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3. Chirurgischer Theil A (1890) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Allgemeiner Theil
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III. Kapitel: Grössere Operationen.

Band III. AHg,

fem. I

Man theilt die Schlüsselbeinschlagader bekanntlich in4 Strecken ein und unterscheidet danach Unterbindungen

1. an dem Theile ihres Verlaufes Tom Ursprünge biszum vorderen Rande des Scalenus anticus,

2. zwischen den Scalenis,

3. von dort nach aussen bis zum Schlüsselbein (aussenvon den Scalenis) und

4. die Strecke unterhalb des Schlüsselbeins.

Bestimmte dieser anatomischen Eintheilung ent-sprechende Angaben über die Ligatur fehlen in 7 Kranken-geschichten, bei denen es sich 5 mal um Unterbindungendes Stammes handelt. Tn einem Falle findet sich dieAngabe: Unterbindung der Schlüsselbeinschlagader in dembehufs Entfernung eines Knochensplitters gemachten Ein-schnitte. In einem weiteren ist nicht zu ersehen, obam Stamm oder in der Wunde unterbunden wurde. Esfindet sich die bestimmte Angabeunterhalb des Schlüssel-beins" bei 2 undoberhalb des Schlüsselbeines" bei12 Unterbindungen am Stamm. Bei einer solchen istausdrücklich angegeben: zwischen Scalenus ant. und med.,also an der Stelle, wo sie in den Operationskursenam häufigsten geübt wird und wo bestimmte anatomischeWegweiser als die besten Anhaltspunkte dienen. Von einerUnterbindung berichtet Lossen, welcher als behandelnderArzt des betreffenden Kranken der von Billroth aus-geführten Operation persönlich beiwohnte:Ueber derClavicula"; Billroth selbst sagt nur:Ich machte dieUnterbindung der Subclavia". Wahrscheinlich ist auchhier die Ligatur am Aussenrande des Scalenus anticusausgeführt, und man geht wohl nicht fehl, wenn man diesA'on mehreren Unterbindungen annimmt, bei denen dienäheren Angaben über die Unterbindungsstelle fehlen.

Trachealwärts von den Scalenis" fand die Unterbindungstatt nur bei einem Verwundeten. Sie war veranlasst durchdie Ligaturblutung aus einer bereits peripher ausgeführtenUnterbindung der Subclavia. Diese Operation stellt jeden-falls eine der schwierigsten von allen aus dem Feldzuge1870/71 bekannt gewordenen Unterbindungen dar.

Im Ganzen ist an 32 Verwundeten die Schlüsselbein-schlagader 34 mal unterbunden worden, nämlich bei 2 Ver-wundeten je 2 mal: bei dem einen zuerst unterhalb desSchlüsselbeins (ob in der Wunde oder am Stamm istunsicher), das zweite Mal am Stamm; bei dem anderensoeben erwähnten, zuerst seitwärts von den Scalenis amStamm, später trachealwärts von den Rippenhaltern, umdie Ligaturblutung' aus der Stelle der ersten Unterbindungzu stillen.

Was den Erfolg der Unterbindungen betrifft, soergeben die Krankengeschichten Folgendes:

a) Die Blutung aus der Wunde kehrte nicht wiederbei 22 Operirten. Freilich trat unter diesen der Tod 6 malso schnell nach der Operation ein, dass das Ausbleibenvon Nachblutungen kaum ins Gewicht fällt; denn diebezüglichen Angaben lauten: Tod 1 mal nach einer Viertel-

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stunde, 1 mal nach wenigen Stunden, 3 mal am Ta»Unterbindung, 1 mal 24 Stunden nach der Unterbi dIn 2 weiteren Fällen sind die Angaben über dfolg der Unterbindung so mangelhaft, dass bei Pjö«jdieser Frage statt 34 nur 32 Unterbindungen in Kmgezogen werden können. Lässt man von den 2 ,f r 'bindungen, nach denen eine Wiederkehr der Blntm»der verletzten Stelle nicht verzeichnet ist, mit Ku C Kauf die erwähnten 6 bald danach eingetretenen TodeVnur 16 gelten, so ergiebt sich, dass die endgiltige >tilk.der Blutung aus der Wunde durch Unterbindung derSchlybeinschlagader bei 50 £ der in Rechnung gezogenen 3'(krationen dieser Art erzielt worden ist.

b) Neue Blutung aus der Stelle der Verletz-«trat auf nach 10 Unterbindungen = 31 § der in II-gezogenen 32 Operationen.

c) Blutung aus der Unterbindungsstelleclavia trat unter 28 Unterbindungen des Stamme;4 Operirten = 14 ^ ein und zwar je einmal nach ?>, jnach 13 Tagen. . ,

Die Nachblutungen nach erfolgter Unterliindnwurden nur bei 2 Operirten durch eine abermalige Ubindung zu stillen versucht. Bei dem einen, derndöfters erwähnten Deutschen Kürassieroffizier, hai,sich um eine Unterbindungsblutung aus der oberhalbd ^2Schlüsselbeines unterbundenen Schlüsselbeinschlagader: Idem anderen, einem Deutschen Füsilier, bleibt es zweihaft, ob die erste Unterbindung in der Wunde ödenOrte der Wahl ausgeführt worden ist. Beide gingenGrunde. Zweimal versuchte man, der Nachblutung duTamponade Herr zu werden, ohne Erfolg.

In den übrigen Fällen kam Fingerdruck zur iiwendung, zweimal mit Ausgang in Heilung. BeiBadischen Grenadier war am 1. Januar 18;Schlüsselbeinpulsader unterbunden, am 8. Januar fielJUnterbindungsfaden ab, am 10. Blutung aus der I

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bindungsstelle. Nach 24 Stunden lang fortgesetztem Fingdruck scheint dieselbe zu stehen. Am 11. indessen MBlutung; abermaliger, dreitägiger unausgesetzter Finadruck stillt dieselbe endgiltig. Der andere eberfdurch ständigen Fingerdruck geheilte Fall betrifftBrandenburgisehen Jäger, der bei Mars la Toureinen Weichtheilschuss in den rechten Oberarm mHÄankeDrittel) verwundet wurde. Schon auf dem Schlackt Ittell,bedeutende Blutung, die sich am 27. August wiederi ^ <]und an demselben Tage zur Unterbindung der Brauführt. Am 14. September neue Blutung aus der Sei« andwunde und Unterbindung der Schlüsselbeinschlagader. I |Januar und Februar 1871 traten von Neuem » uteri6 arterielle Blutungen ein, die durch ständigen Fingeri randigestillt wurden. Trotzdem der Kranke pyämisch nerholte er sich dennoch ziemlich schnell. B«ell

Hinsichtlich des Materiales, aus welchem derü« erletbindungsfaden bestand, sind besondere Angaben nicht!