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3. Chirurgischer Theil A (1890) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Allgemeiner Theil
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II. Kapitel: Wundkrankheiteu.

Band III. Allgem. Tkil

Billroth spricht sich über die Frage, ob die pyämischeIntoxikation die Spätblutungen sowohl wie die Blutungenaus Unterbindungsstellen begünstige, folgendermaassenaus:Auf die Derbheit der Arterienwände übt dieselbewohl keinen Einfluss, auch wird sie die Thrombenbildungnicht hemmen; denn diejenigen, welche der Pyohämiehier einen Einfluss auf die Nachblutungen zuschreiben,halten meist die ausgedehnten Venenthrombosen (die ichin den meisten Fällen als Folge einer Periphlebitis be-trachten möchte) gerade auch für Folge der Pyohämie.Doch ich kann von meinem Standpunkte zugestehen, dassdie Pyämie die Erweichung und den Zerfall einesThrombus begünstigen wird, denn fast alle junge patho-logische Neubildung nimmt unter dem Einfluss dieser In-toxikation den Charakter des Eiters an; ferner dass dieunter Einfluss der Pyämie zusammengefallenen schlaffenGranulationen wenig geeignet zum endgiltigen Schluss derGefässe sein mögen, zumal bei mangelhaftem oder ganzfehlendem Thrombus."

5. Veränderungen an den Wunden.

Die Erscheinungen an den Wunden selbst sindgelegentlich der Erörterung der ursächlichen Verhältnissezum Theil bereits besprochen worden; es genügt, an dieserStelle auf dieselben kurz zurückzukommen.

Bei einem Theile namentlich der Schwerverletzten undAmputirten entwickelten sich Oedeme mit hellbraunröth-licher Verfärbung der Haut im Verlaufe der Gefässe, allmäligwurden die ganzen Gliedmaassen ergriffen und infiltrirt.In anderen Fällen, wo die anatomische Beschaffenheit derverletzten Stelle, die Art der Wunde, auch der völligeAbschluss durch den Verband dies begünstigten, entstandendurch Zurückhaltung von Blut und Wundabsonderung heftigeEntzündungen, dann rasch vorschreitende Eiterungen,welche die Gewebe weithin abhoben und zum Absterbenbrachten, schliesslich grosse Eiter- uud Jauchehöhlen.In den Gefässen kam es zu Gerinnselbildung, Ent-zündung der Gefässwände und zu eitrigem Zerfall derThromben, in den Knochen zu entzündlichen Vorgängenim Knochenmarke. In anderen Fällen, welche von vorn-herein einen günstigen Verlauf nahmen, wo die abgestor-benen Gewebstheile sich abstiessen, bei guter Eiterung-gesunde Granulationen hervorschossen, die Benarbung be-gann, die Wunden der Heilung nahe kamen, kündete dieInfektion, die in jedem dieser Stadien auftrat, sich andurch plötzliche Wundentzündung, Wundrose, Lymphgefäss-entzündung, faserstoffigen Belag. Die Granulationen wurdenwelk, blass, zeigten kleine Blutungen oder schmutzig-eiterigeAuflagerungen. Klebs beobachtete unter diesen nach ihm

theils aus Eiterzellen theils aus Faserstoff bestehenden rgenen Häuten Zooglaeamassen und Auflösung der oberflaJliebsten Gewebsschichten durch dieselbe.Auf grössereifreiliegenden Granulationsflächen", schreibt er, erkennt ndie Stellen, an denen dasMicrospor.sept. wuchert und denZc|fall des Gewebes herbeiführt, an dem Entstehen kleiner mlieber Lücken in der oberflächlichen Faserstoffschicht, welcJleicht bluten; vorzugsweise entstehen dieselben an solctJStellen, zu denen die Reinigungsflüssigkeiten nicht gehoiifgelangen können, unter überhängenden Hauträndern,den Ecken zwischen Knochen und Granulationen, untejDrainageröhren oder anderen eingelegten Fremdkörper»überall da, wo enge Ausbuchtungen vorhanden sind, deren!halt unter keinem hohen Drucke steht, dagegen aber andlwegen seiner Adhäsion nicht leicht durch einen Flüssakeitsstrahl entfernt werden kann." Der Eiter vermelnjsich, änderte seine rahmige in dünnflüssige Beschaffen!«sein Aussehen und seinen Geruch. Während des Besteder Infektion nahm die anfangs vermehrte Eiterung Inwieder an Menge ab und wurde gegen den Tod hinspärlich. Zeitweise, während der Fröste namentlich, r|schienen die Wunden wie ausgetrocknet. Schüllerdas glatte Aussehen der Granulationsfläche, die trübe, irothe Färbung, die spärliche, dünne Absonderung, diea|häufige Vorkommnisse an den Wunden Pyämischerachtet wurden, nicht für der Pyämie eigenthürnliche Teländerungen, sondern sieht in ihnen die Wirkung des Froafauf die Granulationsfläche, beruhend auf einer Zusamt«ziehung der darunter befindlichen Gefässe. Bei anderweit;:'!begründeten Frostanfällen sollen nach ihm ganz glErscheinungen vorkommen. In einem weiteren Theile vtlFällen blieben auch diese Veränderungen aus, und älWunde zeigte, obwohl die pyämische Infektion fortsei* Iselbst bis gegen das tödtliche Ende hin nur unwesentlich!oft gar keine Anzeichen der schweren AllgemeinerkrankMAus dem Reservelazareth zu Sprottau wird ein Fall 1*1richtet, wo die Wundheilung trotz bereits ausgebrochenPyämie fortsebritt, die Wunde sich vollkommen seiund dann erst unter Wiederausbruch der Fröste der Toierfolgte. Eine ähnliche Beobachtung machte Klebs «Izieht aus derselben den Schluss, dass die in eineeingewanderten Keime des Microsp. sept. sich auch nacVerschluss der oberflächlichen Theile in der Tiefe weit«|entwickeln und dort Eiterung hervorrufen können.

Betreffs des Verhältnisses von Pyämie und Septicanizu Wundrose, Hospitalbrand, akut purulenteilOedem siehe vorstehend Seite 107, 128 und 133/134,a|wie nachstehend Seite 185 ff.