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III. Kapitel: Grössere Operationen.
Band III. All gem . ^
Aussägung der missgestalteten Knochenwucherung die an-gefrischten Bruchenden die erklärliche Neigung zeigenwerden, wieder nach innen abzuweichen, giebt er (S. 440)Klammern an, um sie nach aussen zu ziehen.
Den Schaftaussägungen im Frieden wegen gutartigerNeubildungen (Osteom, Exostose, Enchondrom u. s. w.)dürften in der Kriegschirurgie nur sehr wenige an dieSeite zu setzen sein; desgleichen denjenigen Resektionen,die vorgenommen sind, um in Fällen von Nervenzerreissungmit weit auseinander stehenden Enden diese zu vereinigen(Löbker 1 ), Ollier). Der Vorschlag und Vorgang vonHolms 2 ) endlich, bei der akuten infektiösen Knochenmark-entzündung möglichst bald den ganzen Schaft des daranerkrankten Röhrenknochens zu entfernen, um damit auchden Herd der Infektion zu vernichten, hat nur sehr wenigeAnhänger gefunden.
Das Endergebniss der im Kriege 1870/71 ausgeführtenSchaftaussägungen ist sowohl im Hinblick auf die Zahlder Gestorbenen als auf die schliessliche Brauchbarkeitder Glieder bei den Geheilten nicht gerade als ein günstigeszu bezeichnen, aber doch auch nicht als ein solches, welchesdie Zulässigkeit der Operation in geeigneten Fällen inFrage zu stellen geeignet wäre. Die Gesammt-Sterblichkeitvon 42 £ (darunter 4 nach Gliedabsetzung Gestorbene) istbereits vorstehend (auf Seite 300) im Vergleich zu derSterblichkeit in anderen Kriegen beleuchtet worden. DieZusammenstellungen IV bis VII auf vorstehender Seite 231zeigen des Weiteren, dass hinsichtlich der Lebenserhaltungnach Schussbrüchen der Diaphysen mit Ausnahme des Ober-schenkels mit der Schaftaussägung Besseres erreicht wordenist als mit der sekundären Gliedabsetzung. Es starbennämlich laut jener Uebersichten auf 100 Operirte
nach Schussbrüchendes Ober- des Unter- des Ober- des Unter-arms arms schenkeis schenkeisnach sekundärer
Schaftaussägung 39.i I8.7 84.6 41.2
nach sekundärer
Gliedabsetzung. 47.o 53.6 74.3 G5.o
!) Centralblatt für Chirurgie, 1884, No. 50.
2 ) Lossen, „Allgemeines über Resektion" aus Handbuch derallgemeinen und speziellen Chirurgie, herausgegeben von Pitha-Billroth. Stuttgart 1882 II. Bd., II. Abthlg. S. 281.
Dass unter 58 Geheilten sich nur 9 mit völlig bra 1barer, hingegen 19 mit ganz unbrauchbarer Gliedtnaa.und 8 mit falschem Gelenke befanden (siehe Uebersicht 111erscheint zwar an sich nicht sehr ermuthigend, jedoch kaüberraschend angesichts der auch recht oft weni» 1friedigenden Erfolge, welche mit der nicht-operativ ■haltenden Behandlung von Schussbrüchen der Knochemclrerzielt worden sind. (Vergl. die betreffenden Angaben in LKapiteln VIII bis XI im Speziellen Theile dieses Banik
Wie die Krankengeschichten beweisen und schon ok(Seite 300) betont ward, trägt die Hauptschuld anbefriedigenden Ausgange mancher Schaftaussäguno- die lau-wierige Eiterung, welche schon vor der Operation die Wqjtheile in mehr oder weniger grosser Ausdehnung zerstörthattfbezw. Narben zurückliess, welche die Gebrauchsfähigdes betroffenen Theils meist in hohem Grade schädimJe mehr es gelingen wird, die Schussbrüche aseptisch ahalten und zu heilen, wie jetzt doch einen grossen mder komplizirten Brüche der Friedenspraxis, um so wem»wird eine Schaftaussägung nöthig werden. Karies ■Nekrose der Bruchenden wird aller Voraussicht nach vüweniger als Pseudarthrose den Grund zur Operation geba;die Ergebnisse werden aber dadurch nicht nur hinsichtliider Lebenserhaltung, sondern auch hinsichtlich der febrauchsfähigkeit der Glieder sich besser gestalten mlum so günstiger, je mehr die Weichtheile unverletzt^blieben, vor Allem je bessere Leistungsfähigkeit kMuskeln und Gelenke behalten haben. Die Möglichkatdazu giebt die strenge Antisepsis; sie wird, sotodie Ergebnisse der Schaftaussägung im Frieden schon gtbessert, auch im Kriege günstigere Erfolge erzielen. 1bisher, und dieser gliedererhaltenden Operation nhänger verschaffen, als die in der vorantiseptischen Z-gemachten Erfahrungen ihr zu gewinnen vermochten.
Ueber die Z e i t d e s T o d e s bei den nach SchaftaussasHGestorbenen (zugleich über die Vertheilung der Operationauf die Monate des Kriegsjahres) giebt Tabelle XLKlsOperationsstatistik unter No. 20 (Seite 166*) AuslDanach entfiel die grösste Sterblichkeit (12.o & derOperirta= 28.6 $ der Gestorbenen) auf die erste Woche nach kOperation. Auch dieser Umstand spricht dafür.Eingriff im Allgemeinen nur bei sehr schweren oder her«in sehr üblem Zustande befindlichen Wunden unommen wurde.
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