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3. Chirurgischer Theil A (1890) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Allgemeiner Theil
Entstehung
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nd III. Allgem. Theil.

III. Abschnitt: Fyämie und Septicämie.

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lese Fälle in der Thrombenerweichung die gleiche Ursache

per.

Klinische Beobachtungen sowie die Sektionsbefundei Feldzuges 1870/71 ergeben indessen, dass auch Phlebitisnd Thrombose, wennschon sie in einer grossen AnzahlIn Fällen bestanden und häufig als Eingangspforte derifektion, nicht selten als Ausgangspunkt der Metastasen^gesprochen werden konnten, als nothwendig für die Ent-jcklung der Pyämie nicht anzusehen sind, denn nichtuz selten wurden pyämische Eiterherde in den verschieden-en Organen aufgefunden, ohne dass Phlebitis und Venen-rombose vorhanden waren.

So fand Klebs in 28 Fällen mit keilförmigen Herden

Lungen 12 mal keine Venenthrombose, 13 mal Throm-een der von dem verletzten Theile kommenden Venen

3 mal solche anderer Venenstämme. Da in einer nichtringen Anzahl dieser Beobachtungen die Untersuchung sopgehend vorgenommen wurde, dass mit Sicherheit daseibleiben derjenigen Theile des Venensystems angenommenirden konnte, in welchen vorzugsweise Thromben ent-Behei), so kommt er auf Grund dieses Befundes zu deinebniss, dass die Entstehung eitriger Herde in denpgen nicht selten unabhängig von Venenthrombose statt-ndet.

Eine Infektion der Blutmasse durch unmittelbare Auf-hme der Infektionsstoffe in die eröffneten Gefässe, wieLuecke mehrfach nach Anfressung von Venen beob-fctet hat, ist im Allgemeinen wohl als ein seltener Vor-pg anzusehen. Mit dem besten Rechte mag er da an-kommen werden, wo die septische Infektion in kürzesterlit nach der Verletzung auftrat und eben nur aus dernittelbaren Aufnahme der Infektionsstoffe in die zer-isenen Lymph- und Blutgefässe zu erklären war.

In der Kegel erfolgt die Infektion mittelbar, so zwar,

die Ansteckungsstoffe in die geschlossenen Blut- undnpkbahnen eindringen.

Zur Zeit des Feldzuges wurde dieser Vorgang ganz all-iiein als ein Aufsaugungsprozess und ein fauliges oderIriges Gift als das schädliche Mittel angesehen. Dieich Gährung und Fäulniss veränderte Wundabsonderung,[wurde angenommen, entfaltete in verschiedener Richtungentheilige Wirkung. Sie konnte einmal, namentlich unterlelwidrigen Druckverhältnissen durch die Safträume desIdegewebes, durch die Lymph- und Blutgefässe in daspt aufgenommen, unmittelbar schädlich werden, oder sieRrkte in den Venenthromben, sowohl solchen, welcheMan nach der Verletzung, als solchen, welche erst in

Folge der Einwirkung der fauligen Absonderung auf dieGefässwandungen entstanden waren, eitrigen Zerfall undführte so mittelbar durch zerfallene Thrombusmassen demBlute verderbliche Stoffe zu.

Nicht gleiche Uebereinstimmung herrschte in der Er-klärung der Metastasen. Da in einer Anzahl von Fällenmit metastatischen Herden in den Lungen der Nachweisder Embolie erbracht worden war, waren Viele geneigt,fast ausschliesslich embolische Vorgänge für die Metastasen-bildung verantwortlich zu machen. Andere dagegen nahmen,weil es nicht anging, die Entzündung der serösen Häute,der parenchymatösen Organe, der Gelenke in gleicher Weisezu erklären, eine allgemeinentzündliche Disposition undden entzündlichen Reiz der veränderten Blutbeschaffenheitals Ursache an.

Bei solchem Auseinandergehen der Meinungen warendie von Klebs in den Kriegslazarethen zu Karlsruhe ge-machten Beobachtungen und die auf Grund derselben aufge-stellte Lehre vom Mikrosporon septicum von besonderemInteresse. Zwar hat die neue Lehre, welche sämmtlicheseptischen und pyämischen Prozesse einheitlich durch die Ein-wirkung parasitärer Organismen zu erklären versuchte, weilsie sich namentlich vom klinischen Standpunkte aus nicht inallen Folgerungen als haltbar erwies, in der von Klebs ge-wollten Ausdehnung nie allgemeine Anerkennung zu findenvermocht, aber sie ist doch entschieden bahnbrechend ge-wesen für die heutige Auffassung der Wundinfektionskrank-heiten und hat vor Allem Licht gebracht in das dunkleGebiet der Metastasen.

Klebs wies nach, dass die Entzündungen der serösenFlächen sich nicht immer durch dieeinfache Reiztheorie"erklären lassen, und bewies an dem 126. Falle seinerLeichenöffnungen, dass die Mikrospuren aus Eiterherden inder Nähe seröser Höhlen durch die Gewebe in die letz-teren eindringen und daselbst nach dem Ablauf aller örtlichenReizungserscheinungen neue Entzündung und Eiterung her-vorrufen. Er zeigte ferner, dass die eitererregende Ursachedurch die Lungen hindurchging, ohne in denselben Spurenihrer Wirksamkeit zurückzulassen, und dass sie erst jenseitsdes Lungenkreislaufs in den Organen des grossen KreislaufsSekundäreiterherde zu Stande brachte; er wies nach, dassdie sekundären, herdweisen wie ausgebreiteten Entzündungennicht immer auf dem Wege gröberer Embolie zu Standekommen, und gab schliesslich die Belege für den parasitärenCharakter der Affektion. Bei Erörterung der Sektions-befunde wird auf diese Darlegungen von Klebs noch ein-gehender zurückgegriffen werden.