606 Dritter Abschnitt. Die Geschichtschreibung
confertissimos hostes Cat. 58, 7; 2, 8 p. 470, 9 cum dictis Theogeri facta composuit W 401; 2, 14 p. 473, 38 extrema omnia experiri Cat. 28, 5. Sprichwörtlich erscheint fast dieAlliteration 2, 1 p. 466, 13 lac et lanam . . . extorqueret. DieVergilstellen sind in der Aus-gabe von Jaffe verzeichnet.
Ueberlieferung. Die alte Hs. Mabillons aus St. Georgen zu Villingen war schonverstümmelt; davon existiert eine Abschrift in Paris. Bruchstücke von Buch 1 sind inMelk, 6 Quartblätter s. XVI. Ergänzung der Lücken durch Trithemius, Annal Hirsaug. 1087 (1, 282). Ausgabe von Jaffe, MG. SS. 12, 450—479. Vgl. Brennecke Leben und Wirken des hl. Theoger, Halle 1873. Wattenbach 2,126f. — Erwähnt sei'hiernoch, daß im Monac. 13072 s. XII f. 1—182 Augustin, de consensu IV evangelistarumsteht, auf Abt Erbos Befehl geschrieben vom Mönch Boto von Prüfening, der auch imMonac. 13099 s. XII Ambrosius De officiis geschrieben hat und selbst mehrere theo-logische Werke und Homilien verfaßte; vgl. Manitius, Neues Archiv 38, 554, undP. Lehmann, daselbst 32, 704.
Dietgers Musica. Hier ist Dietgers musikalisches Werk anzuschließendas für die Weiterentwicklung der Musiktheorie nach W. Bäumker nichtin Betracht kommt. Die Schrift geht von Pythagoras, dem Erfinder, vonBoethius, dem Übersetzer, und von Guido aus, „dem emsigsten Untersueherder Stimmen". 1 Und über die Einteilung und Begriffsbestimmung derMusik und ihrer Teile sowie über die Untersuchungen Guidos über denGregorianischen Kirchengesang ist Dietger nicht hinausgekommen. Er be-ginnt mit dem Monochord, geht zu den Tetrachorden über und handeltüber die Tropi und Toni; am Schluß gibt er einige Bemerkungen über dieArten des Gesanges, doch scheint das Ende im Druck nicht vollständigzu sein.
Zeugnis. Der Anon. Mellic. 109 (p. 93 Ettl.) sagt Dietgerus abbas a Latinis Theo-gerus, a Theolonicis quibusdam Theokarius dictus . . . Et hie quoque traetatum unum demusica scribit, in quo de eius inventione et numeris ac proportionibus iuxta arithmeticosbreviter quidem sed satis subtiliter agit, jedenfalls nach eigner Kenntnis des Werkes, dassich also wohl in Prüfening befand.
Ueberlieferung in je einer verlorenen Hs. aus St. Blasien (vgl. Ettlinger, DieHss.d. Großh. Hof- und Landesbibl. in Karlsruhe, Beilage III [1901], S. 48) und aus St. Peterim Schwarzwald (vgl. Gerbert 2, 182f.), im Monac. 18961 s. XIII f. 48—54 (mitSchluß, der von Pez, Thes. 1, XV, schlecht kopiert ist) und im Berol. lat. 955 s. XIIf. 170 (mit Schluß, der von Gerberts Druck stark abweicht, und einem Endkapitel, dasdort überhaupt fehlt). 2 Ausgabe von Gerbert, SS. de musica sacra 2,182—196 =Migne 163, 777—792. Vgl. W. Bäumker, Zur Geschichte der Tonkunst in Deutsch-land S. 83.
17. VITA GODEFRIDI COMITIS CAPENBERGENSIS
Der Graf Godefrid von Kappenberg, der für Norbert und den Prämon-stratenserorden (vgl. hierzu und zur Vita Norberti S. 608) eine sehr großeVorliebe gewann, wurde durch Norberts Beispiel bewogen, seine Burgenin Klöster umzuwandeln, seinen Besitz den Mönchen auszuliefern undsich samt seinem Bruder Otto und seiner Gemahlin Jutta selbst ins Klosterzu begeben. Ein Mönch aus der Kappenberger Bruderschaft hat nunzwischen 1150 und 1155 3 das Leben des Grafen dargestellt; er hatte nochNorbert gekannt und überliefert eine von dessen Ansprachen, die er gehörthatte. Dagegen war er zu Godefrid in kein näheres Verhältnis getreten und
1 Im letzten Kapitel wird auch Priscian zu Berlin 2, 3,1176.
angeführt (Gerbert, SS. de musica sacra 3 Er nennt Godefrid stets sanetus oder
2,196) sed in quibusdam, utdicit Priscianus, beatus, vgl. Praef. (MG. SS. 12) 515,1.4
regula quidem scienda est, usus vero obser- p. 518, 24. 5 p. 520, 43, aber nicht den Otto,
vandus. dessen Propststellung (seit 1155) er nicht
2 Vgl. V. Rose, Die lat. Hss. der kgl. Bibl. erwähnt.