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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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882 Vierter Abschnitt. Die Dichtung

der Juden dem Pilatus ausgeliefert. Dieser schickt ihn zu Herodes, erhältihn aber aus dessen Händen zurück und läßt ihn nun kreuzigen. Christuswird dann ins Grab gelegt, steht aber am dritten Tag wieder auf.

In Rom herrschen nun Titus und Vespasian zusammen, und zwar ist Titusaussätzig und Vespasian hat die Nase voll Wespen, ohne daß die Ärzte hel-fen können. Da hören sie, daß Christus alle Krankheiten heile, und Titusträgt daher dem Pilatus auf, ihm Christus sofort nach Rom zu schicken. Dagerät Pilatus in große Angst, glaubt aber durch Geschenke den Zorn desKaisers wegen Christi Hinrichtung zu besänftigen. Doch das Schiff, durchdas die Geschenke überbracht werden sollen, wird durch Stürme weit vonRom weg nach Spanien verschlagen. Von da wollen die Gesandten nachRom, treffen aber unterwegs Vespasian, bringen ihm die Geschenke und er-zählen ihm von den Wundern und dem Tode Christi. Da wird der Kaiseraufgebracht und verkündet, daß Pilatus den Tod verdiene. Augenblicklichweicht die Krankheit von ihm und er reist nach Rom, um mit Titus die nö-tigen Maßregeln zu treffen. Inzwischen vollbringen die Gesandten des Titusin Jerusalem ihre Geschäfte. Doch Pilatus verzögert seine Antwort, und alssie eines Tages in der Einsamkeit von einer Frau gefragt werden, wer undwoher sie seien, erfahren sie, daß Christus durch Pilatus getötet worden sei;Christus sei aber Gott und habe die Menschen erlöst und seine Jünger mitMacht ausgestattet. Ihr habe Christus für immer ein Stirnband mit seinemBilde geschmückt; 1 denn sie sei oft mit ihm zusammengekommen, und jenesStirnband heile alle Krankheiten. Sie wolle die Reise mit ihnen nach Rommachen und den Kaiser von der Krankheit befreien, wenn sie ihr die Rück-reise verbürgten. So melden die Gesandten bei Pilatus, daß sie zurück-reisen wollten, und dieser sucht ihnen vorzulügen, daß Christus ein Rehellgegen das römische Gesetz gewesen und daher von ihm gekreuzigt wor-den sei.

In Rom erfährt nun Titus durch die Gesandten die ganze Schlechtigkeitdes Pilatus und jene Frau gibt dem Kaiser die Binde zum Ansehen und heißtihn an Christus, den Sohn der Jungfrau, glauben. Titus bekennt sich zuChristus, und alsbald verschwindet sein Aussatz völlig. Pilatus aber wirdnach Rom gefordert und erscheint auch, da er die Fürsten wieder zu belügenhofft. Der Senat wird versammelt und man beratschlagt, welche Strafe denVerräter Gottes treffen solle. Man kommt überein, ihn wilden Tieren vor-zuwerfen. Das hört der Übeltäter und tötet sich selbst mit einem Messer.Doch ließ man ihn nicht begraben, sondern man warf die Leiche in dieRhone. Da nun aber alle Schiffe, die jene Stelle des Stromes passierten,untergingen, erkundigen sich die Bewohner von Vienne in Lyon nach derUrsache dieser Erscheinung. Da beschließt man, die Reliquien der Metro-pole auf einem Schiffe an jene Stelle zu bringen. Als das Schiff mit derStrömung die Stelle erreicht hatte, blieb es plötzlich stehen, und mit Hilfevon Stangen fand man endlich die Leiche des Pilatus auf dem Grunde undhob sie heraus. Nun gibt es in den Alpen eine Stelle, wo die höllischen Flam-men aus dem Berge brechen; dorthin brachte man die Leiche und warf sie

1 Vs. 282 hoc tibi signum In monimenta mei trado, sie iudico dignum. Es ist dasSchweißtuch der Veronika.