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Johannes de Boria Moralische Sinn-Bilder
Entstehung
Seite
196
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( 196)XCVIII.Verachtung der Menschlichen Dinge.B wir wol billich denjenigen / so die Verachtung der Weltli-chen Dinge uns einreden und rathen / darum glauben / weilsie dieses selbst ins Werck gerichtet / die Welt verachtet / alleihre grosse Thaten geringe geschätzet / und freywillig und aus eignemWillen / deren Wollüsten / so die Welt giebet / sich beraubet; den-noch bin ich der Meynung / daß uns nicht weniger dererjenigen Bey-spiele bewegen können / die / nachdeme sie sich in allen Lüsten und Er-götzlichkeiten der Welt vertieffet / uns hernach den Betrug entdek-ken und versichern / das alles Eitel ist. Welches das Sinnbild mitdem Grab=Mahle des Sardanapals / darauf sein Bild / so die Handaufhebet / und mit einem Knipgen (nach dem Athenaeo) anzeiget /daß er alles nicht so viel achte / und der Beyschrifft / Die Verach-tung Menschlicher Dinge, vorstellet, nehmlich ein solchesGrab-Mahl verdiente das so Lasterhaffte Leben des Sardanapals /bezeugende / daß alles / was in dieser Welt so hochgehalten wird / nichteines Knipgens werth sey / weil man daraus sehen kan / was auch Sar-danapal / nachdem er mit aller Wollust der Welt sich genungsam ge-sätigt / davon gehalten.