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3. Chirurgischer Theil A (1890) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Allgemeiner Theil
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II. Kapitel: Wundkrankheiten.

Band III. Allgem. Thrill

zu erwähnen.') Mehrfach brach dieselbe kurze Zeit nachAblauf des Hospitalbrandes aus; bei Anderen ging siekurz voraus; vereinzelt bestanden Wundrose und Hospital-brand gleichzeitig an einer und derselben Wunde. Immer-hin war diese Komplikation verhältnissmässig selten.

Bemerkenswerth ist, dass in den Reservelazarethen zuKarlsruhe (Soein) bei 10 Hospitalbrandfällen im Ganzen4 mal Kose kurz nachher sich einstellte, in einem Fallewar sie vorausgegangen, nach Ablauf des Hospitalbrandesfolgte ein Rückfall der Wundrose. Im 6. Feldlazarett!IX. Armeekorps zu Etampes trat zu einer hospital-brandigen Wunde innerhalb 48 Stunden nach Anwendungdes Glüheisens Erysipelas hinzu und verbreitete sich inzwei deutlichen Nachschüben über den grössten Theil derunteren Gliedmaasse.

Das überhaupt selten beobachtete akut purulenteOedem war als Komplikation des Hospitalbrandes ganzvereinzelt. 2 )

Wundstarrkrampf wurde von Deutschen Chirurgenwährend des Bestehens des Hospitalbrandes ein Mal vonFischer im Kriegslazareth zu Forbach beobachtet; im2.Feldlazareth XIII. Armeekorps in Bazoches les Ilauteswar bei einem Verwundeten Starrkrampf dem Ausbruchedes Hospitalbrandes kurz vorhergegangen. Mehrfach kamenErkrankungen an Starrkrampf und Hospitalbrand an einemund demselben Orte zur selben Zeit nebeneinander vor.(Welfenschloss in Hannover.)

Die Kombination von Pyämie oder Septicämie mitWunddiphtherie war häufig, seltener schloss sich Pyämiean Hospitalbrand an und führte dann meist zum tödtlichenAusgange. 3 )

Rachenentzündung ohne diphtherischen Belag trafin einzelnen Fällen mit Wunddiphtherie bei einem und dem-selben Individuum zusammen; besonders bemerkenswerthist das gleichzeitige Vorkommen einer fieb er haftenAngina mit Wundrose und Wunddiphtherie.

Beobachtung aus dem 4. Feldlazareth VI. Armee-korps in Orly (Schulgebäude, Oktober bis November 1870):

Schussbruch des Oberarms im unteren Drittel; im Verlaufder 4. Woche plötzlich Fieheranfall mit anginösen Beschwerden,gleichzeitig erysipelatöse Anschwellung der Ellenbogengegendund des Vorderarms, auf der Wundoherfläche diphtherischerBelag. Starke Chlorkalklösung örtlich, innerlich China mitSäurezusatz; innerhalb 3 Tage günstiger Verlauf.

Das Zusammentreffen oder die unmittelbare Auf-einanderfolge von Wund- und Rachendiphtherie wurdemehrfach berichtet. In der Krankengeschichte 24, S. 927des Speziellen Theiles dieses Bandes heisst es:Unterheftigem Fieber stellt sich diphtherischer Belag der Rachen-

x ) Vergl. S. 107.

2 ) Vergl. Anhang zu diesem Kapitel.

3 ) Vergl. den folgenden (III.) Abschnitt dieses Kapitels: Pyämieund Septicämie.

gebilde ein, zu gleicher Zeit nehmen die Wunden eineilschlechten Charakter an und sondern übelriechenden Eitelab." Bei dem Verwundeten G. (Spez. Th., S. 1106 No. 4;;belegten sich, als unter Irrereden und grosser UiinilJRachendiphtherie aufgetreten war, die Einschnittswuwli-Jgleichfalls diphtherisch." Auf eine Ende Januar 1871ginnende Rachendiphtherie folgte im Falle 140, S. 945Speziellen Theils im Februar Wunddiphtherie.

In Hameln kam im dortigen Hilfslazareth undeinem in Privatpflege befindlichen Offizier Wunddiphümilvor; bald darauf trat Rachendiphtherie unter den Kinden|in der Stadt auf. Zu Neuberghausen erkrankteVerwundeter kurze Zeit, nachdem er Hospitalbrand Istanden hatte, an Bachendiphtherie, während gleicl|zeitig andere Verwundete in demselben Stockwerk ihospitalbrandig waren. Im Gymnasium zu Greifswald lJkamen zwei Nichtverwundete Halsdiphtherie, nachdem idemselben Raum mehrfach Wunddiphtherie aufgetrete|war. Im Ludwigsburger Reservespital wurden zur!als Wunddiphtherie und Hospitalbrand daselbst epidemisdlherrschten, drei Personen des ärztlichen Personals volRachendiphtherie mit Erhöhungen der Eigenwärme l|41.5°C. befallen. Im Reservelazareth zu Schwetzingenerkrankten der dirigirende Arzt Dr. Schinzinger dleiner der Stationsärzte kurz nacheinander mit plötzlichemlhohem Fieber an akuter ödematöser Infiltration der RacklSchleimhaut, die sich alsbald mit grauen, filzigen, diphtheiilsehen Massen bedeckte; die Fiebererscheinungen hielteilunter augenscheinlichem Kräfteverfall mehrere Tage allBeide Aerzte hatten zur Zeit diphtherische Wunden |Behandlung gehabt.

Unmittelbare Uebertragung des Hospitalbraaillgiftes schien bei einem Wärter eines Feldlazarett «INancy stattgefunden zu haben. Wenige Stunden nactleinem von ihm angelegten Verbände, bei welchem iklvon einem Hospitalbrandigen Eiter in kleine Verletzung«der rechten Hand gerathen war, erkrankte er, indem seine Iganz unerheblichen Wunden ein deutlich brandiges Ans-Isehen annahmen. Der Brand griff nach der FlächeTiefe um sich, so dass bald der ganze Handrücken i Igeschwürige Wundfläche darstellte, in deren Tiefe die ent-iblössten Sehnen lagen. Der ganze Arm schwoll bctväcbijlieh an; hierzu kamen Fieber und andere Allgem»!Störungen, Schmerz fehlte jedoch. Behandlung: Dauernd*Wasserbad; Aetzungen mit Höllensteinlösung und Aetzkatlund dann, da hierdurch kein Erfolg erzielt wurde, Verlmit reiner unverdünnter Karbolsäure. Hierauf Loslosii-Ides Brandschorfs, reine Wundgranulationen und sclim*|Heilung.

Typhus und Hospitalbrand zusammen wurden »IReservelazareth zu Weilbach beobachtet. Es handelt!sich um einen Verwundeten mit Schussbruch des linketlOberarms, etwa 7 cm unter dem Gelenkkopfe; die KtfAwar ausgeschnitten; bei der Ankunft in Weilbach war«!