Ld HI. Allgem. Theil.
I. Abschnitt: Gliedabsetzungen und Gelenkaussägungen.
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Stückes des unteren Gelenkendes des Schienbeins und
Tfernung der Kugel am 26. Juli 1887 durch St.-A. Herr-
iD Bogenförmiger Schnitt durch Haut und Beinhaut ober-
B * , rechten inneren Knöchels in einer Länge von 10 cm.
iMi hen der Beinhaut, Aufmeissein des Knochens und Entfernung
Sem langen, 2cm breiten Knochenstückes. Aseptischer
l f Geheilt entlassen am 16. September 1889. (Sanitäts-
Ccht 1884/88.)
Die Häufigkeit und Ergebnisse primärer bezw. sekundärerlelenkaussägung gegenüber denjenigen primärer bezw. se-ndärer Gliedabsetzung und denjenigen der erhaltendenHandlung von Wunden der einzelnen Gelenke siehenter III dieses Abschnitts (S. 232) in den Zusainrnen-ellungen VII bis XIII. Die Verwundungen des Schulter-,land- und Hüftgelenks kommen hinsichtlich der Ergebnisserimärer Operationen nicht in Betracht, weil nach solchennJre Gliedabsetzungen nicht stattfanden. Bei sämmtlichenGelenken hatten die primären Aussägungen einetere Sterblichkeit im Gefolge als die primären Glied-Betzungen. Am grössten ist dieser Unterschied zu Un-msten der primären Aussägungen bei dem Eussgelenk,allerdings wegen der kleinen absoluten Zahl dieserNationen (4) der statistische Werth der Verhältniss-■echnung nicht eben hoch veranschlagt werden kann.Den erwähnten Zusammenstellungen zufolge starbennach Verwundungen des Ellenbogengelenksnach primärer Aussägung . . . 31.5 #,„ „ Gliedabsetzung . . 30.3 „
nach Verwundungen des Kniegelenksnach primärer Aussägung . . . 76.2 £,„ „ Gliedabsetzung . . 6O.2 „
nach Verwundungen des Pussgelenksnach primärer Aussägung . . . 75.0$,B „ Gliedabsetzung . . 31.2 „
Im Gegensatz dazu stellen sich die Ergebnissekundärer Aussägungen bei sämmtlichen Gelenken mitnähme des Kniegelenks besser — und zwar zum Theileblich besser — als diejenigen sekundärer Glied-izungen. Die Verwundungen des Hüftgelenks fallen1 bei diesem Vergleiche wegen des Fehlens sekundärerdabsetzungen aus. Für die übrigen Gelenke ergiebt1 Folgendes: Es starben nach Verwundungen
nach sekundärer nach sekundärer
Aussägung
Gliedabsetzung
Schultergelenks .
40.4 £
50.o S,
Ellenbogengelenks
28.o „
34.o „
Handgelenks . .
32.0 „
65.o „
Kniegelenks . .
94.3 „
74.8 „
Fussgelenks. . .
36.6 „
44. 7 „
I Pass bei den weit günstigeren Erfolgen der nicht-operativkaltenden Behandlung hinsichtlich der Lebensrettunghe ebendas.) die geringere Schwere der Verwundungen mitwbichtigt werden muss, ist wiederholt hervorgehoben
"den.
D. Häufigkeit und Ergebnisse der Gelenk-aussägungen nach der Art des verwundendenGeschosses, nach der Art der Gelenk-verwundung und nach der Körperseite.
Die Art des verwundenden Geschosses und derGelenkverwundung selbst ist den Eintheilungen derUebersichten XXXIII und XXXIV zu Grunde gelegt. Da-nach gestaltete die Vorhersage bei Gelenkaussägungen sichbesser nach Verletzungen durch Gewehrgeschosse als nachsolchen durch Granaten (umgekehrt wie bei den Glied-absetzungen, vergl. S. 210), und zwar bei sämmtlichenGelenken, desgleichen mit Ausnahme des Knie- und desHüftgelenks besser nach Verletzung der Gelenkenden alsnach Schussbruch der Diaphysen mit Spaltung bis insGelenk. Nur bei Aussägungen des Kniegelenks fällt aufletztere Verwundungsart die geringere Sterblichkeit, beidenen des Hüftgelenks erweist sie sich in beiden Fällengleich gross.
Soweit die Unsicherheit betreffs der Art des ver-wundenden Geschosses, welche bei vielen Wunden ob-waltet, ') ein Urtheil darüber zulässt, haben Granat-schusswunden nicht nur absolut, sondern auch verhältniss-mässig etwas seltener Gelenkaussägungen veranlasst alsGewehrschusswunden. Nach der Tabelle XIV auf S. 12im Speziellen Theile dieses Bandes waren unter 3966 Ver-wundungen der grossen Gelenke 200 = 5.i ~ nachweislichdurch Artilleriegeschosse verursacht, während die 32 inUebersicht XXXIV aufgeführten Aussägungen nachGranatschussw r unden nur 4.3 § aller 739 daselbst be-rücksichtigten Gelenkaussägungen betragen.
Gelenkaussägungen nach Mitrailleusenverletzungensind 8 mal verzeichnet (darunter nur 1 mal mit tödtlichemAusgange) und zwar unter den Aussägungendes Schultergelenks 2 ) ... 4 mal,„ Ellenbogengelenks 3 ) . . 2 „
„ Kniegelenks 4 ).....1 „ (f)
„ Fussgelenks 5 )..... 1 „
Eine Aussägung des Hüftgelenks wurde vorgenommen,nachdem 4 Gewehrschüsse den Oberschenkel getroffenhatten (Mitrailleuse?). Der Verwundete starb an Pyämie,(Siehe V. Band S. 512 No. 3.)
Eine (tödtlich verlaufene) Aussägung des Kniegelenks 6 )war durch Pistolenschuss, ebenfalls eine (geheilte) des
1 ) Vergl. Speziellen Theil dieses Bandes S. 15.
2) Siehe V. Band dieses Berichtes S. 409 No. 78, S. 419 No. 128und 130, S. 424 No. 156.
3) Siehe ebendas. S. 448 No. 1 und S. 462 No. 887.i) Siehe ebendas. S. 518 No. 2.
5) Siehe ebendas. S. 532 No. 31.
6) Siehe ebendas. S. 518 No. 6.
(Folgt Uebersicht XXXIII und XXXIV. Fortsetzung des Textesauf Seite 281.)