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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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G. Biographie. Hagiographie. Geographie 639

Jahre 1147 Wichtige von ihm in den Annalen untergebracht sei. Voransteht eine sehr ausführliche Kapitelangabe, und das Werk selbst beginnt1148 mit der Wehrhaftmachung Heinrichs.il. Zunächst ist die Darstellungunselbständig, da sie großenteils auf Robert de Monte beruht und bis 1162wenig Originales bringt. Jn dem Teile bis 1173 werden hauptsächlich vielDokumente 1 eingelegt und es zeigen sich mancherlei chronologische Ver-stöße - dieser Teil beruht vielleicht auf dem mündlichen Berichte von GilbertFoliot. Dagegen ist der letzte Teil von 1173 an anscheinend gleichzeitigabgefaßt. Im allgemeinen steht die englische Geschichte im Vordergrund,allerdings wird auch die mit ihr so eng verbundene Geschichte Frankreichsstark berücksichtigt. 2 Die Vorliebe für exzerptenhafte Darstellung trittauch wieder hervor, wo Radulf im Jahre 1173 von den Zerwürfnissen inder englischen Königsfamilie spricht; er gibt nämlich wie zur Entschul-digung einen Überblick über alle möglichen Streitigkeiten in Herrscher-familien aus der Bibel, der alten und neueren Geschichte. Dann erwähnter eine ganze Reihe von Vatermorden und endlich Beispiele von Eltern,die ihre Kinder töteten. Er entnimmt diese Erzählungen aus der Bibel,Justin, Josephus, 3 Robert de Monte und Florentius von Worcester und ge-langt dabei bis ins Jahr 1112. Nun geht seine Erzählung jahrweise weiterund wird seit dem Jahre 1173 höchst ausführlich. Es berührt seltsam genug,wenn mitten in dieser englischen (und französischen) Geschichte auch dieitalienische Politik Friedrichs I. berührt wird, doch bringt es der Verlaufmit sich, daß wohl über die Verhältnisse im hl. Lande und über den drittenKreuzzug eingehend berichtet, daß aber der Zug Kaiser Friedrichs nurmit wenig Worten abgetan wird. In den letzten Jahren schweigt die histo-rische Darstellung fast gänzlich, es werden von 1195 an eigentlich nur nochBriefe aufgeführt. Radulfs Stil ist durchaus schlicht, einfach und unge-zwungen und daher leicht verständlich.

Hieran schließen sich nun auszugähnliche Zusammenstellungen: DieReihenfolge der Päpste und englischen Bischöfe, der Kaiser und Könige;dann über die Könige der Briten nach Galfrid von Monmouth, die Königeder Angelsachsen, über die Züge der Normannen gegen Frankreich und dieGeschichte der Normannen nach Wilhelm von Jumieges und Wilhelmvon Poitiers; endlich über die Konzilien und Synoden von Nicäa bis zurrömischen Synode von 1179. Interessant ist, daß hier ein Epigramm desAusonius zitiert wird.

Zeugnisse. Zur Kapitelangabe vgl. 1, 267 Capitula ymaginum historiarum RadulfusLundoniensis decanus in opusculo sequenti brevissime multarum commemorat ymagineshistoriarum capitulatim. Beginn Anno ab incarnatione... Christi quid per annos MCXLVIIannalibus inserendum decrevit antiquitas explicitum est. Von antiken Autoren werdenangeführt p. 294 Martial. 13, 52 (Martianus cocus). p. 356 Justin. 1, 1, 41, 2,12. 4 7, 35. p. 358 Just. 10, 1.-2; p. 359 Auszüge aus 38, 2. 39, 5. 41, 6. 42, 4 f. p. 409 Sidon.Ap. Ep. 7,17 Vs. 1519; p. 420 Sidon. Ep. 7, 9, 8 (ed. Luetj. p. 114, 79). p. 421htat. Theb. 2, 486 f, 2,115 Claud. IV cons. Hon. 302.116 Luc. B. C. 3, 136 f. p. 137 Ovid.

1 Zu den Dokumenten vgl. ed. Stubbs und 16, 7. 2, 34 wird ein Stück über Ir-

2 ^Lf. land aus Henricus Huntendunensis ab-

Zur Beleuchtung auswärtiger Geschichte geschrieben, p. 35 läßt Radulf den Schot-

-stubbs 2, LIf. tenkönig Wilhelm von Noah abstammen.

Nämlich 1, 359 aus Jos. Antiq. 13,19 4 i,2,5quaesitquemvesesimulassefatetur.