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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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938
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938 Vierter Abschnitt. Die Dichtung

spiele zu verstehen gibt, daß sie die Herrin der'Welt sei. 1 Als er von neuemdie schwersten Anklagen gegen sie wirft, erwidert sie, es sei ihr Recht ihnwie auf einem Rade zu wälzen. Wenn sie dem Menschen günstig sei, werdesie vergöttert, ziehe sie sich zurück, so werde sie gescholten; er habe ihrnichts als Schimpf angetan. Er bekennt darauf, daß er der Schwächere seisie habe ihn aber in grausamer Weise gequält. Darauf gibt sie ihm zurücker möge nur bedenken, wer er sei, und sich seiner bäuerlichen Herkunfterinnern; er möge sich darüber klar werden, daß nur der Wechsel des Glük-kes dem Menschen günstig sei, und rät ihm, sich mit ihr zu versöhnen. 2Doch er weist sie zurück, denn nur ein törichter Brunellus 3 könne sich mitihr aussöhnen; beide gehen als Feinde auseinander. Das dritte Buch be-ginnt damit, daß dem Dichter ein schönes Weib, die Phronesis (nach Mar-tianus Capeila 2,114), erscheint, begleitet von den sieben freien Künsten. Siebeklagt, daß sein Sinn umdüstert sei und daß er sich dem Schmerze zu sehrhingegeben, und rät ihm zur Geduld, indem sie ihn auf das Schicksal vonSeneca, Boethius und Ovid hinweist. Er müßte Schweres ertragen lernenund solle sich auf das besinnen, was ihm einst Bologna beigebracht habe;er gehe ja noch über die Philosophen hinaus und möge sich auf den pytha-goräischen Buchstaben (Y) besinnen. Dem Scheine dürfe er nicht vertrauen,da doch vieles anders aussehe, als es wirklich ist. Mit wenigem müsse er sichbegnügen, denn das Unglück treffe die, die hoch hinaus wollen; er solle nuran den wilden Herzog Konrad (von Montferrat) und an den. gefangenenKönig von England denken: Armut sei für den Menschen der sicherste Zu-stand. Und nun offenbart sie ihm den wirklichen Zustand der Welt, wojeder den Nächsten verrät und wo für Geld alles käuflich ist. 4 Dann rät sieihm im vierten Buche zur Bekämpfung seiner irrigen Auffassung des Lebens.Zuerst müsse er den Schmerz besiegen und froh werden und den Wechseldes Glückes ruhig gewähren lassen, 5 vor allem aber die Tugend üben (Vs.46iuvenes punge vel unge senes). Schließlich erteilt sie ihm eine sehr große An-zahl von Lehren und Regeln für ein vernünftiges und ehrbares Leben, wobeieine Menge Sinnsprüche und sprichwörtliche Redensarten unterlaufen. Dannverläßt sie ihn mit der Mahnung, ihre Worte zu behalten, und er wendetsich emphatisch an einen alten Freund Monteverdi deutet Longepres mit'Lungi e presso' und sieht in dem Freunde den Erzbischof von Cäsareaund bittet ihn, seiner in alter Liebe zu gedenken. Und zuletzt widmet ersein Gedicht dem Bischof von Florenz: er verzeihe ihm, was dieser einst anihm begangen habe, und übersende ihm in dem Gedanken, daß er ganz seinsei und bleibe, sein Werk von tausend Versen.

Das Gedicht zeigt deutlich, daß Heinrich ganz auf der Höhe der Bildung

1 Vs. 17 vgl. Boeth. cons. phil. 2, 2, 27f. iners. Das Wort braucht nicht von Kenntnisp. 27P. Die ersten Kapitel von Buch 2 des Speculum stultorum des Nigellus Wir-dieses Werkes gaben vielleicht die Veran- ecker zu zeugen, da es öfters für den Esellassung zu der Einsprache Fortunas. gebraucht wird.

2 Er redet sie 2,195 mit Rhamnusia an, 4 3, 199 Ipse caput mundi venalis cum2, 133 mit Rhamnusia meretrix und 2, 3 papae Prostat, 204 venditur ipse deus.redet er von ihr als Rhamnusia dira no- 5 4, 21 Fortuna ridente gemas, plorante w-verca. ceris.

3 2, 238 Sed tibi pacificet, saeva, Rrunellus