( 70)XXXV.Der Freundschafft Gut.Je viel Gutes aus Vereinigung der Gemüther und ausder Freundschafft herkomme / erscheinet / wenn man beden-cket / was vor Schaden aus denen Mißhelligkeiten undUneinigkeiten / sowohl in Natürlichen als Politischen und GemeinenSachen entstehet. Durch Freundschafft und Einigkeit sind kleineSachen empor kommen / durch Uneinigkeit die Größten gefallen undzu Grunde gegangen. Die Vereinigung und Freundschafft hat sol-che Krafft / daß sie auch / was sonst unmöglich scheinet / leichte macht /wie in diesem Sinnbilde zu sehen / in deme ein steinerner Bogen vor-gestellet ist / der / wider die Natur der Schwerigkeit / einen Stein nachdem Mittel=Puncte sich zu wenden / verhindert / indeme dieser in derLufft hencken bleibt / und bloß von der Freundschafft und Vereini-gung der andern miteingefugten Steine erhalten wird. Wer einZeugnis geben wil / daß er die Freundschafft hochhalte / und dieselbefest und unverbrüchlich mit seinen Freunden pflege / kan sich diesesSinnbildes gebrauchen / nemlich eines steinern Bogens mit der Uber-schrifft: Der Freundschafft Gut / damit zu weisen / daß so vielFrucht und Nutzen von ihr zu erwarten / daß mit ihrer Hülffe / wassonsten nicht möglich schiene / zusammen gehalten werden könne.
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