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3. Chirurgischer Theil A (1890) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Allgemeiner Theil
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III. Kapitel: Grössere Operationen.

Band III.

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Bogenschnittes'); nur 1 mal wird des "|" Schnittes gedaclit. 2 )Mannigfaltiger war das Verfahren bei den Aussägungendes Kniegelenkes, wo Längsschnitte nach v. Langenbeck,Querschnitte, Lappenschnitte verschiedener Art, Winkel-schnitte sowie halbmondförmige Schnitte nach Textorund solche nach Syme sich vermerkt finden. Das Fuss-gelenk resezirte man vorwiegend mit Hilfe des beider-seitigen v. Langenbeck'sehen Längsschnittes, weitseltener mit nur einem seitlichen Längsschnitt 8 ) odermittels Bogen- bezw. Lappenschnitts, oder unter Anwendungvon Querschnitten in Verbindung mit Längsschnitten. 4 )

Ueber Erhaltung der Beinhaut findet sich bei denAussägungen des Hüft- und Kniegelenks keine Angabe;bei den Operationen an den übrigen Gelenken ist dieselbenicht selten ausdrücklich vermerkt; im Ganzen war diesubperiostale Resektion wohl überall da die Regel, wodie Art der Verletzung sie zuliess.

Die Grösse der ausgesägten Knochenstückewar oft eine sehr bedeutende. Unter den nach Resektiondes Schultergelenks Geheilten befinden sich 2, denen15.5 bezw. 16 cm vom oberen Ende des Oberarmknocheusentfernt wurden; beide Male bildete sich ein Schlotter-gelenk. 5 ) Zwei Gestorbenen hatte man wegen weitreichenderSprünge sogar 16.5 bezw. 17 cm des Oberarmbeines her-ausgenommen. 6 ) Absägungen von 10 bis 12 cm langenStücken dieses Knochens waren nicht selten. Unter denAussägungen des Ellenbogengelenks wird bei einemGeheilten ebenfalls die Herausnahme eines 16 cm langenStückes vom unteren Ende des Oberarmbeines berichtet,bei einem anderen die Entfernung eines 13 cm langenStückes des eben genannten Knochens und des Olecranons. 7 )Freilich war auch bei diesen beiden die schliesslicheGebrauchsfähigkeit der Gliedmaasse wegen Schlottergelenksnur eine geringe. Bei Aussägung des Handgelenks ent-schloss man sich wiederholt zur Fortnahme von 3 bis 4 cmder unteren Gelenkenden der Unterarmknochen und einesTheiles der Handwurzelknochen. 8 )

Beim Hüftgelenk wird einmal angegeben, dass ausserdem Oberschenkelkopfe 7.5 cm der Oberschenkeldiaphyseabgesägt worden seien; bei einem Anderen erfolgte dieAbtragung 2.5 cm unter dem Rollhügel; beide Operirtestarben. 9 ) Einem der nach Aussägung des Kniegelenks

*) Siehe V. Band dieses Berichtes, Hüftgelenk: No. 19, 20,22, 23.

2 ) Siehe ebendas. No. 5.

3 ) Siehe ebendas. Fussgelenk: No. 24, 42, 43 der Geheilten,No. 1 u. 11 der Gestorbenen.

4) Siehe ebendas. No. 18, 31, 37 der Geheilten, No. 11 u. 19der Gestorbenen.

5) Siehe ebendas. S. 397 No. 18 nnd S. 412 No. 93.

6) Siehe ebendas. S. 426 No. 1 und S. 431 No. 48."') Siehe ebendas. S. 471 No. 151 und 153.

8) Siehe ebendas. S. 506 No. 8 und S. 509 No. 7.

9 ) Siehe ebendas. S. 512 No. 1 der Gestorbenen und S. 514No. 22.

Geheilten waren 4 cm vom Oberschenkelknochenvom Schienbein, ausserdem die Kniescheibe hennommen. Die Heilung erfolgte mit knöchernerder anfänglich sehr mühsame, nur mit Hilfe vonmögliche Gang besserte sich später in erfreulichster?]Aehnliche Verhältnisse werd«n noch bei 2 anderen]heilten berichtet. 1 ) Bei einem Gestorbenen betnwlGrösse des mit der Kniescheibe entfernten Obers*knochenstückes 10 cm. 2 ) Durch Aussägung de; f]gelenks mit Herausnahme von 10 cm beider [JSchenkelknochen wurde gutes Gehvermögen erzielt: 1bei einem Anderen nach Entfernung von 9 cm des Ubeins, 5 cm des Wadenbeins und der Sprungbeinroli I

G. Verlauf.

(Heilung ohne Eiterung. Blutungen, AVundkraiiund sonstige Komplikationen nach Ausfüimm» IGelenkaussägung. Nachoperationen. Beliamdauer der Geheilten und der Gestorbenen. -

Ursachen.)

Heilung ganz ohne Eiterung ist nachaussägungen niemals erwähnt, grösstenteilsEiterung nur 2 mal und zwar je einmal nach hdes Fussgelenks 4 ) und des Kniegelenks. 5 ) Der zuleüzeichnete Verwundete starb jedoch an Pyo-Pnemraljin Folge eines gleichzeitig erlittenen SchussesLunge. Alsgünstig" odersehr günstig" odund gut" oderohne Komplikationen" oderohfälle" oderohne Reaktion" oderohne Zwiacqoderohne Störung" wird der Verlauf beizeichnet nach Aussägung

des Schultergelenks . . . 23 mal,

Ellenbogengelenks . . 18

Hüftgelenks .... 1

Summe 52 mal.

Hier jedoch wie bei den Gliedabsetzungen (ra?Li|weisen solche Bemerkungen nicht immer auf eilhandlungsdauer hin. So findet sich z. B. der Zusatz JZufälle" bei einem am Ellenbogen Resezirten, ( )572 Monate im Lazareth zugebracht hat.

No. 6.

1) Siehe V. Band dieses Berichtes S. 517 No. 3u.5

2) Siehe ebendas. S. 522 No. 43.

3 ) Siehe ebendas. S. 533 No. 34 und S. 534 No. 39.

4 ) Siehe ebendas. No 27 der Geheilten.

5 ) Siehe ebendas. No. 5 der Gestorbenen.*') Siehe ebendas. No. 74 der Geheilten.