( 194)XCVII.Nichts anders bleibt übrig.Je Welt verachten / und alles darinne geringe schätzen / leh-ren uns nicht allein die heilige / sondern auch weltliche Schriff-ten. Und so wir die Sache ohne Partheyligkeit ansehen / soist dasjenige / was der weltlichen Dinge Verachtung uns am meisteneinredet und lehret / die Welt selbsten. Man betrachte genau / denPreiß und Lohn / so sie denjenigen giebet / die sich ihr am meisten er-geben / die auf sie ihr Vertrauen setzen / die sie am meisten erhebet undgroßmachet. Denn ob sie gleich etlichen in diesem Leben die größtenReiche und Herrschafften verleihet / indeme sie dieselben zu Monar-chen / über den größten Theil der Erden / und daß man ihren Nah-men verehret / ja von Aufgange biß zum Niedergange ihnen Gehor-sam leistet / machet; so läßt sie doch zu letzte / von aller dieser Grösseihnen nicht mehr Erde / als da sie gedrange im traurigen Grabe lie-gen können. Und was sie allein von allen Schätzen und Reichthü-mern mit sich nehmen / ist der so geringe Vorrath / und das schlechteLeichen-Tuch. Weil dieses wolverstanden / der glücklich und tapffe-re König der Egyptier / Saladinus, dem in seinem Leben alles nachWunsch ergangen / hat er auf dem Todbette befohlen / daß bey seinemBegräbnisse ein Sterbeküttel auf einen langen Spieß gestecket / undvon deme so ihn trüge / ausgeruffen werden solte / dieses eintzige wärevon einem so grossen Reiche und denen Reichthümern / die er besessen /übrig geblieben. Welches mit diesem Sinnbilde und der Beyschrifft,Nichts sonsten bleibet übrig / vorgestellet wird.
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