im l III. Allgem. Theil.
III. Abschnitt: Pyärnie und Septicämie.
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Wenngleich dahingestellt bleiben muss, ob es
in allen diesen Fällen wirklich um pyämische bezw.
ieämische Infektion gehandelt hat, so kann doch im
liiiUick auf einen Theil dieser Krankengeschichten nicht
ohl bezweifelt werden, dass Heilungen nach aus-
gprochenen Erkrankungen solcher Art ausnahmsweise
»ttgefunden haben. 1 )
H., vom Grenadier-Regiment Prinz Carl von Preussen, Brandenburgisches) No. 12, erhielt am 6. August 1870 beipicheren einen Schuss, der dicht vor der rechten Ohrmuschelnruittelbar über dem Jochbogen eindrang und hinter demJarzenfortsatze derselben Seite austrat. In dem Eiter, der in(ichlicher Menge aus dem Gehörgang und der hinteren Wundeksst, befinden sich viele kleine Knochensplitter. Auf dem■rzenfortsatz wird eingeschnitten, auch hier entleeren sichiochensplitter. H. bekommt bald nach seiner Aufnahme am, August hohes Fieber mit unregelmässigen starken Nach-ten, wiederholte unregelmässige Schüttelfröste mitfolgen-Schweissen, es treten Erscheinungen von rechtsseitigerjustfellentzündung auf, sowie reichlicher, die Anwesenheitibolischer entzündlicher Herde nachweisender Auswurf.Klopfen und Horchen ist eine lobäre Verdichtung nichtbweisbar. Es tritt ein Eiterherd am linken Unterschenkeljede nachweisliche örtliche Ursache hinzu, die Eiterung| Kopfe nimmt eine jauchige Beschaffenheit an, kurz, H.et 14 Tage hindurch die deutlichsten und unzweifelhaftesten»mischen Erscheinungen dar. Nach dieser Zeit wiederholendie Schüttelfröste nicht, das Fieber nimmt allmälig ab, die1 gesunkenen Kräfte heben sich schnell. Am 14. NovemberH. vollständig geheilt entlassen. (Vergl. Goltdammer,^iner klinische Wochenschrift 1870, S. 140.)
2. C. M., Gefreiter, verwundet am 1. September 1870Granatsplitter: Links neben dem Ohre ist ein Theil derpchtheile nebst einem Stück Knochenhaut abgerissen. Nachfcerwindung einer leichten fauligen Infektion, die sich«h Schüttelfrost und jauchige Umwandlung der Wund-jeigkeit ankündigte, nahm die Wunde wieder ein normalesBehen an und heilte rasch, nachdem sich vom Schläfenbein
blattdünner Knochensplitter von kaum Groschengrösse ge-| hatte. (Yergl. Spez. Th. dieses Bandes, S. 44 No. 27.)
I S. C. P., vom 1. Nassauischen Infanterie-Regiment No. 87,"'eissenburg am 4. August 1870 durch einen Schuss insjeht verwundet u. s. w. (siehe vorstehend S. 44/45).
4. R., vom 1. Badischen Leib-Grenadier-Regiment No. 109,am 30. Oktober 1870 bei Dijon einen Schuss durch das*nt, welcher den linken oberen Augenhöhlenrand zer-ketterte, den zugehörigen Augapfel zerstörte. Hie Kugell.tiber dem Augenbrauenbogen ein, drang nach unten in die>nhöhle, zertrümmerte den Augapfel und trat dann, naeh-: noch der harte Gaumen durchschlagen war, an der innerendes Unterkiefers, nahe der Halsschlagader, nach aussen.
oung des Facialis, Schiefstand des Zäpfchens und derfee, Schwachhörigkeit auf dem linken Ohre Hessen an einen
i') Vergl. hierzu die über Heilbarkeit der Pyärnie in der Sitzung
' Freien Vereinigung der Chirurgen Berlins vom 13. Mai 1889
gehabte Erörterung. (Berliner klinische Wochenschrift 1889
L ». 505—507.) — Ans dem Amerikanischen Rebellionskriege
al and surg. history u. s. w., Part III, surg. vol., p. 859)
unter 2818 Erkrankungen an Pyärnie und Septicämie 71 Heilungen
otet.
Bttta-Bericht über die Deutschen Heere 1870/71. III. Bd. Allgem. Theil.
Bruch des Felsenbeins denken. Während der ersten 14 Tageder Behandlung kam R. sehr herunter, die Kräfte verfielen, esstellten sich pyämische Schüttelfröste ein; es wurde als-dann eine Ortsveränderung, Verlegung in eine andere Abtheilung,mit ihm vorgenommen, und das Allgemeinbefinden besserte sich.Aus der Eingangsöffnung stiessen sich einige Knochensplitter ab,und bei der sechs Wochen nach der Verletzung stattfindendenRücksendung des K. war die Austrittsöffnung der Kugel, sowieauch das Loch im harten Gaumen völlig vernarbt. Bei einerEnde September 1871 vorgenommenen ärztlichen Untersuchungwar das Allgemeinbefinden ein gutes; das Sehvermögen seinesrechten Auges angeblich etwas geschwächt. (Vergl. Spez. Th.dieses Bandes, S. 101, No. 1 und v. Beck.)
5. L. P., Füsilier, verwundet am 23. Dezember 1870 beiAmiens: Schussbruch des Unterkiefers. Am 31. Januar 1871entstand schwere Pyärnie: Schüttelfröste, hohes unregel-mässiges Fieber, Gelbfärbung, Durchfälle und Brustfellentzün-dung. Chinin. Nach 10 Tagen Besserung; langsame Genesung.(Vergl. Spez. Th. dieses Bandes, S. 148 No. 19.)
6. Soldat. Am 29. Oktober 1870: Sturz 20 Fuss tief aufSteinpflaster. Lange Ohnmacht. Sternförmige Lappenwundean der linken Stirnseite, in welcher der Knochen freiliegt. Blutaus Nase und linkem Ohr, starke Schwellung der Augenlider,besonders links, Erguss unter der Augapfel-Bindehaut. StarkeKopfschmerzen. Im weiteren Verlauf gute Eiterung und Granu-lationen. Allgemeinbefinden nur durch starke Kopfschmerzengestört. 15.November. Starker Schüttelfrost. Chin. sulph.16. November. Schüttelfrost. Bedeutende Schwellung undSchmerzhaftigkeit von Leber und Milz. Der Frost kehrte nichtwieder, Leber und Milz nahmen wieder normale Grenzen an,kein Kopfschmerz, guter Appetit. Entfernung eines beweglichenKnochenstücks aus der Wunde. Bei der Ueberführung am13. Dezember war diese nahezu vernarbt. (Vergl. Kirchner.)
7. M. W., Füsilier: Durchbohrender Brustschuss am31. August 1870. In der zweiten Woche wird die Eiterungstärker, übelriechend und blutig wässrig; besonders reichlichbei tiefer Einatbmung und Hustenstössen. Am 16., 17. und18. September drei Schüttelfröste. „Ausspülung der Brust-höhle mit 1 prozentiger Karbolsäurelösung beseitigt die Gefahrder drohenden Pyärnie." Geheilt. (Vergl. Spez. Th. dieses Bandes,S. 451 No. 97.)
8. H. T., Soldat: Durchbohrender Brustschuss am18. August 1870. Im Anfang massenhafte übelriechendeEiterung; hohes Fieber mit Schüttelfrösten. Nach Ent-fernung einzelner Knochentheile des Schulterblatts vermindertensich die Eiterung, der Auswurf, der Husten und das Fieber.Anfang Dezember 1870 geheilt. (Vergl. Spez. Th. dieses Bandes,S. 506 No. 52.)
v. J. K., Grenadier: Durchbohrender Brustschuss mitRippenbruch am 16. August 1870. Oktober: übelriechendeEiterung, wiederholte Schüttelfröste bei hohem Fieber.Ausspülungen, Entfernung von Knochensplittern. Im Juni mitFistel in die Heimath zurückbefördert. (Vergl. Spez. Th. diesesBandes, S. 510 No. 61.)
10. C. H., vom 4. Brandenburgischen Infanterie-RegimentNo. 24 (Grossherzog von Mecklenburg-Schwerin), verwundetam 16. August 1870, aufgenommen am 20. August (Ottweiler).Diagnose: Splitterschussbruch des linken Oberarmknochens inder Gegend des Schultergelenks mit vorderer Eintritts- undohne Austrittsöffnung. Am 25. August: Schüttelfrost mitnachfolgender Hitze. Starke Schwellung des Fuss-
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