Druckschrift 
Johannes de Boria Moralische Sinn-Bilder
Entstehung
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Benung daß mans verdient.Je einem klugen Manne in seinemElende dieses der vornehmste Trost seyn soll /daß er ausser Schuld ist / ob er wohl etwas lei-den muß / weil keine grössere Straffe seyn kan /als dieselbige verdienen; Also müssen wir wohlerwegen und uns vornehmlich dahin bemühen /daß wir die Belohnung der Tugend (welchesin diesem Sinnbilde durch den Lorber-Krantz angezeiget wird) ver-dienen / ob wir sie gleich in diesem Leben nicht allezeit erhalten kön-nen / weil auch dieselbe allein verdienen / schon ein Lohn und Preiß ist /dessenthalben wir unser Leben Tugendhafft führen sollen. Und al-so gehet / was hier durch den Lorbeer=Crantz und die Uberschrifft:Genung daß mans verdient! bedeutet ist / dahin / daß ob wohlan einem die geleisteten Dienste nach Verdienst und Würden, mitgenungsamen Dancke / nicht möchten erkannt werden / er dennochdie Bemühung diesen Preiß und Crantz zuverdienen nicht solle fah-ren lassen / sondern vergnügt seyn / daß ers verdiene weil dieses aller-dings seine Schuldigkeit und eben darinnen die größte Wollust be-stehet / nicht aber in der Genießung der Belohnung und des Dan-ckes, dessen er vielleicht unwerth seyn könte. Denn je mehr Ehreund Danck eine That verdienet / je grösser würde seine Schande seyn /wann ein umb so viel scheinbarer Mangel / den Ort zu verdienenund zu behaupten / darein er gesetzet / an ihme bemercket würde.