( 34 )XVII.Durch Aushalten überwinde ich.Enige Dinge werden in diesem Leben ohne grosse Arbeitzu wege bracht / und wann einer so glücklich ist / daß erSohne dieselbige sein Vorhaben erlanget / so ist er dennochnicht der Mühe, das Erlangte zu erhalten, oder der Furcht, daß Be-sessene zu verliehren, überhoben, weil von diesen auch die allerglück-lichsten der Sterblichen sich nicht frey machen können. Und weil esdann so wohlden Grossen und Glückseeligen / als denen Kleinen undUnglücklichen an Bemühung und Plage nicht fehlet / so ist von nöthen /daß man vor dieses so gewisse und wichtige Übel auch ein Hülffs-Mittel suche. Die beste und vornehmste Hülffe in diesen Schwerig-keiten mag seyn die Festigkeit und Beständigkeit des Gemüthes aufdaß man solche mit Gedult überwinde / welches durch dieses Sinn-bild des Felsens, an welchem das Meer seinen Anstoß gleichsam zer-brechen muß / und der Uberschrifft / durch Aushalten überwin-de ich / erkläret wird. Weil / wie ein Felsen / die Schläge undStösse der Wellen aushält / und sie durch seine Standhafftigkeitgleichsam zu nichte machet und überwindet gleicher Weise auch einer /der mit Tapfferkeit und Härte des Gemüthes / alle Beschwehrlig-keiten auszustehen versehen ist / zuletzte mit Hülffe der Gedult / denSieg und Triumph / wofern er sich nicht gutwillig giebet / darvontragen muß.
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