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3. Chirurgischer Theil A (1890) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Allgemeiner Theil
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II. Kapitel: Wundkrankheiten.

Band III. AUgem.'

ein am Ellenbogen Resezirter und im Januar, 9 Tage nachder Operation, ein am Oberschenkel Amputirter an Pyämieuntergingen.

Vom II. Bayerischen Armeekorps waren das 2. Auf-nahms-Feldspital zu Versailles, das 3. zu Igny, das 12.zu Verrieres le Buison etablirt, das 8. in Antony undMassy. Das Aufnahms-Feldspital No. 12 behandelte in derZeit von Anfang Oktober bis 11. März 1871 71 Schuss-verletzungen und erwähnte ausdrücklich das Fehlen vonPyämie. Alle diese Feldspitäler zusammen gaben ihrenVerlust an Todten auf 52 an, darunter 22 als durch Pyämie,2 durch septische Knochenmarkentzündung bedingt.

7. Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Auf dem südöstlichen Kriegsschauplatz wurden in den10 dem XIV. Armeekorps zugetheilten Feldlazarethen, nebstdem 10. Feldlazareth des VIII. Armeekorps und den Kriegs-lazarethen des Lazareth-Reservepersonals zu Kork, Epinal,Masmünster und Altkirch, im Ganzen 7182 Verwundetebehandelt. Von diesen starben 617 = 8.59^, darunter 304,also nahezu die Hälfte, an Pyämie und Septicämie.

Aus dem 1. liegt die Angabe vor, dass während seinerEtablirungszeit zu Gunstett trotz vieler Schussverletzungensich nur vereinzelte durch Wundinfektion bedingte Er-krankungen ereigneten. Ebenso kamen in dem 2., welches bisOktober 1870 zu Brumath 216 Verwundete versorgte, nurselten Fälle von Pyämie vor; auch aus der späterenThätigkeit im Oktober zu Markolsheim und im Januarzu Giromagny wurden nur 2 Todesfälle an Pyämieberichtet; der eine davon betraf einen wegen Schussbruchdes Oberarms Amputirten, der nahezu geheilt war. Betreffsder übrigen Lazarethe kann nur im Allgemeinen gesagtwerden, dass in einzelnen, welche namentlich währendder Belagerungen viele Schwerverwundete aufnahmen, dieZahl der Pyämischen doch nicht die Hälfte der Sterbe-fälle erreichte, in anderen dagegen bis zu zwei Dritttheilenstieg. Zu den schwerer betroffenen gehörten das 8., inwelchem zu Gray 1 ) besonders im Januar Pyämie undSepticämie heftig wüthete, und das 5. Feldlazareth, welchesunter den ungünstigsten Verhältnissen 3 Monate lang zuDijon 2 ) wirkte, daher vorzugsweise viele Verwundete anPyämie verlor. Im Februar wurde es vom 5. FeldlazarethIL Armeekorps abgelöst. Mit der danach allmälig er-möglichten dünneren Belegung und der in Folge dessendurchführbaren Absonderung der Erkrankten und besserenReinlichkeit minderten sich die Fälle von Pyämie und bliebenvon Anfang März gänzlich aus.

Das 6. Feldlazareth VII. Armeekorps nahm im Februar(aus Chätillon sur Seine?) einen pyämisch infizirtenSchuss-bruch des Oberarms auf. Fünf Tage später erlag der Ver-

1 ) Vergl. I. Band dieses Berichtes, S. 184.

2 ) Vergl. ebendaselbst, S. 185 und 190.

wundete. Das 12. Feldlazareth II. Armeekorps blieb wähndes Januar und Februar zu Mouchard 1 ) frei von TfJkrankheiten. Erst in Pontarlier 2 ), wo in FolgefAnstrengungen des Winterfeldzuges viele Verwundete!Leben liessen, kamen vereinzelte Fälle von SepticämielBeobachtung, während Pyämie mit Sicherheit nicht]gestellt wurde.

Das nach der Einnahme von Strassburg aeingerichtete Garnisonlazareth theilte 9 ErkrankungenPyämie mit: im November je einen Fall von Schusskrdes Oberschenkels und des Wadenbeins, im JanuarFall von Fleischschuss des linken Oberschenkels, im Feeinen Schussbruch des rechten Oberarms zugleich I2 Streifschüssen am Hinterkopf und linken Unterscheijeinen Fall von Spaltbruch der rechten Stirnbeinlijdurch Hieb mit Faschinenmesser, einen Fall mit ScHdurch das Fussgelenk, einen Fall mit Fleischwunda|beiden Waden, der gleichzeitig typhöse Erscheinmaufwies, im März einen Fall von Fingerverletzung|linken Hand, einen Fall von Verstauchung des linkenl|gelenks und Quetschung des linken Rollhügels mitifolgender heftiger Entzündung und Eiterherdbildung.

8. Nördlicher Kriegsschauplatz.

In Amiens 3 ), der reichen und gut gebauten >ilagen die Verhältnisse für die Krankenpflege günstig. 13. Feldlazareth VIII. Armeekorps, im Museum 111Bibliothek in sehr weiten luftigen Räumen aufgesclhatte nur 2 Verluste an Sepsis. Am 5. Dezember,13. Tage nach der Verletzung, starb G. H., beiwegen Zerschmetterung des Fusses Professor BusclJdem Schlachtfelde die Amputation nach Pirogoff gelhatte, und am 16. Februar J. D., wegen SchussbruckjUnterschenkels spät amputirt.

Sehr verderblich wurde ebendaselbst trotz dergünäisVerhältnisse die Pyämie dem 8. Feldlazareth VlII.ilkorps, und zwar befiel sie vorwiegend Operirte, so dasich dadurch zu möglichster Ausdehnung der erhaltBehandlung veranlasst sah. Aufgeführt wurden vom Jbis April 20 Erkrankte an Pyämie, von denen einer ;t|ein zweiter (Ueberführter) wahrscheinlich geheiltdie anderen 18 starben.

In Bapaume 4 ) war unter schwierigen Verhaltfliund gefährdeter Sicherheit das 4. Feldlazareth VIII. 'korps thätig. Dasselbe hatte am 2. und 3. Januar et«Verwundete zu versorgen, die im Stadthospital und 1Kaserne untergebracht wurden. Nach den Berichten stilim Januar ein Mann nach Auslösung des Oberarms an!)

i) Vergl. I. Band dieses Berichtes, S. 188.

2) Vergl. ebendaselbst, S. 189.

3 ) Vergl. ebendaselbst, 8. 194 und 195.

4 ) Vergl. ebendaselbst, S. 196.