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tlt. Kapitel: Grössere Operationen.
Bandlll. Allgem. Thei
wundung Amputirten nahezu deckt), von 499 in Lazarethenprimär (d. h. am Tage der Verwundung und au den beidennächstfolgenden Tagen) vorgenommenen Gliedabsetzungenführten 48 ■§ zum Tode. Ausser dem, wohl vorwiegendeinflussreichen Umstände, dass von den Amputationen aufVerbandplätzen ohne Zweifel ein grösserer Theil als vondenen in Lazarethen noch am Tage der Verwundung, da-her noch bei wirklich primärem Wundzustande vorsich gegangen ist, mag in bereits länger eingerichtetenLazarethen eine bestimmte Infektion zuweilen rasch, nochvor Ausführung selbst einer sogenannten primären Ope-ration, stattgefunden, unter Umständen auch der Transportvom Schlachtfelde bis in das Lazareth den Gesammtzustanddes Verwundeten nachtheilig beeinflusst haben.
Hinsichtlich der sekundären Gliedabsetzungen wardschon früher (S. 194 und 90) darauf hingewiesen, dass diein Lazarethen des Inlandes vorgenommenen Operationendieser Art weit günstiger verlaufen als die auf dem Kriegs-schauplatze vorgenommenen. Von 925 auf dem Kriegs-schauplatze sekundär Amputirten (siehe Zeichnung 1 aufTafel III) starben 66 •£, nach 468 im Inlande ausgeführten(sämmtlich sekundären) Gliedabsetzungen nur 53 %. Da-bei kommen wohl zwei Dinge annähernd gleichniässig inBetracht: einmal die günstigeren hygienischen Bedingungenin den einheimischen Lazarethen, sodann der. Umstand,dass die auf dem Kriegsschauplatze ausgeführten Sekundär-Amputationen im Allgemeinen als die durch die schwererenVerwundungen veranlassten angesehen werden dürfen.Ziffermässig nicht zu beantworten endlich ist die Frage,welche auch allenfalls aufgeworfen werden kann, wie vielevon den im Inlande stattgehabten Gliedabsetzungen etwaerst in Folge von Verschlimmerung der Wundverhältnissedurch den Transport nothwendig geworden seien, bei Be-lassung der Verwundeten auf dem Kriegsschauplatze alsozu vermeiden gewesen wären. In dieser Beziehung kannlediglich auf die Darlegungen auf S. 91/92 dieses Bandesverwiesen werden, welche es nicht wahrscheinlich machen,dass derartige Umstände bei einer ins Gewicht fallendenZahl von Amputationen im Inlande entscheidend mitgewirkthaben.
In üblem Rufe stehen die intermediären, d. h.während des eigentlich entzündlichen Reizzustandes derWunde ausgeführten Gliedabsetzungen. Die Ergebnissederselben im Deutsch-Französischen Kriege sind lediglichgeeignet, früher damit gemachte Erfahrungen zu bestätigen.In der nachstehenden Uebersicht X finden sich die ausdem Amerikanischen und dem Deutsch - FranzösischenKriege der Zeit ihrer Ausführung nach bekannten Am-putationen in der Weise zusammengestellt, dass die inUebersicht VIII unter der Bezeichnung „sekundär" zu-sammengefassten Operationen in 2 Gruppen getheilt wurden,von denen diejenigen der einen Gruppe den Namen „se-kundäre" behalten haben, während diejenigen der anderen„intermediäre" genannt sind. Auch dabei war eine voll-
ständige Gleichmässigkeit nicht zu erreichen, insofern kAmerikaner die zwischen dem 3. und 30. Tage nachtVerwundung vorgenommenen Gliedabsetzungen alsmediäre zusammengefasst haben, während die diesembeigegebene Operationsstatistik, welche denZahlen der Uebersicht X zu Grunde liegt, die Operationsnach dem 6. Tage seit der Verwundung wochenweise aufzählt, daher die grösste Annäherung an das AmerikaniaVerfahren dann gewährt, wenn man die vom 3. bis 27. Ta»ausgeführten Gliedabsetzungen intermediäre benennt. BitVergleichsfähigkeit der Zahlen dürfte durch diesen gering«Unterschied kaum irgend merklich beeinträchtigt wert»
Die Zahlen in Längsspalte 30 der Uebersicht Xgeben, dass von je hundert der Zeit nach bekannten OHabsetzungen dem oben erörterten Sinne der Worte gemsverrichtet worden sind:
primär intermediär
12. Wtrennt,UebersKriegessen
im Amerikanischen Kriege 68.2im Deutsch - Französischen
Kriege bei den Deutschen 38.ibei den in Deutschen Sanitäts-anstalten behandelten Fran-zosen ....... 34.o
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Die verhältnissmässig so grosse Häufigkeit gerade Ja jungengefürchteten intermediären Amputationen 1870/71 ni immtlivon Neuem darauf hin, dass manche für nothwendig « fadeachtete Gliedabsetzung seitens der Deutschen Aerzte mnothgedrungen aus äusseren Gründen verschoben ward,
Die hohe Lebensgefahr, welche mit den intermediär« |MeiGliedabsetzungen verbunden ist, zeigt sich in folg)der Längsspalte 31 in Uebersicht X entnommenen Gegfüberstellung. Es starben von je hundert
primär intermediär seknndiiAm- Am- Am-
putirten putirten putirta 1überhaupt überhaupt überta|
im Amerikanischen Kriege
im Deutsch - FranzösischenKriege bei den Deutschen
bei den in Deutschen Sanitäts-anstalten behandelten Fran-zosen ....... 34.o
Von je hundert am Oberschenkel
primär intermediär seku*|
Am-putirtenim Amerikanischen Kriege 49im Deutsch - FranzösischenKriege bei den Deutschenbei den in Deutschen Sanitäts-anstalten behandelten Fran-zosen ....... 53