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Johannes de Boria Moralische Sinn-Bilder
Entstehung
Seite
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(36)XVIII.Die fruchtbare Stille.In unruhiges und verdrießliches Gemüthe trägt grosse Pla-ge / grosse Beschwerligkeiten (ohne an die jenigen zu geden-cken / die es andern / so der Ruhe und Frieden Freund / er-reget und auf den Halß ziehet) gleichsam bey sich in seinem Busen. Einunruhiger Mensch kan niemahls ruhen / nirgends Fuß setzen / indemer allezeit heimlich Ursach und Gelegenheit suchet, womit er seinenFeinde allen Verdruß anthun und ihn verwirren möge. Dieweiler sich nun mit diesen stets überwirfft / verkürtzet er sein Leben / undverlieret Zeit und Vermögen. Wer aber an der Stille ein Ge-fallen hat, der erlängert dadurch sein Leben, vermehret sein Ver-mögen / und bringt in Süßigkeit und Lust seine Zeit zu. Dieses er-härtet gegenwärtiges Sinnbild: das Nest der Eiß=Vögel im stillenMeere / mit den Worten / die fruchtbare Stille: anzeigen-de / wie diese Vögel alsdann nur nisten und Eyer legen / daraus inkurtzer Zeit die Jungen hervor kriechen / wenn sie empfinden / daß dasMeer gantz stille ist / also vermehreten auch die jenigen / die nach Ru-he und Frieden trachteten, ihre Güter und Vergnügen in diesemund jenem Leben.