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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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1029
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G. Weltliches und geistliches Drama 1029

Babio ist mit der Brautwerbung des Croceus um Viola nicht einverstan-den und will sich selbst ihrer erfreuen. Er vergegenwärtigt sich die äußerenReize des Mädchens 1 und ist in hohem Grade froh, als ihm Viola ihre an-gebliche Abneigung gegen Croceus zu erkennen gibt. Fodius aber erzähltder Petula, daß Croceus Viola heiraten wird. Dieser erscheint nun, und Ba-bio gibt dem Sklaven Befehle, das Haus zu säubern und ein Essen herzu-richten. Nachdem Fodius das ausgeführt hat, bittet er den Croceus zu einemäußerst bescheidenen Mahle. Nun verlangt aber Croceus nach Viola, und alssie kommt, will er sie mit sich nehmen, was aber Babio mit Gewalt zu hindernsucht, bis er sieht, daß Viola sich dem Croceus willig ergibt. Auf eine langeheftige Rede gegen Viola läßt nun Babio überaus starkes Lob auf Petulafolgen. Da erzählt ihm die Fama, daß Petula und Fodius zusammenhalten.Darüber entsetzt, beschließt er den Fodius zu hängen und Petula den Feuer-tod erleiden zu lassen, wird aber schließlich gegen seine Frau von mildererGesinnung. Dann ruft er Fodius zur Strafe, aber dieser will für seine Un-schuld ein Gottesurteil antreten. Nun stellt sich Babio von der Unschuldüberzeugt, und Fodius beglückwünscht sich schon heimlich; er rät Petula,sich vorzusehen und zu Tränen ihre Zuflucht zu nehmen. Sie rechtfertigtsich bei Babio und wirft ihrem Mann seine Liebe zu Viola vor. Babio stelltsich, als ob er ihr Glauben schenke, beschließt aber bei sich, das Paar zuentlarven, und sagt dem Fodius, daß er auf unbestimmte Zeit verreise.Aber er verbirgt sich nur im Garten in einer Dornhecke und wartet auf dieNacht, und Fodius sucht nun Petula auf und will nicht zaudern. Da kommtauch Babio hervor und sieht, daß Fodius nicht auf seinem Lager ist. Fo-dius, der sich im Schlafzimmer der Frau befindet, hört ihn draußen vorder Tür und fragt, wer da sei. Darauf öffnet er die Tür und mißhandeltnun den Babio aufs grausamste, so daß dieser sich zu erkennen gibt undum Gnade bittet; er muß sich von Fodius die heftigsten Vorwürfe gefallenlassen und er bedauert nun seine Niederlage und die Schande seiner Frau.Aber er beschließt nach Ablauf des Monats seinen Versuch zu wiederholen,allerdings nicht ohne Hilfe. Wieder gibt er vor nach Soloe zu reisen und erbefiehlt dem Fodius sein Haus. Als die Zeit gekommen ist, frohlockt er undverteilt seine Genossen an die geeigneten Orte. Fodius wittert zwar die Ge-fahr von neuem, wird aber von heftigem Fieber ergriffen, so daß Babio undseine Genossen leichten Eintritt haben. Petula fragt, wer eintrete, und alsRabio sagt, wer er sei, entgegnet ihm Fodius, daß das unmöglich sei, da jaRabio zum Bacchuskult nach Soloe gereist sei. Doch ein Licht wird ge-bracht, und Babio steht nun wirklich vor ihnen. Beide höhnen ihn nun aberderartig aus, daß er beschließt, Mönch zu werden und Petula dem Fodius zuüberlassen. Mit einem Glückwunsch an dieses Paar sowie an Croceus undViola schließt das Stück.

Ueb erlief erung. Das Stück befand sich saec. XII/XIII inRievaux, vgl. M. R. James,Catal. mscr. of Jesus Coli. Cambridge p. 54 Babio und s. XV in Canterbury St. Augustin(James, The anc. libr. of Cant. and Dover p. 368) N. 1480 libellus de Babione. Heutefindet es sich im Oxon. Digby 53, im Cotton. Titus A XX und im Oxon. Bodl. 851, 2 so-wie in dem noch nicht benutzten Berol. Meerm. 193 s. XIII f. 55b60. Ausgaben von

1 Vs. 34 Eius in ore javum ?nellifieatis apes 2 Der Titel in dieser Hs. scheint ein Aus-nach Anthol. lat. 257, 2. zug aus der Vorrede im Bodl. 851 zu sein.