Druckschrift 
Johannes de Boria Moralische Sinn-Bilder
Entstehung
Seite
188
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( 188)XCIV.Lauf mit Gewalt dem Hafen zu.Jn guter und erfahrner Schiffer / wenn er eine grosse Reiseverrichtet / und über Verhoffen aufgehalten worden / im übri-gen aber der gute Wind ihme noch Zeit und Platz lässet /daß er einen Hafen erreichen und sich dahin flüchten kan; läßt dieGelegenheit gantz nicht aus den Händen / sondern bemühet sich denHafen zu erlangen. So aber der Wind / als halsstarrig / ihme jelänger je weniger geneigt und vielmehr zuwider als behülfflich; zie-het er die Seile auf und suchet mit halben Seegel auf alle Weise denWind zu gewinnen / und den Hafen dennoch zu erreichen. Diesesmuß ein tapfferer und kluger Mann auch thun, daß wenn er mer-cket, daß er schon lange schiffet und noch nicht sehen kan, was vor ei-nen Außgang seine Schiffarth haben werde / (unser Leben aber isteine Schiffarth) die Gefahr und Ungewitter die in dem Meere die-ser Welt und seinen Verrichtungen entstehen / zu meiden / er einenHafen suche und darein lauffe / in welchen er mit Ruhe und Stille seineReise beschließen könne / weil an diesem Ausgange am meisten gelegen.Wer aus dieser Erinnerung Nutzen ziehen will, eigne sich diesesSinnbild eines Schiffes / das glücklich in den Hafen laufft / mit demSpruch des Horatii: Laufft mit Gewalt den Hafen zu:Denn dieses Verrichten ist ein Zeichen und Probe der höchsten Klug-heit und Tapfferkeit.