(4)II.Viel oder nichtsIt Trägheit und Lauligkeit thun / was zu chur ist / ist einBrunn / daraus Zufälle / die Verlust und Untergang nachsich ziehen / hervor fliessen / und man kan nicht bequemer dieGrösse des Schadens / so daraus kennt / erfahren und schätzen / alswann man vor gewiß hält / daß dasjenige in einem schlimmern Zu-stande ist / was man laulicht / als was man kaltsinnig thut / weil esausser zweiffel viel ärger und unanständiger / in seinem Vornehmenschläffrig und nachläßig verfahren / als dasselbe gar bleiben lassen.Dieses wird in diesem Sinnbilde bedeutet / in welchem eine Schild-Kröte vorgestellet wird / mit der Uberschrifft: Viel oder nichts.Denn davon wird gemeldet / daß / so man wenig von ihrem Fleischezur Speise oder Artzney brauchet / solches schädlich / so man aber vielisset / gesund sey. Eben das verstehet sich von unsern Handlungen /welche so sie in der Hitze angefangen und angestellet / und tapffer aus-geführet werden / grossen Nutzen bringen und niemals eines glückli-chen Ausgangs fehlen / so sie aber nachläßig und laulicht geführet wer-den / sehr schädlich fallen. Da es ohnstreitbar besser / daß man sie garnicht angefangen hätte. Sintemahl ausser dem /daß ein glücklicherAußgang davon nicht zu hoffen / nichts mehr der Fürsten und grossenLeute Rufbeschmitzet / und gleichsam mit einen tödlichen Pest-Gifftehinrichtet / als wenn sie einige Nachlässigkeit und Lauligkeit in denenGeschäfften sehen lassen / denn ohne Strengigkeit können dergleichenThaten nicht gethan werden / so den Nachklang eines grossen Nah-mens verdienen und ihren Urhebern zuwege bringen / weil die Nach-lässigkeit und Trägheit / der Tapffer- und Großmüthigkeit schnur-stracks entgegen und nebst der Stärcke des Gemüthes nicht beste-hen kan.
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