswunde brach 2 Jahre nach der Ver-letzung wieder auf, sonderte sehr wenig ab und schloss sich nach14 Tagen wieder ohne Ausstossung eines fremden Körpers.

Juni 1873: Kallus gross und ausgedehnt, Winkel-stelluug nach aussen, Verkürzung 10 cm. Hüftgelenk normal,Bewegungen im Kniegelenk ausgiebig, aber leichte seitlicheBewegungen unter knarrendem Geräusch möglich, ab und zuSchmerzen im Knie- und Hüftgelenk. Gebrauchsfähigkeit desBeines gut. Der Verwundete geht sehr gut mit und ohne Stock,er tritt fest auf und geht mit hoher Sohle und hohem Absätzegrössere Strecken Weges. (Klin. Journal.)

(Hierzu 2 Photographien. Siehe Tafel 35.)

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IL Mittleres Drittel.Krankengeschichte 11.

H. A., vom 7. Thüringischen Infanterie-Regiment N,Schussbruch des linken Oberschenkels, mittleres Drittelin der Schlacht bei Beaumont am 30. August 1870 einen Seiaus Chassepot von vorn und etwas von links, während er zungriff vorging. KeinAusschuss. Verband mitLeinwandundBiDer Fuss war stark nach aussen gerollt, das obere Bruchendinach aussen und vorn, das untere nach innen. In den »3 Tagen traten heftige Blutungen auf, die den Verwisehr schwächten. Am 4. Tage Aufnahme in das LazarettBeaumont, am 6. Tage gefensterter Gypsverband mit ]gürtel bis zum Knöchel reichend; die Einschussöffnunsin den ersten 8 Tagen wenig. Am 13. September 1Ueberführung nach Neufchäteau, am 14. nach Aachen, vom li

17. September nach Sondershausen; die Wunde eitert.während der Reise bekam er Druckbrand und langte in Sonde,hausen sehr erschöpft an. Vom 18. bis 22. Septemberüberstjer Ruhr, bald trat Druckbrand noch an mehreren Stellendie stark eiterten; das Fenster des Gypsverbandes wurde

18. September vergrössert. Anfang Oktober 1870 nahmEiterung ab, die Wunde schloss sich Mitte Oktober, Knod_Splitter sind weder entfernt noch ausgestossen worden. $Dezember 1870 wurde die obere Schale des Gypsverbandesgenommen, die feste Vereinigung war mit Beginn des Janahezu vollendet, am 7. Januar 1871 wurde auch die uiSchale des Verbandes entfernt. Am 21. Februar 1871 jder Verwundete zum ersten Mal auf und hinkte, gestützt2 Mann umher, das Knie war steif. Am 27. Febn;:mit Krücke, unterstützt von einem Manne, dann ohnediaiAm 23. März reiste er in seine Heimath. Von Pfging er am Stocke, bei fortgesetzten Uebungen wurde d>s!im Herbst 1871 beweglich.

1873. Ziemlich kräftig gebauter, gut genährterDer linke Oberschenkel in einem nach innen offenen fivon 160° fest verheilt, Verkürzung beträgt 5 1 /-'cm, derist nach aussen gedreht, kann nicht ohne Drehung der Wiiisäule nach innen gedreht werden; Beugung im Knie behindaEingangsöffnung in der Mitte des Oberschenkels 2 1aussen von der Mittellinie fest verheilt, Knochenauftrei^im mittleren Drittel des Oberschenkels etwas näher iDrittel, die Kugel tief in den Weichtheilen an der Innenades Oberschenkels zu fühlen; sie soll sich in der letzten letwas gesenkt haben. Mehrere verschiebliche Hautuarbenildem Kreuzbein und dem Gesäss. Der VerwundeteStock, mit einer 1 /i cm höheren Sohle, */* cm höherem Alsdas linke Bein hält er steif, den Fuss in Spitzfussstellung.lGeben neigt er das Becken stark nach links; wenn er(seinem unzureichenden Stiefel geht, tritt er mit den 1der Mittelfussknochen auf.

(Hierzu 2 Photographien. Siehe Tafel 36.)

Krankengeschichte 12.

A.B., vom 1.Magdeburgischen Infanterie-Regimentfclverwundet bei Beaumont am 30. August 1870: Schussliracijlinken Oberschenkels, mittleres Drittel, durch ChassepmtEingangsöffnung an der äusseren Seite, 22 cm unterhalldes grossen Rollbügels, Ausgangsöffnung an der innere Iunterhalb des Schambeinhöckers. Es bestand starke SplitterDer Verwundete kam zuerst in das Lazareth zu Mwurde von da am 3. Oktober nach Brüssel übergeführt,*»»]zum Juni 1871 lag; er war in dieser ganzen Zeit verschouei