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v. Volkmann'sche Sammlung kriegschirurgischer Präparate u. s. w.
Band III. All»
abermals mehrere Einschnitte und Entfernung von abgestorbenenKnochenstücken sowie eines Stückes Blei. Von Ende Dezember1870 ab mehrwöchentliche typhöse Erkrankung mit Verlustsämmtlicher Haare, langsame Erholung. Eiterung gering, wenigSchmerzen, Gefühl von Taubheit und Ameisenkriechen im ver-wundeten Bein. Der Zeitpunkt der eingetretenen festen Ver-wachsung ist nicht bekannt, am 1. Mai 1871 erster Versuchzum Aufstehen, vom 5. Mai 1871 ab hinkte er an 2 Krückenumher, das Bein war vollständig steif. Vom Mai bis Juli 1871Gebrauch der Bäder in Aachen und Elmen mit dem Erfolg,dass sich die Bewegungsfähigkeit des Beines wieder einstellte,die Schussöffnungen sowie die Einschnitte schlössen sich, undnur aus einem Einschnitt unterhalb der Austrittsöffnung ent-leerte sich eine massige Menge gelben geruchlosen Eiters; ausdieser Fistel zog sich der Verwundete selbst 5 bis 6 abgestorbeneKnochensplitter aus, welche ihn durch Gefühl von Stechen aufihre Gegenwart aufmerksam gemacht hatten. Anfang 1872fing er an, an einem Stocke zu gehen, nachdem er sich einenhohen Hacken an seinen Stiefel hatte machen lassen. Weih-nachten 1872 war die Fistel noch offen, der Verwundete zogsich selbst den letzten 3cm langen Splitter aus, die Eiterunghörte im Laufe des Jahres 1872 langsam auf, die Fistelschloss sich Anfang 1873 für immer. Mitte 1873 (?) gingder Verwundete mit Hilfe eines Stockes gut und schnell undlegte selbst weitere Wege ohne Beschwerde zurück. Die Ver-kürzung des Oberschenkels betrug fast 10 cm, und da dieselbenicht vollständig durch einen entsprechenden Stiefel aus-geglichen wurde, so neigte der Verwundete beim Gehen etwasnach der rechten Seite. Der Oberschenkel war in einem nachaussen stumpfen Winkel geheilt, der Knochen überall höckerigund verdickt, vom grossen Kollhügel keine Spur mehr vor-handen, wenigstens nicht nachzuweisen. Am Oberschenkelbefanden sich 8 sämmtlich mit dem Knochen fest verwachseneeingezogene Narben, der Umfang des Oberschenkels war er-heblich geringer als auf der anderen Seite. Die Kniescheibebeweglich, die Bewegungen im Kniegelenk passiv nicht be-hindert. Er konnte beim Gehen den Unterschenkel etwasbeugen und strecken, beim Sitzen hing der Unterschenkel geradeherab und konnte nicht gestreckt werden ohne Zuhilfenahmeder Hände. Der Unterschenkel etwas magerer wie der andere,die Muskulatur fühlte sich weich und schlaff an. Der Fussstand in Spitzfussstellung. Der Stiefel hatte einen hohen Hackenund hohe Sohle. (Siehe die Skizze.) (Dr. Heinecken.)
Rechts.(Hierzu 2 Photographien.
fem
Links.Siehe Tafel 30.)
2 cm
Krankengeschichte 4.
Hauptmann H., verwundet am 16. August 1870 bei Toul aufziemlich nahe Entfernung, wahrscheinlich durch ein Tabatiere-geschoss; er fiel um und konnte nicht aufstehen, auch dasverletzte linke Bein nicht bewegen. Es erfolgte alsbald eineheftige Blutung. Eingangsöffnung vorn eine Handbreit unterdem vorderen oberen Darmbeinstachel, hart am inneren Randedes Schneidermuskels; Ausgangsöffnung am Steissbein, so dassder Verlauf des Schusskanals etwas nach oben und innen ge-richtet war. Die Kugel blieb in der Ausgangswunde steckenund wurde von dem Verwundeten selbst mit dem Finger
herausgenommen; sie war vollständig missgestaltet mlstand aus einer grossen Bleimenge. Der Knochen wurdfür verletzt gehalten, doch war offenbar der kleine Rollhnwlschmettert. Weder Gyps- noch Schienenverband. 8der Verwundung kam der Verwundete nach Nancy und enttstellte sich heftige Reaktion ein, welche nur 8 Tage:dann in remittirendes Fieber überging. Am 18. September IIReise nach Cöthen. Vom September bis November wurden Mnur erbsengrosse Splitter entfernt, nachdem Anfang Oktoberdem Rollhügel ein Einschnitt wegen Eiterverhaltung anwar. Anfang Dezember 1870 sind alle Wunden geheilt wiTage darauf verliess der Verwundete das Bett. Währendganzen Zeit hatte der Fuss die Neigung, nach aussenumzulwas dem Verwundeten Schmerz verursachte, so dass der Fgestützt werden musste. Das Fussgelenk war nach AblauftHeilungsperiode steif. Später verschwand die Steifigkeit!Fussgelenks fast ganz, Beugung bis zum rechten WinkeUgeringe Neigung zur Wendung nach auswärts blielFuss ■/« Zoll — 2 cm — - verkürzt, Rollhügel 3 A Zoll über 1Nelaton'schen Linie bei dem ziemlich mageren Mannfühlen. Beide Oberschenkel gleich lang, am verwun<!Schenkel nicht die geringste Deformität, Kallus u. s.Schenkel etwas beweglich, kann nach abwärts■etwas gezogen werden.
Der Verwundete hinkt, geht eine Stunde weit ohne SiJAbduktion fast ganz unmöglich, Rotation sehr behindert,Fl*;'massig. (R. v. Volkmann.)
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Krankengeschichte 5.
A. M., vom 3. Magdeburgischen Infanterie-Reguverwundet am 30. August 1870 bei Beaumont, linker (Schenkel, oberes Drittel. Eingangsöffnung an der mSeite 5 cm unterhalb des grossen Rollhügels; Ausgan der inneren Seite 12cm unter dem Schambeinhöcker,!erhielt zuerst Gypsverbände mehrere Wochen hindurch, iwahrscheinlich wegen starker Eiterung, Schienenverbände iDrainage. (Von der Hand Professor Volkmanu'seine Bemerkung in der Krankengeschichte, dasswundete in Beaumont amputirt werden sollte.) Imsind 12 kleine Splitter ausgestossen worden. Im !1870 war der Bruch fest verheilt, und der Verwundete ■die ersten Gehversuche an Krücken. Eine Eitenerbmachte einen Einschnitt unterhalb der Eingangsöffnungwendig, die Eiterung hörte im Februar 1871 auf, doclkdie Ausgangsöffnung im April 1873 wieder auf und stiealletzten 4 kleinen Knochensplitter aus; Ende Mai 1873 wk!Fistel wieder geschlossen.
1873: Das kranke Bein ist um 3'/2 cm verlängert,gesunde Oberschenkel misst 39cm, der kranke 42'icm,Kranke setzt deshalb beim Stehen das kranke Bein uurifleicht abduzirt und ruht auf dem gesunden. Beugung inHigelenk ist nicht bis zu V2 Rechten möglich, Abduktion nonAdduktion ist sehr schmerzhaft und beschränkt, daslsenkt sich, wenn man das kranke Bein über daskreuzen versucht. Drehung ebenfalls gehemmt. Kalis]unter dem Rollhügel deutlich fühlbar. Das Kniegelenk 1in seinen Bewegungen gehindert, nur bis 120° zu beugen,*Unterschenkel steht in Streckstellung, die Kniescheibe ist!weglich.
Mit anderer Handschrift ist nachstellender et«weichender Befund verzeichnet:
Unmittelbar unter dem grossen Rollhügel fühlt mujKnochenauftreibung und von aussen eine Einsenkung,»'