( 74 )XXXVII.Ausser dem Finsternisse / keine Anschauer.S ist allen Menschen gemein und fast zur Natur worden /Fremde Laster und Gebrechen zumercken / zu straffen und sichdaran vielmehr zu ärgern / als / daß man solte vortrefflicheWercke loben und hochhalten / und was man daran gutes erkennet /nachthun / und also daher einigen Nutzen ziehen. Wer sich zubekla-gen hat / daß man ihme vielmehr einige kleine Schuld oder Nach-läßigkeit zurechnet / als daß man seine vortreffliche geleistete Diensteansehen solte / kan sich dieses Sinnbild der Sonne / so Finsternis lei-det / mit der Beyschrifft: Ausser dem Finsterniß keine An-schauer / zueignen. Denn ob gleich die Sonne eine so schöne und fastgöttliche Sache ist / und uns so viel Gutes mit ihren Licht undEinfluße mittheilet / so ist doch niemand der sie viel anzuschauen undzu betrachten bemühet ist / so lange sie mit ihren Stralen alles erleuchtet /so sie aber ohngefähr verdunckelt wird und Finsternis leidet / so ist hin-wiederum niemand / der nicht seine Augen aufhebe und nach ihr rich-te, oder der nicht die Art und Ursache diesen ihren Fehler und Ver-finsterung aufs genaueste zu beurtheilen und anzumercken / mit Fleißerforſche..
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