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III. Kapitel: Grössere Operationen.
Band III. Allge
Erster Abschnitt.Gliedabsetzungen und Gelenkaussägungen.
I. Allgemeines.
Auf der diesem Kapitel beigegebeuen Tafel I sind die3749 im V. Bande dieses Berichtes aufgeführten Glied-absetzungen und Gelenkaussägungen in der Weise bildlichdargestellt, dass daraus die Häufigkeit solcher Eingriffe anbestimmten Körperstellen und ihre Ergebnisse imVerhältniss zur Gesammtzahl der genannten Operationen undzu den durchschnittlichen Heilerfolgen ersichtlich wird. EinBlick auf diese Tafel zeigt, dass die nur selten ausgeführtenAuslösungen im Hüftgelenk (15) sämmtlich, die etwashäufigeren Aussägungen dieses Gelenkes (28) fast sämmt-lich zum Tode geführt haben, dass demnächst die (57)Aussägungen des Kniegelenkes (mit 88 % Todesfällen) amübelsten verlaufen sind und dass ausser den bisher ge-nannten Operationen nur noch die (1076) Absetzungen amOberschenkel (mit 70 § Todesfällen), die Auslösungen imKnie- und Schultergelenk (14 bezw. 119 mit je 50 £ Todes-fällen) eine über die mittlere Sterblichkeit (45 ■§■) nachsämmtlichen Gliedabsetzungen und Gelenkaussägungenhinausgehende Sterblichkeit aufweisen. Der Häufigkeitnach überwiegen weitaus die Absetzungen am Oberschenkel,welche nicht weniger als 28 £ aller Gliedabsetzungen undGelenkaussägungen bezw. 37 $ der Gliedabsetzungen alleinausmachen. Die Ergebnisse der grösseren Operationenüberhaupt werden danach wesentlich durch die Ergebnisseder Absetzungen am Oberschenkel beherrscht.
Tafel II zeigt, wie oft und mit welchem Erfolgegrössere Gliedabsetzungen und Gelenkaussägungen (d. h.mit Ausnahme derjenigen an Mittelhand und Fingern sowiean Mittelfuss und Zehen) auf den verschiedenen Kriegs-schauplätzen und im Inlande vorgenommen sind.Die in den mobilen Sanitätsanstalten um Weissenburg,Wörth und Spicheren verrichteten derartigen Ope-rationen (99 mit 52 Todesfällen) sind wegen der Kleinheitihrer Zahl 1 ) nicht besonders dargestellt, sondern in dem(hellgrünen) Streifen: „Andere Theile des Kriegsschau-platzes" mit einbegriffen, welcher ausserdem die an denEtappenstrassen ausgeführten Operationen umfasst. Von
!) Wiederholt schon (siehe z. B. vorstehend S. 86) ward erwähnt,dass nach den in unmittelbarer Nähe der Grenze stattgehabten Zu-sammenstössen bei Weissenburg, Wörth und Spicheren ein be-sonders grosser Theil der Verwundeten rasch in immobile Lazarethegelangte.
den 3259 grösseren Gliedabsetzungen und GelenkaussägimJauf welche die genannte Tafel sich bezieht, entfallen ials 74 (26 $) auf das Inland, und zwar zeigt, sich die Sta]lichkeit (43 $) nach diesen im Inlande vorgenommiOperationen niedriger als die auf irgend einem TheileiKriegsschauplatzes erreichte. Schon an andererwurde darauf hingewiesen, dass diese Thatsache aleignet ist, mannigfachen Einwendungen, zu denen die ■gedehnte Rückbeförderung der Verwundeten Anlass jhat, die Spitze abzubrechen, auch bei völligersichtigung des Unistandes, dass die auf dem Kriegssiplatze Operirten im Allgemeinen als die schwererwundeten angesehen werden müssen.
Die grösste Sterblichkeit unter den Operirlherrschte übrigens — wie ebenfalls Tafel II erkennen lalnicht in den Sanitätsanstalten um Metz, obwohl daseWlmeisten Verwundeten sich anhäuften und die meistenäfrationen (618) stattfanden, sondern an der Loire, nidie Zahl der in Rede stehenden Operationen (374) rgrösser war als auf irgend einem anderen Theile IKriegsschauplatzes, mit Ausnahme der Gegend um Maber doch erheblich hinter der eben genannten Zahllum Metz vorgenommenen zurückblieb. Ein VergleiclJdiesem Kapitel beigegebenen Tafeln IV und V)Tafel C zu S. 100 des IL Bandes dieses Beriete«des Weiteren, dass die Unterschiede der Sterblichkeiti|den Operirten aus Schlachten auf bestimmten Gel«des Kriegsschauplatzes zwar nicht durchweg parallelmit den Unterschieden der Sterblichkeit unter den iliehe Behandlung gelangten Verwundeten überhaupt'
») Vergl. vorstehend S. 90 und 79.
2 ) Die Zeichnungen auf Tafel V beziehen sich auf alle •betreffenden Theile des Kriegsschauplatzes Verwundeten, dielnungen 1 bis 7 auf Tafel IV hingegen nur auf die OpferGeneralstabswerke als „Schlachten" bezeichneten, verlast«Zusammenstösse. Ergänzt wird Tafel V durch ZeichuungJTafel VI. — Wie ausserordentlich verschieden die Operation^nisse in den einzelnen Lazarethen (bezw. Etablirungsorten 1 "1dem nämlichen Operationsgebiete gewesen sind, erhellt aus Tab« 1 *!(8. 111* ff.) der Operationsstatistik. Ueberhaupt findet sicKfweitergehende Detaillirung der auf den Tafeln II, IV und »jdargestellten Verhältnisse in den Tabellen XXIV bis XXX^jnannten Statistik.