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3. Chirurgischer Theil A (1890) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Allgemeiner Theil
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II. Kapitel: Wundkrankheiten.

Band III. Allgem. Thdll

Praktisch vorzugsweise wichtig erscheint die Frage,ob eine Nervenverletzung oder Nervenreizung beieiner erheblichen Anzahl Tetanischer nachweisbar war, undob Entfernung derartiger Reize den Verlauf der Krankheitsichtlich beeinflusst habe. Diese Frage muss verneintwerden. Dafür, dass so selten von einer Nervenverletzunggesprochen wird eingehend geschieht es nur in derKrankengeschichte auf S. 1188 No. 234, kann man zwarohne Weiteres die Ungenauigkeit der Darstellungen undden Umstand verantwortlich machen, dass Nervenverletzun-gen sich häufig der Beobachtung entziehen, sobald siekleinere Aeste betreffen. Aber auch die Fälle, welche zulehren scheinen, dass Entfernung reizender Körper vongewissen Nerven den Verlauf günstig beeinflusst hat, sindnicht unzweideutig. S. 936 No. 83 wird berichtet, dassnach Entfernung eines Bleistückchens, welches der Scheidedes rechten Ellennerven anlag, der Wundstarrkrampf unterBehandlung mit Chloral und Morphium allmälig geschwundensei. Es ist klar, dass der medikamentösen Behandlungmit grösserer Wahrscheinlichkeit als der Operation dieBesserung zugeschrieben werden kann, zumal letztere all-mälig eintrat. Ein vorübergehendes Nachlassen der Er-scheinungen erzielte die Entfernung eines scharfen Knochen-splitters unter Chloroformbetäubung im Falle S. 964 No. 271.Auch hier war wohl das Chloroform die Hauptsache. Inden Fällen S. 979 No. 376, S. 980 No. 379, S. 980 No. 380(Ausschneiden eines 1V- J cm langen Stückes des Ellennerven)und S. 982 No. 388 hatte eine derartige Operation garkeinen Erfolg, wie sie auch im Falle S. 1104 No. 471, ob-wohl frühzeitig ausgeführt, den Eintritt des Tetanus nichtzu verhindern vermochte.

In dem schon oben erwähnten Falle S. 1188 No. 234wurde die Sektion gemacht. Man fand bei einer Unter-schenkelverwundung einen grösseren Splitter, der auf dasuntere", also periphere Ende des zerrissenen vorderenSchienbeinnerven drückte. Das Nervenende (jedenfalls istdas centrale gemeint) tauchte in eine völlig zerrissene,mit Knochen- und Bleitheilen durchsetzte Gewebsmasse

ein. Es ist dies die einzige Krankengeschichte, in welclaeine genaue Beschreibung der Wunde vorliegt. AberLheisst darin, dass der Knochensplitter auf das peripheJNervenende gedrückt habe. Die Annahme, dass TerajJder Schleifenbildung peripherer Nerven, insbesondere!sensiblen, auch vom peripheren Ende eines zerrisse*Nerven aus Reize das Centralorgan erreichen und Starr-Ikrampf erzeugen könnten, ist zwar theoretisch luuüiiJkann sich jedoch nicht auf analoge Thatsachen stützen.

Sonach wird die Theorie, dass der Tetanus durdReizung peripherer Nerven entstehe, durch die KranieJgeschienten des Speziellen Theiles nicht bekräftigt.

Es sei noch bemerkt, dass die LeichenöffnungtJTetanischer ausser Blutfülle des Gehirns (welche etaigut Folge wie Ursache des Wundstarrkrampfes sein ka:. Inichts Charakteristisches ergaben.

Was die Muskelgruppen angeht, in welchen IKrämpfe beginnen, so lassen die Beobachtungen des Speziell! ITheils auch hierin kein ausnahmslos gültiges Gesetz erkennet!Meist beginnt die Starre allerdings in den Kaumuskeln!Vielfach wird über den Beginn nichts berichtet. ZuweileJist es der verwundete Körpertheil, in welchem die Kwini:!zuerst auftreten, z. B. in dem Falle S. 936 No.welchem schon die Rede war, ferner S. 1061 No. 247Es handelt sich bei letzterem Kranken um einenbrück des linken Oberschenkels. Die Krämpfe tral Idem verwundeten Gliede auf, so dassdas untere Brui4|stück die Haut zu durchbohren drohte". Ein anderes!S. 1189 No. 235, stellten sich zuerst Krämpfe in der Nund Rückenmuskulatur ein.

Die Behandlung, welche immer in Darreichung nar|kotischer Mittel bestand wenigstens wird immer daberichtet, so oft sie überhaupt erwähnt wird war,«schon angedeutet, in der weitaus grössten Zahl der Ferfolglos. Einmal (S. 973 No. 336) schritt man, naehdeui IOpium, Curare und Bäder erfolglos geblieben waren, zileiner elektrischen Behandlung, unter welcher dergenas.