Druckschrift 
Johannes de Boria Moralische Sinn-Bilder
Entstehung
Seite
50
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(50)XXV.Wenn man Danckbaren Herren dient.Elohnung und Straffe sind zwey Dinge / dadurch alle Re-publiquen und Reiche von kleinen Anfange empor gewach-sen / zu ihrer Grösse erhoben / und in ihrem Stande erhal-Oten werden / und wo hergegen eine von diesen Beyden ermangelt /haben / obwohl große und mächtige Estaten, sich selbst verzehret undzerstöhret. Weil derowegen so viel an der Belohnung gelegen /so sol man sich befleißigen / daß man seine Dienste einem Danckba-ren Fürsten ergebe / weil der größte Vorschub die Ungemächligkei-ten zu überstehen / und die Bedürffnisse anzuschaffen / in der Gewiß-heit der gehofften Belohnung bestehet. Dieses wird durch diesesSinnbild bedeutet / darinnen der Bucephalus, das Pferd / des so be-rühmten Grossen Alexanders / mit der Uberschrifft: Wenn manDanckbaren Herren dient. Denn dieses Pferd hat einen un-glaublichen Ruhm durch seine diesen Fürsten geleistete Dienste er-worben / als welcher es so hochgehalten / daß / weil es keinen andernaufsitzen lassen / und seinen Herrn / (ob wohl tödlich verwundet) ausder Schlacht gebracht / und also frisch und unverletzt erhalten; Erzu Bezeugung seines Danckbaren Gemüthes / der damahls erober-ten Stadt den Nahmen Bucephalus gegeben / und das Pferd in ei-nen kostbaren Begräbnisse beysetzen lassen / damit er ihme alle mögli-che Ehre erweisen / und es im Gedächtnisse der Nachkommen /unsterblich machen möchte. Im übrigen müssen wir uns schämenda wir GOtt und dem Könige zu dienen verbunden / und Ihre Be-lohnungen / unvergleichlich grösser sind / als unsere Dienste seyn kön-nen / so wir solche zuthun unterlassen.