Druckschrift 
Die Treppenhaus-Fresken von Carl Gehrts
Seite
4
Einzelbild herunterladen
 

durcharbeiten mufs. Wie eine Sklavin knietdie schöne Gestalt vor der riesigen Granit-Statue des Pharao, dieselbe mit unsagbarerMühe schleifend und polirend. Ein roher Auf-seher ist ihr zur Seite, damit die Arbeitskraftnur ja genügend ausgenutzt werde.

Nicht viel sonnigere Tage erblühen derKunst später in Assyrien. Im dritten Bildehat sie die stolzen alabastergeschmücktenPaläste jener gewaltigen Herrscher verlassen,Freundliche unc J findet aufwärts schreitend in GriechenlandAufnahme eine ii e b evo n e Aufnahme. Bei diesem gott-P i begnadeten Volk entfaltet sie eine niemalszuvor geahnte und später nie wieder erreichteSchönheit. Nicht Paläste grausamer Herrschersoll sie schaffen, sondern man erwartet vonihr, dafs sie den Göttern Tempel baut, an-gefüllt von edelsten Kunstwerken und von sovollendeter Schöne, wie die Welt zuvor niegesehen. Hier, wo das Höchste von ihr ver-langt wird, ist die Kunst in ihrem Element,Hohe un( j w j r sehen in der folgenden Lünette, wieerehrung. s - g gi e j c h e ; nc| . Königin auf hohem Throneüber dem Meere die Huldigungen des Volkesentgegennimmt, das sein Ideal erfüllt, jaübertroffen sieht. Jung und Alt, Männer undFrauen danken ihr, dafs sie eine Welt aufser-halb alles Elenden und Jammervollen ge-schaffen, eine Welt, in welcher nur wahreGröfse lebt. In der Hand hält der Geniusdas Modell der Pallas Athene von Phidias,jenes Meisterwerkes, das nächst dem Zeus die