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3. Chirurgischer Theil A (1890) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Allgemeiner Theil
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329
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Uli. AUgem. Theil.

III. Abschnitt: Unterbindungen grösserer Schlagadern.

it der Anführung verschiedener erschwerender Momente"ndet Po war bald die Umgebung der Wunde be-<h infiltrirt, bald das Gewebe in derselben zu morschallzusehr zerfetzt. Einmal kam die Blutung aus zuTiefe, ein anderes Mal gelang es auf keine Weise,oweit zu beherrschen, dass ein klares Operationsfeld,-haffen werden können. Die erwähnten VersucheUnterbindung in der Wunde kamen in Anwendung:linal bei Verletzung der Zwischenknochenschlagader,Profunda brachii, der Armschlagader in der Mitte desiberarms, und 3 mal bei Verletzung der Armschlagaderder Gegend des Elleiibogengelenks.Die Frage, wie oft in der Wunde, und wie oft am OrteWahl unterbunden wurde, ist in Tabelle XIX dercrationsstatistik beantwortet. Zu den daselbst zusammen-tellten 81 Fällen kommen noch die 2 bereits mehrfachahnten Verletzungen durch Glassplitter, welche zunterbindungen am Stamme mit Ausgang in Heilung|N gaben.Hinsichtlich der Körperstelle, an welcher unterbundende, sowie über die Ausführung der Operation sindi Angaben vorhanden: 1 mal fand die Unter-statt dicht unter der Achselhöhle, 1 mal hocham Oberarme, 3 mal im oberen Drittel desranns, 1 mal oberhalb der Profunda brachii, 6 mal inr Mitte des Oberarms, 1 mal unterhalb des Abganges derofuuda brachii, 1 mal handbreit oberhalb der Ellenbogen-Ln uud 1 mal in der Ellenbogenbeuge selbst. Bei einemVerwundeten ist die doppelte Unterbindung im Aneurysma-k, bei einem zweiten in der Wunde ausgeführt undvier anderen nach doppelter Unterbindung die Durch-eidung des zwischen den beiden Ligaturen gelegenenfasstückes ausgeführt. An einem falschen Aneurysmader inneren Seite des Oberarms erwies sich nachltuug des Aneurysmasackes die Armschlagader unver-,rt. Das blutende Gefäss, wahrscheinlich die Profundachii, konnte nicht gefunden werden, daher sofort Unter-dung des Stammes der Armschlagader.In Betreff des Unterbindungsfadens linden sich nurichstehende 4 Bemerkungen:

Die Ligaturfäden lösen sich ohne Nachblutung; Ligatur-flen am 13. Tage abgestossen; die Ligaturfaden gehen31. Tage nach der Unterbindung ab; an der Unter-indungsstelle eine Eiterhöhle, in welcher der Ligatur-den freiliegt.Heber den Erfolg der Operation sind verhältuiss-jsig wenige bestimmte Aufzeichnungen vorhanden; indessen«ht fest, dass bei 18 = 21.7 g Operirten nach der Unter-mdung neue Blutungen aufgetreten sind, von denen 11 sicher' der Stelle der Verletzung stammten, und zwar tratenieselben auf:

nach 18 Tagen 2 mal

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SuitHs-Bericht über die Deutschen Heere 1870/71. III. Bd. AUgem. Theil.

nach 8 Tagen 1 mal

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24 Stunden 1am Tage der Unterbindung 2

Bei 2 Verwundeten gelang es nicht, die Blutung durchdie Armschlagader-Ligatur auch nur vorübergehend zustillen, so dass das eine Mal die Absetzung am Oberarm,das andere Mal die Auslösung im Ellenbogengelenk voll-zogen werden musste. In den übrigen Fällen sind keineAngaben darüber vorhanden, wie viel Zeit vergangen warzwischen Ausführung der Ligatur und Auftreten der nach-folgenden Blutung. Unter diesen 18 Operirten, bei denennach Unterbindung der Armschlagader neue Blutung auf-trat, befindet sich nur einer, bei dem es keinem Zweifelunterliegt, dass in der Wunde unterbunden worden war;in 11 Fällen handelt es sich bestimmt um Unterbindungenam Stamme; bei den übrigen ist der Ort der Unterbindungungewiss.

Die Behandlung dieser Nachblutungen beschränktesich bei zwei Verwundeten auf ein unblutiges Verfahren.Bei einem am 18. August verwundeten SächsischenInfanteristen (Schuss durch den linken Ellenbogen) waram 3. September eine starke arterielle Blutung einge-treten. Am Tage darauf L'nterbindung der Oberarmschlag-ader im oberen Drittel. Am 10. September neue Blutungaus der Wunde, die durch Fingerdruck und Tamponade mitEisenchloridlösung vergeblich zu stillen versucht wird.Noch an demselben Tage tritt der Tod ein.

Der zweite Verwundete (ein Zouave) war gleichfalls beiWeissenburg durch das linke Ellenbogengelenk geschossen.Eine starke Blutung aus der Tiefe des Unterarms wardurch hohe Unterbindung der Armschlagader dicht unterder Achselhöhle gestillt worden. Nach Herausnahme vonKnochensplittern trat eine abermalige Blutung ein, diedurch Tamponade gestillt wurde. Am 15. Januar 1871 warder Mann geheilt.

Eine neue Unterbindung wurde 15 mal an 13 Ver-wundeten ausgeführt und zwar:

a) Unterbindung der Unterarmarterien 3 mal,jedes Mal in der Wuude. In einem von diesen 3 Fällentrat die Blutung auch nach der zweiten Unterbindung immervon Neuem auf, daher zunächst Tamponade mit Eisen-chloridlösung, sodann Unterbindung der Achselschlagaderund schliesslich Absetzung am Oberarm. Alle 3 Operirtengenasen.

b) Unterbindung von Zweigen der Armschlag-ader am Oberarm 2 mal. Das eine Mal handelte es sichzuerst um die Profunda brachii, sodann um die Subclavia;das andere Mal um die Unterbindung eines Astes der Arm-schlagader in der Wunde am Oberarm. Beide Verwundetestarben.

c) Nochmalige Unterbindung der Brachialis 2 mal miteinem Todesfalle, jedesmal in der Wunde nach vorausge-

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