Druckschrift 
Johannes de Boria Moralische Sinn-Bilder
Entstehung
Seite
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( 24 )XII.Der findt das Leben.Je gröste Vorsicht in diesem Leben ist / beyde euserste En-de / so Laster sind / zu fliehen / und das Mittel / worinn dieTugend besteht / zufinden. Wer dieses ins Werck setzet /der verdient alleine vor weise und vernünfftig gehalten zu werden.Weil / wie allein ein Meß-Künstler verstehet wie man den Mittel-Punct im Cirkel finden soll / also der allein Weise ist / der sich vondem Eusersten enthält / und das Mittel / in welchen die Tugend ist /erlanget. Die äusersten Ende der Tugend sind zwey entgegen ge-setzte Laster / die man beyde fleißig meiden sol / weil derjenige / derfreygebig seyn wil / sich nicht alleine vor dem Geitze / welcher das eineEnde ist / sondern auch vor dem andern Ende / der Verschwendungvorzusehen hat, wann er das Mittel zwischen beyden, die Freyge-bigkeit / zuerhalten verlanget. Welches mit diesem Sinnbilde / inwelchem eine Hand, so einen Circul hat, den Mittel-Punct suchet,und der Uberschrifft: Der findt das Leben, gewiesen wird.Weil der die Ruhe des zeitlichen und ewigen Lebens / mit der Stilleund Vergnügung ohne Ende findet / der die Tugend findet.