ffl dIII. Allgem.Theil.
I. Abschnitt: Gliedabsetzungen und Gelenkaussägungen.
285
v ',[, vorhergegangenen Blutungen wurden Gelenk-i^äsungen bei Deutschen 1870/71 vorgenommen' am Schultergelenk») . • 6 mit 5 Todesfällen,am Ellenbogehgelenk 2 ) . 4 „ 0am Handgelenk 3 ) ... 1 „ 0 „
am Hüftge lenk 4 ) ... 1 „ 1 Todesfall,
Summe . . 12 mit G Todesfällen.
Immer handelte es sich dabei um sekundäre Gelenk-
äffU „ ffen , Nachweislich durch unmittelbare Gefäss-
erlctzung waren 4 dieser Blutungen verursacht (vergl.
;ehend S. 254 No. 10 bis 13). Einmal ging der Aus-
tui" des Ellenbogengelenks die Unterbindung der Arm-
_r voran. 5 )
Wundrose, Wunddiphtherie, Wundstarrkrampf,tämische Erscheinungen sind den Gelenkaussägungenichweislich 10 mal vorausgegangen (siehe UebersichtXXVII); alle diese Operirten starben mit Ausnahme desl Rose Erkrankten. 6 ) Von den 20 Resezirten hingegen,welchen nur Schüttelfröste vor der Aussägung fest-stellt sind, genasen 9, desgleichen 11 von den 24 Ope-ten. deren Wunde verjaucht war. 7 ) 106 von den 177lerhaupt berichteten, vor Ausführung der Gelenk-BSä"un<r eingetretenen Komplikationen bestanden ledig-in heftigen entzündlichen Erscheinungen, starkertenms, Eitersenkungen, Zellgewebsentzündung. 4 Gelenk-Bsägungen wurden lediglich zur Herstellung der Funktioni erfolgter Heilung unter nicht operativer Behandlung|niSteifheit des Gelenks mit Fistelbildung vorgenommen.diesen Operationen betrafen 2 das Schultergelenk, 8 )das Ellenbogengelenk, 9 ) 1 das Handgelenk. 10 ) Alle■erirten genasen, ein brauchbares Glied aber ergab nurkAusägung des Ellenbogengelenks.[Operative Eingriffe vor Ausführung der Gelenk-Igung waren im Ganzen selten und ausschliesslich■ingfiigiger Art: Einschnitte zur Eiterentleerung, Ent-png von Kugeln, Fremdkörpern und Splittern.
') Siehe im V. Band dieses Berichtes No. 15 der Geheilten,|11.4:1. 79, 80 und 108 der Gestorbenen.! ) Siehe ebendas. No. 35 und 161 der Geheilten.
| ! ) Siebe ebendas. No 2 der Geheilten (bezw. bei Gurlt, S. 916Li).4 ) Siehe ebendas. No. 2 der Gestorbenen.
1 1 Die Angabe auf S. 454 No. 35 des V. Bandes, wonach die
pindung am Tage der Verwundung erfolgt wäre, ist nach S. 587V. Bandes und nach Gurlt, S. 788 No. 35 dahin zu be-ten, dass die Unterbindung erst am 8. Tage vorgenommen wurde.Btelbare Gefässverletzung ist nicht nachgewiesen, da die frühereBR erst am 3. Tage nach der Verwundung sich einstellte, nachdemferletzte einen mehrtägigen Transport mit einfacher Binde theils
•em Bauernwagen, theils zu Fuss durchzumachen gehabt hatte.
■ Siehe hierzu S. 108/109.; ) Siehe hierzu S. 258 bezw. 182.h Siehe V. Band dieses Berichtes No. 12 und 67 der Geheilten.
|') Siehe ebendas. No. 39 der Geheilten.") Siehe ebendas. No. 6 der Geheilten.
F. Operationsverfahren.
In den Tabellen IX, X, XI und XV der Operations-Statistik (S. 44* ff.) finden sich die vollständigen unddie theilweisen Aussägungen des Schulter-, Ellen-bogen-, Hand- und Fussgelenks gesondert aufgeführt.Danach sind (abgesehen von den Operationen ohne nähereAngabe) bei Deutschen Verwundeten bekannt geworden:
I. Am Schultergelenk.
36 vollständige Aussägungen (Entfernung der Gelenkendendes Oberarms und des Schulterblatts) mit 14 = 38.» $Todesfällen.195 theilweise Aussägungen (Entfernung nur eines Gelenk-endes) mit 78 = 40.o £ Todesfällen.Darunter191 Aussägungen nur eines Theiles des Oberarmsmit 77 = 40.3 # Todesfällen,4 Aussägungen nur eines Theiles des Schulter-blatts mit 1 = 25.o $ Todesfällen.
IL Am Ellenbogengelenk.
190 vollständige Aussägungen mit 53 = 27.9 g Todesfällen,
82 theilweise
17 — 20.7
III. Am Handgelenk.
9 vollständige Aussägungen mit 5 = 55.5 •£ Todesfällen,
19 theilweise
5 = 26.3
IV. Am Pussgelenk.
46 vollständige Aussägungen mit 19 = 41.3 § Todesfällen,33 theilweise „ „ 13 = 39.4 „ „
Nur beim Schultergelenk weisen danach die theilweisenAussägungen ungünstigere Ergebnisse auf als die voll-ständigen.
Hinsichtlich der Schnittführung ergiebt sich ausden vorhandenen Angaben, dass bei der Aussägung desSchulter- und des Ellenbogengelenks ganz überwiegend dereinfache Längsschnitt bevorzugt worden ist; nur sehr ver-einzelt finden sich Kreuz-, Lappen- oder Winkelschnitteerwähnt. 1 ) Unter den Aussägungen des Handgelenks wirdnur bei No. 7 der Geheilten ein ~j~ Schnitt angegeben,sonst stets der doppelseitige Längsschnitt. Auch beimHüftgelenk bediente man sich anscheinend meist desv. Langenbeck'sehen Längsschnittes 2 ), zuweilen eines
! ) Siehe V. Band dieses Berichtes, Schultergelenk: No. 7, 17,32, 80, 128 u. 146 der Geheilten, No. 16, 23, 61, 62, 73 der Ge-storbenen. Ellenbogengelenk: No. 22, 23, 24, 25, 44, 57, 63, 79,82, 86, 95, 101, 120, 130, 133. 145, 148, 161, 169, 172, 181, 186, 191,199, 203, 215, 219, 230, 235, 258, 265 der Geheilten, No. 12, 18, 19,22, 54, 57, 58, 74, 75, 82 der Gestorbenen.
2) Siehe ebendas. Hüftgelenk: No. 1, 10, 11, 17, 24, 26.