Band HI- Allgem. Theil.
IV. Abschnitt: Evakuation.
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Zeit zu welcher solche Transporte stattfanden, endlich desEinflusses, welchen die Evakuationen nach der Heimathauf das Leben der Transportirten hatten, vermögen einer-seits- die Zahlen der an Verwundungen Gestorbenen,andererseits diejenigen der Operirten (Geheilte und Ge-storbene) und zwar insbesondere der Amputirten undResezirten zu geben, welche gerade im Hinblick auf dievorliegende Frage eine thunlichst sorgfältige Bearbeitungerfahren haben.
Aus der nachstehenden Uebersicht über die an Wundenüberhaupt Gestorbenen (Tabelle I) ergiebt sich, dass von7404 Todesfällen, welche für eine derartige Betrachtungverwertbbar sind,') sich 1372 (= 18.5 % der Gesammtzahl)in Lazarethen des Inlandes und 19 auf dem Transporteereigneten. Von letzteren bleibt es jedoch mindestensbei 6, wovon 5 noch auf den Tag der Verwundung, 1 aufden nächstfolgenden Tag entfallen, zweifelhaft, ob dabeiunter „Transport" die üeberführung nach dem Inlandebezw. einem weit rückwärts auf dem Kriegsschauplätzethätigen Lazareth zu verstehen ist oder lediglich die Ver-legung aus einem überfüllten Feldlazareth der 1. Linie indas nächste. 2 ) Einschliesslich dieser 6 entfallen 10 währenddes Transports stattgehabte Todesfälle auf die 1. Woche,15 auf den ersten Monat nach der Verwundung.
Von sämmtlichen 19 „auf dem Transporte" Gestorbenenwaren verwundet
an der Brust .... 2am Unterleibe ... 10
„ Oberarm .... 3
„ Oberschenkel . 1
„ Unterschenkel . 2
„ Pubs ....... 1
Summe 19.Die Todesfälle nach Brustwunden sind in Tabelle IIImit Bezug auf die Art der vorangegangenen Verletzungerläutert. Nach Ausweis dieser Uebersicht befand sichunter den 2 an der Brust Verwundeten, welche auf demTransporte (und zwar beide noch am Tage der Ver-wundung) erlagen, einer, bei welchem nur Weichtheil-
*) Die Gesammtzahl der in Lazarethen gestorbenen DeutschenVerwundeten beträgt 11 023. (Vergl. Spez. Th. S. 1.) Davon kommen«wächst die an Gelenkwunden Gestorbenen in Fortfall, deren Zähl-karten für den in Rede stehenden Zweck nicht mehr verfügbar waren.Von den übrigen sind alle die in den Tabellen der einzelnen Kapitelim Speziellen Theil dieses Bandes näher Nachgewiesenen berück-sichtigt. (Wegen der Fehlenden siehe Spez. Th. S. 829, Anmerk. 5m»d S. 984 Anmerk. 4.) Aus 867 Zählkarten war der Ort des Todesnicht mit Sicherheit zu ersehen. (Vergl. nachstehende Tabelle I,.Querspalte 14d.) Betreffs der zuwartend behandelten Gelenk-wumlen siehe im Uebrigen unter V B der einzelnen Abschnitte im7. Kapitel des Spez. Th. dieses Bandes.
■) Der Transport vom Schlachtfelde nach dem Verbandplatz oderdem nächsten Feldlazareth darf wohl ausgeschlossen werden, weilDiejenigen, welche nicht lebend in irgend ein Lazareth gelangten,»uch schwerlich in einem solchen gebucht, daher nicht in derStatistik der Lazarethkranken, sondern in derjenigen der Gefallenenzu suchen sind.
Verletzung angegeben wird, daher wohl Blutung als Todes-ursache anzunehmen sein mag; die Wunde des Anderenentbehrt der genaueren diagnostischen Bezeichnung, darfaber mit Wahrscheinlichkeit als durchbohrende angesehenwerden. 1 ) Für die Unterleibswunden ist eine ähnlicheZählung nach Arten der Verwundung nicht vorgenommen;es kann jedoch kaum einem Zweifel unterliegen, dass beiallen oder mindestens fast allen 10 Mann, welche in Folgevon Unterleibswunden auf dem Transporte starben, eineEröffnung der Unterleibshöhle stattgefunden hatte. DerUmstand, dass mehr als die Hälfte aller auf dem Trans-porte Erlegenen mit Unterleibswunden behaftet war, be-kräftigt nachdrücklich die Lehre, dass derartige Verletzte,wenn irgend möglich, von Ueberführungen ausgeschlossenwerden sollen und zwar thunlichst bis zu wirklich voll-endeter Heilung. Zeigt doch Tabelle I, dass am Unter-leib Verwundete auch bei Evakuationen starben, welcheerst im 2. und 3. Monat nach der Verwundung und selbstnoch später gestattet wurden. 2 )
Von den 1372 im Inlande vorgekommenen Todesfällenstammen 25 aus der ersten Woche nach der Verwundung.Hierzu ist zu bemerken, dass nach der Schlacht beiSpicheren die meisten, nach den ebenfalls nahe derGrenze stattgefundenen Zusammenstössen bei Weiss en-burg und Wörth viele Verwundete unmittelbar vomSchlachtfelde nach einheimischen Lazarethen geschafftwurden. Im 1. Monat nach der Verwundung starben imInlande 528 = 38.s £ aller im Inlande mit dem Tode Ab-gegangenen, auf dem Kriegsschauplatze 4968 = 82.6 -g- allerauf dem Kriegsschauplatze von Wunden Dahingerafften. Lehr-reicher betreffs der Handhabung der Evakuation ist folgendeBetrachtung. Es starben im Inlande nach Tabelle 1 von allen
an Schädelwunden
„ Gesichtswunden
„ Halswunden
„ Biustwunden
„ Unterleibswunden
„ Oberarmwunden
„ Unterarmwunden
„ Handwunden
„ Oberschenkelwunden
„ Unterschenkelwunden
„ Fusswunden
überhaupt Gestorbenen 1
16.6 §
33.3 „
7.» „
15.o „
lO.o „
25.7 „39. 3 „61.o „
17.5,
24.8 „47. 6 „
!) Die auf S. 423 des Spez. Th. dieses Bandes auf Grund derSterblichkeitsverhältnisse ausgesprochene Vermuthung, dass weitausdie meisten Brustwunden ohne nähere Bezeichnung den durchbohren-den beizurechnen seien, erhält durch die nachstehende Tabelle 11 [ eineweitere Stütze, insofern daraus erhellt, dass von den 723 Todesfallennach nicht genauer bezeichneten Brustwunden 38 sich noch am Tageder Verwundung und 380 (d. i. mehr als die Hälfte) in der 1. Wocheereigneten.
2 ) Freilich ist nicht ersichtlich, ob die Rücksendung Diesernicht etwa lediglich auf ihre Bitten hin in aussichtslosem Zustandestattgefunden hat.
3 ) Nach Ausschluss Derer, über welche keine hierfür verwerth-baren Angaben vorliegen (Querspalten c in Tabelle 1).