od III. Allgera. Theil.
III. Abschnitt: Pyämie und Septicämie.
147
eben in dem Reservelazareth von 873 Verletzten
| 74 Todesfällen 5 wohl meist bei Sedan Verwundete.
In den Barackenlazarethen bei Aachen wurden
28 Todesfällen 10 durch Pyämie herbeigeführt. Ein
sses Kontingent zu denselben stellten die vom 6. bis
September 1870 aufgenommenen Schwerverwundeten
den Schlachten von Beaumont und Sedan, welche
einem bedeutenden Theil bereits mit Pyämie behaftet
r sonst in trostlosem Zustande ankamen. 1 ) Ein weiterer
eil kam auf Rechnung der Septicämie. Nur einer der
Pyämie Erkrankten — Resektion des Ellenbogengelenks
wurde gesund.
Im Krankenhaus zu Barmen endete ein Verwundeter
Schussbruch des Handgelenks aus der Schlacht bei
icheren nach Auslösung des Unterarms 6 Tage nach
Operation am 27. August 1870 durch Pyämie. Ein
teiter mit gleicher Verletzung wurde am 27. September,
ihdeni Schüttelfröste vorhergegangen, amputirt und starb
8. Oktober pyämisch.
In dem Marienhospital zu Burtscheid gingen vomust bis November von 41 Verwundeten 9, meist miteschüssen, auf dieselbe Weise zu Grunde.Das Marienhospital zu Köln büsste ein an Pyämie:August einen Mann mit Schuss in den Nacken undmung eines Armes, im September zwei, einen mitgewebseutzündung der Hand und des Unterarms nachichmetterung eines Pingers, und einen mit Grauat-ümmerung des Schultergelenks; an Septicämie im
er einen durch Schuss in die Hüfte Getroffenen.In den vier Reservelazarethen zu Düsseldorf, welche(der Infanterie - Kaserne, der Artillerie - Kaserne, derren-Kaserne, auf dem Gute Neuhof und im Gasthofvon Preussen eingerichtet waren, wurden gegenManu behandelt. Darunter befanden sich 2647 Ver-idete (1423 Deutsche, 1224 Franzosen). Auf 125 Ge-hene entfielen 66 (21 Deutsche, 45 Franzosen) Ver-dete, bei 46 derselben war Pyämie und Septicämie dielesursache.
Von August bis Oktober kamen weiterhin in Hanau
^gesprochene Fälle pyämischer Erkrankung vor, davon
7 tödtlich verlaufen und 7 geheilt. Bei keinem der
teilten, unter denen sich 5 Gelenkschüsse (1 des Knies,
sr Hand, 3 des Fussgelenks befanden), wurde die Ampu-
n nöthig. Im Januar wurden angeblich noch einmal
wundete von Pyämie befallen und geheilt.
Im Vereinslazareth zu Wiesbaden starben an Pyämie:
ugust 1 Verwundeter mit Schusswunde der Hüfte; im
tember 8 Operirte; im November 1 Mann mit Schuss
e linke Schulter; im Dezember, nachdem mit einem
sport Schwerverwundeter Mehrere infizirt angekommen
n, 1 Verwundeter mit brandigem Schussbruch des Fuss-
am 3. Tage nach der Aufnahme; im Januar 6,
ttob
aar
lA
enks
f) Vergl. hierzu vorstehend S. 84.
darunter 4 mit Schussbrüchen des Oberschenkels und 1 mitSchussbruch des Arms; im April 2 (1 mit Doppelampu-tation der Unterschenkel und 1 mit Schusswunde des Ober-schenkels).
In den Lazarethen zu Haidhausen und Oberwiesen-feld (bei München) erschien Pyämie nur ganz vereinzelt.
In dem neu erbauten Dienstboten-Krankenhause zuEsslingen in Württemberg, welches 18 Zimmer zu je 2bis 3 Betten enthielt, wurden 64 Verwundete behandelt;unter denselben traten 9 Fälle von Pyämie auf; nur 2 derBefallenen (1 mit Knochenschussbruch des Schienbeins und1 mit Zersplitterung des Oberschenkels) starben.
Das Ludwigsburger Reservespital bestand aus dreiAbtheilungen: dem Barackenspital mit 12 Baracken zu20 Betten, dem Zeltspital mit 30 Zelten zu 4 bis 6 Bettenund der Marstall-Kaserne, deren Zimmer frisch getünchtund mit Oelfarbe gestrichen waren. Pyämie und Septi-cämie gelangten nicht zu epidemischer Verbreitung; diemeisten an diesen Infektionen Gestorbenen litten anKnochenverletzungen der schwersten Art. Es starben anSepticämie 4, an Pyämie 13, gleich 43.5 § der Gesammt-sterblichkeit und 5 § der Gesammtzahl der Verwundeten.Ein aufgegebener Mann mit Schussbruch des linken Ober-arms mit häufigen Schüttelfrösten wurde geheilt.
Aus dem Reservelazareth zu Schwetzingen, demverhältnissmässig grössten Lazarethe Badens, in welchem930 Schussverletzte mit 53 Todesfällen behandelt wurden,berichtete Schinzinger 2 tödtlich verlaufene Fälle vonSepticopyämie (1 Schusswunde der linken Hinterbacke,1 Lochschussbruch des linken Schienbeinkopfes) und 27durch Pyämie bedingte Todesfälle, gleich 2.o {[ der imLazareth behandelten Schussverletzungen.
In den in Karlsruhe unter Socin's Leitung stehendenReservelazarethen waren unter 84 Todesfällen 72 durchSepticämie und Pyämie bedingt. Darunter ereigneten sicheinige nach Weichtheilschüssen mit Gefässverletzung. Inzwei Fällen ausgesprochener Pyämie wurde einmal durchAbsetzung des Oberarms, das andere Mal durch hohe Ober-schenkelamputation das Leben erhalten.
Aus den Barackenlazarethen Mannheim, Heidel-berg und Karlsruhe berichtete Lossen über 28 Todes-fälle durch Pyämie.
In den Lazarethen zu Greifswald, Köthen, Bern-burg, Halberstadt, Osnabrück, Naumburg, Quedlin-burg, Sagan, Neuwied, Benrath, Diez, Meiningen,Weimar, Gotha betrug die Anzahl der pyämischen Ver-wundeten im September insgesammt 35; alle 35 starben.
Eine oberflächliche Scbeitelbeinverletzung durch Granat-splitter führte in demselben Monat 6 Wochen nach derVerletzung im Garnisonlazareth zu Stargard durch Pyämieden Tod herbei.
Das Lazareth zu Halle hatte im September 14, imOktober 6 Todesiälle in Folge pyämischer Wundinfektion;dieselben ereigneten sich sämmtlich nach Schussbrüchen.
19*