794 Vierter Abschnitt. Die Dichtung
t) Commentarius in Proverbia im Oxon. Bodlei. 528 s. XIII istnach der Vermutung von Esposito vielleicht nur ein Teil des Tractatussuper parabolas Salomonis.
u) De differentia spiritus et animae im Cantabr. Univ. Ii. 2. 10f. 229 s.XIV; Oxon. Corp. Christi Coli. 114 f.229 s. XIII. Doch gehört dieSchrift dem Nestorianer Costa-ben-Luca, gedruckt von Bar ach, Bibl.philos. med. aetatis 2, Innsbruck 1878, vgl. Haureau, Mem. de l'Acad.des Inscr. et Belles-Lettres 28, 2, 327.
v) De longitudine et brevitate vitae seu de morte et vita imOxon. Corp. Christi Coli. 114 f. 235 s. XIV.
Die übrigen von Bale, Tanner und Fabricius genannten Werke (vgl.Esposito p.470 f.) sind zunächst ganz unbestimmt, können aber teilweisevielleicht identifiziert werden mit Hilfe der großen Exzerptensammlungaus Werken Alexanders im Cantabr. Univ. Gg. 6. 42 f. 1—211 s. XIII.Auszüge aus Alexander finden sich auch im Monac. 8827 s. XV, vgl. Espo-sito p. 471; ein Zitat aus De naturis rerum bei Baimund von Beziers,Hervieux, Les fabulistes latins 5, 503.
IV. ALLEGORISCHE DICHTUNG
1. ALANUS AB INSULIS
Über Alanus sind nicht nur allerhand Legenden im Schwange gewesen,sondern er ist auch frühzeitig mit mehreren Namensvettern verwechseltworden. Zunächst ist er unbedingt zu trennen von Alan, Erzbischof vonAuxerre (1152—1167), dem Verfasser der Vita secunda Bernhards vonClairvaux, 1 von Alan, Abt von Tewksbury, dem Verfasser eines Lebens deshl.Thomas, 2 und vonAlan, dem Prior von Canterbury. Unser Alan stammteausLille (Insulae, niederdeutsch Byssel) und ist etwa 1128 geboren. Haureauhat sichere Daten über sein Leben ermittelt, 3 indem er mit allen früherenFabeln und Verwechslungen aufräumte. Danach hat Alan keinerlei Be-ziehungen zu England, wohl aber zum Zisterzienserorden gehabt, er hateinen Teil seines Lebens in Paris und vielleicht mehrere Jahrzehnte inSüdfrankreich zugebracht und Französisch scheint seine Muttersprache ge-wesen zu sein. Wahrscheinlich studierte er in Paris, wie sich wohl aus seinenausgedehnten Kenntnissen in der Philosophie ergibt, und nach Johannesde Garlandia und der dem Heinrich von Brüssel beigelegten Schrift DeScript, eccl. 21 hat er in Paris auch als Lehrer und zwar für den höherenUnterricht 4 gelebt. Später aber hat er sich im Süden aufgehalten. Das ergibtsich nicht nur aus seiner Schrift Contra haereticos, die es meist mit süd-französischen Verhältnissen zu tun hat und dem Grafen Wilhelm von Mont-pellier gewidmet ist, sondern auch daraus, daß er den Traktat De poeni-tentia dem Erzbischof Heinrich von Bourges und sein theologisches Glossardem Abt Ermengaud von St. Gilles bei Nimes widmete. Dazu kommt, daßStephan von Bourbon geradezu von ihm berichtet, daß er zu Montpellier
1 Bei Migne 185, 469ff. Inscr. et Beiles Lettres 32,1—27 (1888).
2 Bei Migne 190, 1475ff. * Heinrich von Brüssel de scr. eccl. 21 Pa-
3 Memoires de l'Inst. de France. Acad. des risiis ecclesiasticae scholae praefuit.