( 61)VIII.Nicht allzugroſſe Fruchtbarkeit.S halten viel weise Leute davor / daß es mehr Tugend undStaͤrcke des Gemüthes brauche / das Glücke als das Un-glücke auszuhalten / weil dieses den Menschen ihme selbstwieder giebt / daß er in sich gehet / sich gleichsam zusammen raffet / undmit diesen Mitteln umgeben / desto stärcker die Wiederwertigkeitausstehen kan / das Glücke aber den Menschen verwirret / zerstreuetund endlich ihme selbst nimmt. Welches der größte Schaden ist / sodem Menschen wiederfahren kan. Dieses wird durch das Sinn-bild eines Baumes, der so mit Früchten beladen, daß er davon brichtund spaltet und seiner Uberschrifft: Nicht allzugrosse Frucht-barkeit / angedeutet / und wie schädlich diese Fruchtbarkeit demBaume sey, gewiesen. Denn ob wol aller Uberfluß böse ist, so istdoch keiner gefährlicher / als eine allzugrosse Glückseeligkeit / sinte-mahl / ie geneigter sie einen ist / jemehr beraubt sie ihn des Verstan-des. Wer klug und mit seinen Glücke / das GOtt ihme gegeben /vergnüget ist, der kan durch dieses Sinnbild andre lehren, daß mansich vor allzugrossen Glücke fürchten möge.
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