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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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940 Vierter Abschnitt. Die Dichtung

libellus consolandi luinine bellus. Regectus dicitur iste über; mit Glossen, Guelferb 219(Heimst. 185) s. XV f. 6071b. Bibl. Brera AD. X. 43 a. 1459. Ambros. D. 14 Inf. a.l'325Braidensis AD. X. 43 (dazu vgl. G. Rotondi). Ausgaben von Chr. Daum, Chemnitz1684, von Leyser, Hist. poet. et poem. med. aevi p. 453, von Fabricius-Mansi3 665676, von Marigo, Scriptores latini medii aevi Italici 1 (Padua 1926). Enzo Bona-ventura, Arrigo da Setimello e l'Blegia de diversitate fortunae et philosophiae conso-lazione, Studi medievali 4, 110192 (1912). A. Gaspary, Geschichte der ital. Literatur1, 43. Zur Kritik vgl. G. Rotondi, Reale Istit. Lomb. di sei. e lett., Rendiconti 59, 813(1926), K. Strecker, Studi medievali N.S.3, 110 ff., G.Spagnolo, Giorn. stör dellaletterat. Italiana 89,325ff.und 93,1 ff., Sedgwick, Speculum 5,299f. und V.UssaniStudi medievali, N. S. 1928, 539544. Zu Longepres (Lognepres) vgl. Ang. Monteverdi'Studi medievali N. S. 1928 p. 157164.

14. STEPHAN VON ORLEANS (TOURNAI)

Stephan, Mitte des 12. Jahrhunderts zu Orleans geboren, wurde 1165regulierter Chorherr und später Abt zu St. Evurtius in seiner Vaterstadtdann zum Abt nach St. Genevieve in Paris berufen erhielt er 1192 das Bis-tum Tournai. In dieser Stellung ist er 1203 gestorben. Als jüngerer Mannstudierte er in Bologna die Rechte und aus dieser Zeit hat sich ein grös-seres rhythmisches Gedicht von ihm erhalten, das erst seit kurzem bekanntist. Man kannte bisher außer einer großen Briefsammlung und einer An-zahl Predigten nur einige kleine Gedichte, doch Stephan machL selbst anzwei Brief stellen darauf aufmerksam, daß er Jugendgedichte verfaßt habe;und eines derselben ist der Rhythmus, der in einem vatikanischen Kodexdie Aufschrift Quoddam figmentum Bononie ab eo metrice compositum et eäx-tum 1 erhält, wobei die Bezeichnung metrice für einen Rhythmus seltsamgenug ist.

a) Rhythmus. Das Gedicht besteht aus 46 Vagantenstrophen zu vier dop-pelsilbig gereimten Versen. Der Dichter will im allgemeinen die höhere Aus-bildung eines Menschen schildern und greift zu der beliebten Einkleidungdes Stoffes in einer Vision, die vom antiken Himmel ihren Ausgang nimmt,aber bald völlig anthropomorph wird. Es handelt sich um einen Sohn Ju-piters und der Juno, die nach langer Zeit wieder einmal in die Wochenkommt, worüber im Himmel große Freude ist. Alle Götter kommen herzu.Saturn schenkt dem Neugeborenen sein goldenes Zeitalter, Phöbus einenseiner Strahlen, der sich alltäglich wandelt, Merkur eine Mütze und Zauber-stab. 2 Mars kommt mit Kriegsmusik und schüttelt den Helmbusch, aberum das Kind nicht zu schrecken, muß er sich auf Jupiters Befehl in einerWolke verbergen. Neptun temperiert das Bad für den Kleinen, Vulkanschenkt ein schönes Spielzeug für den Hals des Kindes, das auch sofortseine Händchen danach ausstreckt und zu lachen anfängt. Bacchus sprichthalbtrunkene Worte-zu dem Knaben und schenkt der Amme eine FlascheWein; ihm folgt Silen auf dem Esel, der stets zwei Schritte vorwärts undvier rückwärts macht. Auch Pluto wollte mit Proserpina kommen, dochCerberus hielt ihn zurück; dafür ist er eben in der Unterwelt etwas gnädiger.Pallas wäscht den Knaben mit Wasser aus dem Triton und die Schlangenan ihrer Aegis lachen das Kind an. Die Dryaden führen unter dem Kom-mando der Diana einen Tanz vor der Wiege auf. Ceres, glücklich über die

1 Vgl. L. Auvray in Melanges Paul Fabre 2 Vs. 22 Pilleum talarium, virgam caducei.(Paris 1902) S. 281.