Vierter Abschnitt. Die Dichtung 643
ein zweiter des gleichen Namens ein Lehrgedicht De finalibus syllabis, voneinem Engländer wurde das Gedicht De mirabilibus mundi verfaßt. Johannesvon Beauvais dichtete den Nodus in scirpo, Stephan von Tournai schriebeine Vision über die Bildung eines Götterkindes, Serlo von Wilton verfaßtemehrere grammatische Gedichte, Petrus Riga die Colores verborum undDe praeteritis et supinis. In St. Omer entstand eine Ars poetica, Matthäusvon Vendome schrieb seine Ars versificatoria, einen poetischen Briefsteller,die Synonyma und Aequivoca, Alexander Neckam das bedeutende GedichtLaus sapientiae divinae, Galfred von Vinsauf die berühmte Poetria, Petrusde Ebulo De balneis Puteolanis, * Alexander de Villa dei sein Doctrinale undEcclesiale sowie weitere Gedichte, *Eberhard von Bethune seinen Gre-cismus und *Giraldus Gambrensis mehrere Gedichte didaktischen Inhalts.
Die dritte Abteilung — Moral, Fabel, Epigramme, Philosophie — er-öffnen die Gedichte De conflictu virtutum et vitiorum und des Adam contrafeminas. Nivard von Gent dichtete seinen Ysengrimus, Marbod seine Epigram-me und den Liber decem capitulorum und Godefrid von Winchester schriebseine reiche Auswahl von Epigrammen. Hier mögen die neuen BearbeitungenAvians und Aesops angeschlossen werden, die sich beim Astensis poeta, imNovus Avianus Vindobonensis und in dem Alexander Neckams sowie beiBaldo in seinem Novus Aesopus und in dem des Alexander Neckam fin-den. Einige kleine moralische Dichtungen verfaßte Hildebert, Godefrid vonBreteuil schrieb seinen Föns philosophiae, Galterus Anglicus dichtete seine Fa-beln, * Johannes von Salisbury seinen philosophischen Entheticus, Bernhardvon Morias den Liber de contemptu mundi, Alan von Lille seine Parabolae.
Die vierte Abteilung wird von der allegorischen Dichtung gebildet, diean sich, dem ganzen Zeitalter vertraut, hier nur in ihren Hauptvertreternzusammenzustellen ist. Nämlich Alan von Lille verfaßte das große EposAnticlaudianus, Johannes von Auville den Architrenius und Nigellus Wire-ker das Speculum stultorum.
Viel umfangreicher ist die fünfte Abteilung, die die kirchliche und reli-giöse Dichtung außer der Lyrik umfaßt. Acardus de Arroasia dichtete Detemplo Salomonis. *Amatus von Monte Cassino schrieb In honorem Petriapostoli, Gibuinus Lingonensis ein Gedicht De paradiso, * Serlo von Bayeuxeine Defensio pro filiis presbyterorum. Wido von Ivrea richtete seine Gedichtean Heilige und an Maria. Marbod von Rennes verfaßte acht verschiedeneHeiligenleben, Fulcojus von Beauvais schrieb eine Vita s. Blandini, Rogervon Caen das Gedicht De contemptu mundi, *Sigebert von Gembloux diePassiones s. Luciae und ss. Thebaeorum, Odo von Cambrai schrieb De ope-ribus sex dierum, * Rupert von Deutz verfaßte Gedichte auf Heilige. Das*Carmen de simoniaca heresi eines Engländers richtet sich gegen Herbert deLosinga, * Guibert von Nogent dichtete einen Rhythmus auf Maria. PetrusPictor schrieb über die Eucharistie und vielleicht die Vita Pilati, Reginaldvon Ganterbury die Vita s. Malchi, *Wilhelm von Malmesbury die VitaAelfgivu, *Hugo von Flavigny verfaßte ein Epos über die Neuschöpfungder Welt im Christentum, Erinher die Vita s. Haimeradi, Hildebert mehrereHeiligenleben, biblische Gedichte und De mysterio missae, Radulfus Tor-tanus die Miracula s. Benedicti und die Translatio s. Mauri. Richer von
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